Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

5 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 9 JOBMOTOR 2021 VERLIEHEN Bereits zum 16. Mal wurde von der Ba- dischen Zeitung, den drei Industrie- und Handelskammern im Regierungsbezirk Freiburg sowie dem Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden (WVIB) der „Jobmotor“ vergeben. Ausgezeichnet wurden Unternehmen aus Südbaden, die 2021 besonders viele Jobs geschaffen ha- ben: Bei den sieben prämierten Betrieben sind im zweiten Jahr der Pandemie insge- samt über 1.200 Arbeitsplätze entstanden. In der Spezialkategorie wurden zudem be- sonders kreative Konzepte, neue Mitarbei- ter zu finden, gekürt. Kategorie „Arbeitsplatzzuwachs“ Kleine Firmen (bis 19 Mitarbeiter):  Stay Informed GmbH (Freiburg) Mittlere Firmen (20-199 Mitarbeiter):  Cytena GmbH (Freiburg) Große Firmen (über 200 Mitarbeiter):  Jobrad Gruppe (Freiburg)  Inituitive Surgical (Emmendingen) Kategorie „Konzepte Mitarbeiter finden“ Mittlere Firmen (20–199 Mitarbeiter):  STS Spezial-Transformatoren-Stockach GmbH & Co. KG (Stockach)  Walter Vögele (Freiburg) Große Firmen (über 200 Mitarbeiter):  Testo Industrial Services (Freiburg) Hobby, der Pflege von Angehörigen oder der Kindererziehung bestimmt wird – es gilt, ein Gleichgewicht zu schaffen. „Lebensphasen- orientierte Personalpolitik dreht sich darum, dass Menschen in Bewegung bleiben, ohne die Balance zu verlieren“, sagt Rump. Als einer der zentralen Vorteile einer lebensphasenori- entierten Personalpolitik ist die Reduzierung von Stressfaktoren bei den Beschäftigten, verursacht insbesondere durch Zeitdruck und Betreuungsprobleme, zu sehen. Insbesondere die jüngere Generation fordert eine ihren Vor- stellungen entsprechende Work-Life-Balance auch immer selbstbewusster ein. Neue Benefits gefragt Das Jobportal Kununu und die ETH Zürich haben gemeinsam 2,8 Millionen Gehalts- und Bewertungsdaten ausgewertet, um den Einfluss von Arbeitskriterien auf die Gehalts- zufriedenheit zu untersuchen. Die Höhe des Einkommens und die Zufriedenheit stehen demnach – wenig überraschend – in einem weitgehend linearen Zusammenhang. Je mehr Benefits im Spiel sind, desto wahrscheinlicher sei, dass Menschen mit ihrem Gehalt zufrieden sind, so die Autoren der Studie. Oft setzen Un- ternehmen allerdings auf die falschen Anreize (siehe auch Grafik Seite 6). Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich Angebote zu flexiblen Arbeitszeiten oder Coachings. Für erheblich weniger relevant halten Jobsuchende eine Kan- tine, den Betriebsarzt oder ein Diensthandy. Wenn das Firmenimage, die Kommunikation oder das Vorgesetztenverhalten als positiv empfunden werden, sind die Beschäftigten eher auch mit ihrem Gehalt zufrieden als ohne Bild: Badische Zeitung Stay Informed Weiterbildung wird aktiv gefördert Im Jahr 2014 beschloss Peter Horner der Zettel- wirtschaft im Kindergarten seiner Kinder ein Ende zu setzen. Zusammen mit der Einrichtung und anderen Eltern begann er, die „Kita-Info-App“ zu entwickeln. Das Feedback war positiv, eine Geschäftsidee war geboren. Horner holte seinen Schwiegervater Lothar Ganter mit an Bord, der sich als zweiter Geschäftsführer um den Betrieb kümmert. Inzwischen wird die App, die in 13 Sprachen funktioniert, in mehr als 8.000 Kindertagesstätten und Schulen mit fast 600.000 Nutzern verwendet. „Wir haben in jedem Bereich neue Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt sind wir nun 19,“ sagt Personalerin Romina Schäffner. Gesucht werden neue Mitarbeiter online; Printanzei- gen passen nicht zu einem digitalen Unternehmen, so Schäffner. Die Pandemie habe man entsprechend gut bewältigt: Die Prozesse des Onboardings – früher per Zu- ruf auf dem Flur – werden dokumentiert und nun virtuell durchgeführt. „Das hat anfangs etwas mehr Arbeit und Planung bedeutet, jetzt sind wir deutlich strukturierter.“ Wichtig ist der Geschäftsführung, eine offene Kultur zu fördern: Jede Woche gibt es eine extra dafür freigehal- tene Stunde, in der die Kollegen Verbesserungsideen für das Unternehmen und Produkte vorstellen dürfen. Fort- und Weiterbildung wird großgeschrieben: Jeder darf sich pro Jahr fünf Tage fortbilden; dafür steht pro Person jeweils ein Budget von 2.500 Euro plus Reisekosten zur Verfügung. db Mit-Geschäftsführer Lothar Ganter bei der Verleihung der Jobmotoren 2021. Bild: Thomas Kunz/Badische Zeitung

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