Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'22 - Hochrhein-Bodensee

42 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5 | 2022 Unternehmen Ergebnis nach Umstrukturierungen bei PWO Progress-Werk Oberkirch mit Umsatzplus OBERKIRCH. Nach dem Umsatzeinbruch im ersten Coronajahr 2020 vermeldet die Progress-Werk Oberkirch AG (PWO) für 2021 wieder gestiegene Geschäftszahlen. Laut Pressemitteilung setzte der Automobilzulieferer im vergangenen Jahr 404,3 Millionen Euro um, nach 371,2 Millionen Euro im Jahr 2020. Das Ebit vor Währungseffek- ten lag bei 22,1 Millionen Euro. 2021 war es noch ein Minus von 8,1 Millionen Euro gewesen. Der freie Cashflow sank von 29,1 Millionen Euro auf 4,9 Millionen Euro, dagegen legte die Eigenkapitalquote von 28,7 Prozent im Vorjahr auf 33,6 Prozent im Jahr 2021 zu. Der Konzern produziert mit knapp 3.000 Beschäftigten an seinen weltweit acht Standorten Metallkomponenten und Subsysteme für die Automobilindustrie. Am Hauptsitz in Oberkirch im Ortenaukreis waren im vergangenen Jahr 1.151 Mitarbeiter beschäftigt, nach 1.419 im Vorjahr. Der auf diesen Standort bezogene Umsatz konnte leicht auf 203,9 Millionen Euro gesteigert werden, gegenüber 199 Millionen Euro im Vorjahr. Nach den „umfangreichen Strukturmaßnahmen“ am Produktionsstandort Oberkirch und angesichts einer „guten Entwicklung der Tochtergesellschaften im Ausland“ sieht das Unternehmen in dem Zahlenwerk „sichtbare Erfolge“ und ein „erfreuliches Periodenergebnis“. Vorstand und Auf- sichtsrat schlagen auf dieser Grundlage eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie vor. Laut dem Geschäftsbericht plant PWO für das laufende Geschäftsjahr einen Anstieg der Umsatzerlöse auf rund 480 Millionen Euro und würde damit das Vor-Corona-Ni- veau übertreffen: 2019 hatte es bei 458,5 Millionen Euro gelegen. bb Das 2016 eingeweih- te Prozesshaus in Oberkirch-Stadel- hofen als Kern des PWO-Stammsitzes. Commerzbank Freiburg Gute 2021er Bilanz FREIBURG. Die Commerzbank Freiburg vermeldet ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 und knüpft inhaltlich an die Schwerpunkte aus dem Vorjahr – Nachhaltigkeit und die verstärkte Nutzung digitaler Produkte und Kontozugänge – an. So zog sich auch im vergangenen Jahr das Thema Nachhaltigkeit durch alle Geschäftsbereiche, wie einer Unternehmensmeldung zu entnehmen ist. Hinter jedem vierten Neuabschluss steckte danach eine grüne Baufinanzierung, insgesamt stieg das Gesamtvolumen an Baufinanzierungen um 7,7 Prozent auf 842 Millionen Euro. Ein ähnliches Bild auf der Anlageseite: Jeder vierte neu abgeschlossene Wertpapiersparplan investierte in nachhaltige Produk- te. Insgesamt legte das Depotvolumen um 11,7 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro zu. Auch bei Firmenkrediten spiele das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle, meldet die Bank. Bei kleineren Firmenkunden legte das Kreditvolumen 2021 um vier Prozent auf 219 Millionen Euro zu, bei größeren Unternehmen betrug es 600 Millionen Euro. Unterm Strich betreut die Commerzbank in Freiburg etwa 80.000 Privat- und Unternehmerkunden sowie rund 500 Firmenkunden-Verbünde ab 15 Millionen Euro Jahresumsatz. In Folge des 2021 von der Frankfurter Konzernmutter eingeleiteten bundesweiten Umstrukturierungspro- gramms „Strategie 2024“ beschäftigt die Commerz- bank Freiburg aktuell an den vier verbliebenen Stand- orten Freiburg, Lörrach, Villingen und Tuttlingen etwa 100 Mitarbeiter, 50 weniger als im Vorjahr. Etwa die Hälfte der Belegschaft ist in der Zentrale in Freiburg tätig. uh Jacob Messtechnik feiert 25-jähriges Firmenjubiläum Sherlock Holmes aus Südbaden DENZLINGEN. Detektive wissen das: So manches, was dem Betrachter plausibel und unzweifelhaft vor Augen steht, hat seine Ursache ganz woanders. Frank Jacob kann davon ein Lied singen. Dass der Experte für Wasserschäden eine komplette Badezimmer- einrichtung abmontiert im Container vorfindet, der Grund allen Übels aber ganz woanders zu finden ist, kommt zwar selten vor, aber: Der 60-jährige Unter- nehmer aus Denzlingen hat so etwas mit eigenen Augen gesehen. Seit 25 Jahren ist er mit seiner Firma Jacob Mess- technik dem Wasser auf der Spur. Meist dort, wo es nicht hingehört. Spezialisiert auf Leckageortung hat er sich 1997, als er mit seiner Familie noch in Emmendingen wohnte. Eine Ausbildung zum Elek- triker, vier Jahre Bundeswehr, ein Jahr Verkäufer im Baumarkt, neun Jahre als Angestellter im Bereich technische Austrocknung von Wasserschäden stan- den schon in seinem Lebenslauf. Dann wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit, konzentrierte sich auf Messtechnik und eben Leckageortung. Mit Erfolg: Kun- denkreis und Mitarbeiterzahl wuchsen stetig. Heute arbeiten zwei Messtechniker und drei Bü- rokräfte für Frank Jacob. Andrea Neubauer-Jacob, seine Frau, ist für die Buchhaltung zuständig. Das Einzugsgebiet erstreckt sich von Waldshut über Lör- rach, Freiburg, Offenburg bis Bühl. Auch Teile des Hochschwarzwalds deckt das Team ab, das in der Regel von Versicherungen, Hausverwaltungen und Sanitärfirmen, aber auch von Privatleuten beauftragt wird. Gibt es Zukunftswünsche? „Wir wollen unsere Kunden weiter zufriedenstellen“, sagt Frank Jacob, der Sherlock Holmes aus Denzlingen. bb Frank Jacob

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5