Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'22 - Hochrhein-Bodensee

41 5 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Familienbrauerei Ketterer Mit Neubauten in Richtung Zukunft HORNBERG. Dass der Beginn ihrer um- fangreichen Baumaßnahmen mit der Coro- napandemie und landesweiten Lockdowns zusammengefallen ist, nennt michael Ket- terer, Geschäftsführer der Familienbrauerei m. Ketterer GmbH & Co. KG., „ungünstiges timing“. Von seinen Plänen abbringen ließ sich der mittelständler dennoch nicht. Am Firmensitz in Hornberg entstanden inner- halb von zwei Jahren und in Zusammenarbeit mit vielen regionalen Unternehmen: ein Lager– anbau auf einer Fläche von 800 Quadratme- tern, eine Photovoltaikanlage, ein Gebäude für den technischen Kundendienst sowie ein Ver- waltungsgebäude inklusive Labor für mikrobio- logische Untersuchungen. Die Gesamtkosten beliefen sich laut Unternehmensmeldung auf rund zwei millionen euro, was die Investition zu einer der umfangreichsten in der 145-jährigen Firmengeschichte machte. mit Blick auf die Lage und das unternehme- rische Selbstverständnis wird klar, warum sich die Baumaßnahmen nach Angaben der Brauerei darauf fokussierten, „möglichst viel nutzfläche zu schaffen und effiziente Arbeitsabläufe zu ermöglichen“. Denn: Wald umgibt die Brauerei von links und rechts, sodass die mengenmäßigen Wachstums- möglichkeiten in Hornberg auf natürliche Weise begrenzt sind. eine Situation, die für Geschäftsführerin Anke Ketterer auch Vor- teile hat: „In einem überschaubaren Betrieb kann man sowohl schneller als auch flexib- ler agieren und engere Kontakte im ganzen team pflegen, als das in größeren Firmen möglich ist.“ ks Blick auf das Brauereigelände aus Drohnenperspektive Kronen kompensiert Pandemie Größter Auftrag in der Historie KEHL. Die Kronen GmbH, ein weltweit tä- tiger Hersteller von nahrungsmitteltechnik mit Sitz in Kehl am rhein, zieht eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2021. Das fami- liengeführte mittelstandsunternehmen, das 1978 in Willstätt bei Kehl gegründet wurde, konnte sich im vergangenen Jahr über den größten Auftrag in der Firmengeschichte freuen: Vier große Salatverarbeitungslinien im Wert von insgesamt 3,2 millionen euro hat ein britischer Hersteller von Frischepro- dukten in Kehl bestellt. mit einem Umsatz von 18,5 millionen euro verzeichnet das Unternehmen für das Ge- schäftsjahr 2021 einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. So konnte der rückgang des Pandemiejahrs 2020 wieder vollständig kompensiert werden. Im vergangenen Jahr waren insbesondere die beiden tochtergesellschaften in den USA und in den niederlanden sehr erfolg- reich. Aber auch in märkten wie england und Frankreich wurden die Vorjahresumsätze weit übertroffen. Angesichts des guten er- gebnisses schüttete das Unternehmen sei- nen mitarbeitern eine Sonderprämie von je 1.000 euro aus. Der tatsache, dass im letzten Jahr keine messen stattfinden und die Kunden nur wenig persönlich besucht werden konnten, begegnet Kronen erfolgreich virtuell. „Viele Beratungsgespräche macht das Vertriebs- team per Videokonferenz aus unserem Ausstellungsraum, maschinen werden live vorgeführt. Auch die Abnahmen von ver- sandfertigen maschinen und Anlagen wer- den per Live-Chat durchgeführt. So wurde zum Beispiel unser neuer Großkunde aus Großbritannien regelmäßig per Videoschalte über den Fertigungsfortschritt seiner Anlage auf dem Laufenden gehalten“ so Stephan Zillgith, Sprecher der Geschäftsleitung. Im Oktober fanden erstmals Onlinekundentage statt. An vier tagen fanden mehrere Work- shops mit anschließender Fragerunde und rund 60 öffentliche und individuelle Live- maschinenvorführungen statt. ein voller erfolg, so die Geschäftsleitung. mit Sorge blickt das Unternehmen dagegen auf die Herausforderungen bei den Liefer- ketten. Sogar einfache Bauteile, die sonst binnen weniger tagen im Haus sind, konnten nur verspätet geliefert werden. Die Situation setzt sich auch im laufenden Jahr fort. db Bilanz und Ausblick der KLS Martin Group Zum Jubiläum auf Wachstumskurs TUTTLINGEN. Umsatzplus zum 125. Ge- burtstag: Die KLS martin Group, die unter anderem chirurgische Instrumente herstellt, setzte im zurückliegenden Geschäftsjahr 328 millionen euro um, was einer Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr ent- spricht. Laut Unternehmensmeldung haben dazu vor allem die Aktivitäten in den USA, Deutschland, Italien, China, Großbritan- nien, Spanien und Australien beigetragen. In seinem größten markt, den USA, wuchs der mittelständler sogar um mehr als ein Fünftel. Auch darüber hinaus war viel los im Jubiläumsjahr: Der medizintechniker bezog in mühlheim seine neue Produktionsstätte „Gebäude 70“, erweiterte eine in den Ver- einigten Staaten und eröffnete ein größeres Büro mit Ausstellungsraum im chinesischen Shanghai. Im laufenden Geschäftsjahr ste- hen weitere Bauvorhaben auf der Agenda, darunter die erweiterung des Logistikgebäu- des, eine neue Firmenzentrale in tuttlingen und ein neubau in den USA. Die Planungen hierfür laufen bereits. Außerdem soll das Pro- jekt „KLS One“ vorangetrieben und damit die Unternehmensstruktur verschlankt werden. Wie? Indem „aus den fünf deutschen Gesell- schaften der KLS martin Group mittelfristig ein Unternehmen“ wird, meldet die Gruppe. Die ersten Schritte hierzu wurden bereits 2021 gegangen, als die KLS martin medical GmbH & Co. KG in die Karl Leibinger medi- zintechnik eingegliedert wurde. Die mühlhei- mer Unternehmen rudolf Buck GmbH und die mondeal medical Systems GmbH sollen folgen. Für 2022 rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben mit einem zweistelli- gen Umsatzplus. ks

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