Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'22 -Südlicher Oberrhein
17 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein 3 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten W as in unserer Umfrage besonders deutlich wurde: Die Unternehmen glauben fest an eine langfristige konjunkturelle Erholung. Und sie planen auch entsprechend“, begrüßte IHK-Präsident Eber- hard Liebherr die virtuell teilnehmenden Jour- nalisten aus den Räumen seiner Firma Ket- terer + Liebherr in Freiburg. Dieter Salomon ging zunächst auf die aktuelle Situation ein, die sich nahezu unverändert im Vergleich zur Herbstumfrage (WiS 11/2021) zeigt: „88 Pro- zent der Unternehmen geben an, derzeit über eine gute oder befriedigende Geschäftslage zu verfügen, nur zwölf Prozent bezeichnen sie als schlecht.“ Damit gebe es trotz der Delta- und Omikronwelle keinen neuen Ab- sturz. „Die Geschäftslage ist insgesamt fast unverändert gut, aber die Erholung verläuft holpriger als von vielen Experten erwartet“, fasst der IHK-Hauptgeschäftsführer zusam- men. Grund dafür sind Hindernisse wie knap- pe Transportkapazitäten, Lieferengpässe bei Vorprodukten sowie hohe Energie- und Roh- stoffkosten. Salomon: „Nicht zu vergessen der Fachkräftemangel, der sich inzwischen zu einem allgemeinen Arbeitskräftemangel entwickelt hat.“ Vorsichtiger Optimismus Der Blick auf die kommenden zwölf Monate bleibt wie die Geschäftslage fast unverän- dert. Der Index der Geschäftserwartungen sinkt um einen Punkt auf nun 21 Punkte. 32 Prozent der Unternehmen blicken wei- terhin optimistisch auf das Jahr 2022, elf Prozent befürchten einen konjunkturellen Abschwung. Die Stimmung sei laut Salomon „durch vorsichtigen Optimismus geprägt“. So liegt auch der IHK-Konjunkturklimaindex, der sich aus der aktuellen Geschäftslage und den Zukunftserwartungen zusammensetzt, bei 127 Punkten und damit ähnlich wie im Herbst (128 Punkte). Auch liegt er nun wieder gleichauf mit dem landesweiten Wert. Kaum Beschäftigungsverluste Die Arbeitslosenquote im Kammerbezirk beträgt derzeit 3,7 Prozent – vor zwei Jah- ren, vor Beginn der Pandemie, waren es 3,5 Prozent. Salomon: „Corona hat gesamt- wirtschaftlich verglichen mit anderen Wirt- schaftskrisen zu keinen großen Einbußen bei der Beschäftigung geführt, auch dank staatli- cher Maßnahmen.“ So planen die Unterneh- men auch wieder mehr Einstellungen, für den Hauptgeschäftsführer ein „Indiz dafür, dass sie an eine fortwährende konjunkturelle Ent- wicklung glauben“. Überraschend positiv gleichfalls das Inves- titionsklima: Jedes dritte Unternehmen will seine Inlandsinvestitionen in den kommen- den zwölf Monaten ausweiten – der höchste Wert seit Frühsommer 2018. Die IHK Südlicher Oberrhein hat erneut rund 1.000 Unternehmen um Auskunft über ihre derzei- tige Geschäftslage und ihre Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung gebeten. Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum Jah- resbeginn 2022 präsentierten IHK-Präsident Eberhard Liebherr und IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz. IHK-Konjunkturbericht zum Jahresbeginn Erholung holpriger als erwartet „ 44,8% 40,2% 48,4% 43,0% 46,2% 40,5% 12,2% 13,6% 11,1% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gesamtbezirk Nordbezirk Südbezirk gut befriedigend schlecht Geschäftslage 32,3% 27,9% 35,5% 56,6% 58,9% 54,8% 11,2% 13,2% 9,7% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Gesamtbezirk Nordbezirk Südbezirk besser gleichbleibend schlechter Geschäftserwartungen Geschäftslage und -erwartungen der Unternehmen am Südlichen Oberrhein nach Bezirk (Nord: Ortenau, Süd: Freiburg sowie die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald) Quelle: IHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2022
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5