Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'22 - Hochrhein-Bodensee

18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 4 | 2022 REGIO REPORT  IHK Hochrhein-Bodensee 17 Krieg in der Ukraine Positionen von IHK-Hauptge- schäftsführer Claudius Marx und IHK-Präsident Thomas Conrady 19 „Eine Frage der Haltung“ Interview mit Christian Bücheler, Transco-Gruppe, zu Kriegsfolgen 20 IHK-Serie „Hoheitliche Aufgaben“ Schwerpunkt: Bauleitplanung 22 Exportzahlen im Kammerbezirk Positive Bilanz im Außenhandel 24 IHK-Serie „Tipp Topp“ Thema: Enterprise Europe Network 26 „Bildungspartnerschaften digital“ Projekt „Waldklassenzimmer“ ausgezeichnet 28 IHK-Woche der Nachhaltigkeit Interview mit Nachhaltigkeitsbera- terin Patricia Moock und Programm 32 Lehrgänge und Seminare der IHK Terminübersicht INHALT defizitäre Versorgungssicherheit könnten für viele Unternehmen zu einem sehr ernsthaften Problem werden.“ Die IHK erwartet für ihre Mitgliedsunternehmen schon jetzt weitrei- chende Folgen. Deren Ausmaß ist zwar aktuell noch nicht zuverlässig abzuschätzen, zu viel hängt von der Eskalationsdynamik – sowohl der kriegerischen Auseinandersetzungen, als auch der gegen Russland und Belarus verhängten Sanktionen und der erwartbaren Gegensank- tionen – ab. Sie werden aber in jedem Fall gravierend sein, schon, weil Sanktionen immer und notwendig negative wirtschaftliche Aus- wirkungen in beide Richtungen haben, auf der sanktionierten Seite – wo sie gewollt sind – ebenso wie auf der sanktionierenden, wo sie als negativer Rückschlag hingenommen und wirtschaftlich verkraftet werden müssen. Die Palette der Betroffenheit der Unternehmen reicht von eigenen Produktionsstätten mit eigenen Mitarbeitenden in Russland und/oder in der Ukraine über Im- und Exportbeziehungen in diese Länder bis zur mittelbaren Betroffenheit durch steigende Energiekosten, verteuerte Rohstoffe wie Metall und Holz oder un- terbrochene Lieferketten, etwa bei den Automobilzulieferern. Einige spüren die Auswirkungen bereits jetzt massiv, andere sehen einer bedrohlichen Entwicklung entgegen. Regionale Wirtschaft reagiert schnell „ Viele bleiben indessen nicht passiv. Sie kümmern sich ad-hoc um die Sicherheit ihrer Mitarbeitenden, sie sind bereit, an der Aufnah- me von Flüchtenden mitzuwirken und sie melden uns, dass sie ihre Geschäftsbeziehungen in Russland nun überdenken oder komplett einstellen werden“, sagt Thomas Conrady. „Es werden Spenden ge- sammelt, Transporte organisiert, Unterkünfte gesucht. Viele Unter- nehmen haben Mitarbeiter ukrainischer Herkunft, die jetzt mit ihren privaten Verbindungen und ihrer Sprachkenntnis helfen können. Die negativen Auswirkungen der Sanktionen auf die eigene Geschäfts- tätigkeit werden vielfach explizit akzeptiert, ja, Sanktionen werden sogar ausdrücklich unterstützt und gefordert. Die Haltung, die in all dem zum Ausdruck kommt, freut mich ungemein. Wir alle wissen, dass jenseits der wirtschaftlichen Betroffenheit nicht weniger als der Frieden in Europa auf dem Spiel steht – die Wirtschaft ist sich ihrer Verantwortung in dieser Situation bewusst.“ red (Stand des Beitrags: 21. März 2021) Themenseite Ukraine-Konflikt www.konstanz.ihk.de 5441582 IHK-Krisenkontakt 5441862 »Die Wirtschaft ist sich ihrer Verantwortung in dieser Situation bewusst« Thomas Conrady IHK-Präsident Claudius Marx und Thomas Conrady Bild: Achim Mende

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