Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'22 - Hochrhein-Bodensee
20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2022 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee Wirtschaftsbericht Frühjahr 2022 Ukrainekrieg hinterlässt Spuren D abei überlagern sich Effekte des Krie- ges mit den Auswirkungen der noch nicht überstandenen Coronapande- mie“, so Alexander Graf, zuständig für die Konjunkturumfrage der IHK. Entsprechend gehen die Erwartungen über den weiteren Verlauf der Konjunktur bei den Unternehmen im IHK-Bezirk zurück und der Konjunkturkli- maindex in der Region sinkt von 120 Punkten zu Jahresbeginn auf aktuell 114 Punkte. G eschäftslage Dabei blieb die Einschätzung der Geschäfts- lage bei den Betrieben mit einem Wert von 124 Punkten gegenüber der Befragung zum Jahreswechsel (ebenfalls 124 Punkte) noch stabil . G ebremste Entwicklung in der Industrie Die derzeitige Tendenz in den Auftragsein- gängen aus dem In- und Ausland zeigt sich bei jedem zweiten Produktionsbetrieb in der Region gleichbleibend. Die Zahl derer, die einen fallenden Auftragseingang zu ver- zeichnen haben, steigt allerdings deutlich von 2 Prozent zu Jahresbeginn auf aktuell 13 Prozent. Der Auslastungsgrad der Kapa- zitäten im Produktionssektor sinkt leicht auf 87 Prozent. Regionale Produktionsbetriebe kämpfen mit weiter steigenden Produkti- onskosten. Dies hat auch Folgen für die Er- tragslage. Diese bezeichnen rund 20 Prozent der Betriebe als schlecht. Der Indexwert der Lage für das produzierende Gewerbe im IHK- Bezirk sinkt von 138 auf 132 Punkte. Sie bleibt damit insgesamt positiv, zeigt aber erste Bremsspuren. Z urückhaltende Kunden Leicht positiver als vor Monaten zeigt sich die Einschätzung beim regionalen Handel. 23 Prozent der Befragten beurteilen ihre Lage aktuell als gut, der Großteil (61 Pro- zent) als befriedigend. Gleichzeitig berichtet jeder zweite Händler von gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegenen Umsätzen. Der Lageindex im Handel zeigt sich damit verbessert und steigt auf 107 Punkte. Die Coronabeschränkungen im Handel sind für die Kunden gefallen, die Zurückhaltung beim Konsum im regionalen Einzelhandel aber noch nicht. Aktuell bezeichnen 56 Prozent der Händler das Kaufverhalten ihrer Kun- den als zurückhaltend, rund ein Drittel als saisonüblich. D ienstleistungsbereich sehr unterschiedlich Der Lageindex im Dienstleistungsbereich zeigt sich seit Jahresbeginn stabil bei 122 Punkten. Dabei hat sich die Zahl der Dienst- leister, die von einer schlechten Geschäfts- lage sprechen von 22 auf 18 Prozent verrin- gert. Gleichzeitig ist aber auch der Anteil derer, die ihre Lage als gut einschätzen seit Jahresbeginn leicht gesunken. Gleiches gilt für den Umsatz, bei dem 21 Prozent einen Rückgang und 37 Prozent einen Anstieg gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal verzeichnen. Zur zweiten Gruppe gehören auch diejenigen Dienstleistungsbetriebe, die durch die Coronaverordnungen sehr lange und sehr deutlich limitiert wurden und nun In Folge des seit Ende Februar herrschenden Krieges in der Ukraine verschlechtert sich das Konjunktur klima in der regionalen Wirtschaft. Besonders deutlich spürbare Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe sowie Störungen in den Lieferketten werden für die Betriebe zunehmend zur Bedrohung. „ Bild: Adobe Stock - snowing12 Experten nehmen wirtschaftliche Entwicklung in den Blick. (Symbolbild)
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