Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'22 -Südlicher Oberrhein
20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 4 | 2022 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein M an muss schon robust sein und ein bisschen was abkönnen. Für Püppchen ist das nix.“ Wenn Sabrina Pioch (Bilder oben und rechts) das sagt, spricht eine lebhafte junge Frau über ihren Job. Und der verlangt von ihr im Au- genblick nicht nur Widerstandskraft, sondern Motivation über das übliche Haltbarkeitsdatum hinaus. Und ohne Disziplin ginge auch nichts. Das liegt in erster Linie an ihrer Form der Aus- bildung: Ein Studium Plus hat sie sich ausgesucht. Das heißt: Lehre zur In- dustriemechanikerin bei Hansgrohe in Schiltach. Parallel dazu ein Studium in Maschinenbau/Mechatronik mit In- genieursabschluss. Nix für Püppchen? Schwer zu beurteilen. Auf alle Fälle ist es etwas für eine junge Frau, die beim Girls‘ Day vor einigen Jahren Blut ge- leckt hat. Oder sollte man besser sa- gen, dass ihr der Duft des Schmierfetts in die Nase gestiegen ist? „Alle in meiner Familie sind technisch versiert“, schmunzelt Sabrina Pioch. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie „ihren“ Girls’ Day damals bei Trumpf Laser in Sulgen absolviert hat. Ein Tag, an dem in jedem Jahr Mädchen in Kontakt mit den gern als solchen bezeichneten „Männerberufen“ kommen können, sollen und wollen. Sabrina Pioch war prädestiniert: Nach der zehnten Klasse wechselte sie aufs Technische Gymnasium in Schramberg, dem ging eine Phase in der Kindheit voraus, als „ich nur mit Autos und Lego gespielt habe, weil ich eben mit Jungs aufgewachsen bin“, re- sümiert die 21-Jährige. Auch heute findet sie es cool, zusammen mit einer weiteren jungen Frau als „Studium-Pluslerinnen“ das Team der drei männlichen Industriemecha- niker zu ergänzen: „Wir müssen genauso feilen wie sie“, fasst sie zusammen und er- gänzt: „Wir sind eine gute Truppe, die prima zusammenarbeitet!“ Das bestätigt auch Björn Thau. Er ist Ausbil- der in der Hansgrohe Talentschmiede und freut sich, dass er mit weiblichen Auszubil- denden in „Männerberufen“ nur die besten Erfahrungen macht: „Die jungen Frauen glänzen oft mit absolut präziser Arbeit!“ Den Girls‘ Day findet Björn Thau eine „prima Sache“, bei der Hansgrohe bereits seit 2007 mit von der Partie ist: „Dieser Tag ist für uns nicht mehr wegzudenken, er ist ein fest verankerter Aktionstag.“ Sabrina Pioch ist beileibe nicht das erste „Girl“, das bei Hansgrohe in einem als typisch eingestuf- „ Girls ‘ -Day-Erfolgsstory » Für Püppchen ist das nix « »Während der Pandemie haben wir für die Mädels Pakete gepackt mit Kabel, Batterie und einer LED-Lampe und mit ihnen dann online einen kleinen Motor gebaut« Sabrina Pioch studiert Maschinenbau parallel zur Ausbildung als Industriemechani- kerin bei Hansgrohe – eine Geschichte, die beim Girls‘ Day ihren Anfang nahm.
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