Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

23 3 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Informationsveranstaltungen zur Berufsorientierung IHK beteiligt sich an Woche der Ausbildung S eit Beginn der Coronapandemie sind die Ausbildungszahlen bun- desweit rückläufig. Ein Grund dafür sind fehlende Angebote im Bereich Berufsorientierung, zum Beispiel Praktika, Bildungsmessen und Schnuppertage. Auch in der Region sind die Ausbildungszahlen zurückgegangen. Die IHK-Bildungsberater bieten zwar bereits digitale Beratungsange- bote an, und auch auf digitalen Bildungsmessen ist man vertreten. Im Rahmen der „Woche der Ausbildung“ will die IHK aber noch intensiver den Fokus auf die duale Ausbildung richten. Die Woche findet vom 14. bis 18. März statt. „Wir wollen gerade jetzt für die duale Ausbildung werben und An- gebote der Berufsorientierung bieten“, sagt IHK-Vizepräsidentin Bettina Schuler-Kargoll, die im IHK-Präsidium federführend das Thema Berufliche Bildung besetzt. Zusammen mit Clemens Boog, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses, und Miriam Kamme- rer, stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin im Bereich Bildung, hat Bettina Schuler-Kargoll deshalb beschlossen, sich an der Woche der Ausbildung, die jährlich von der Agentur für Arbeit ausgerufen wird, zu beteiligen. Die Bildungsberater bieten speziell für Schülerinnen und Schüler zwei digitale Informationsveranstaltungen zur Berufsorientierung am 15. und 17. März an. Am 15. März findet außerdem ein digita- ler Elternabend statt, an dem die Bildungsberater Eltern über die Möglichkeiten der dualen Ausbildung informieren. Ebenfalls am 15. März haben Ausbilder und Ausbilderinnen die Gelegenheit, sich über Ausbildungsmarketing zu informieren. „Darüber hinaus rufen wir Unternehmen auf, selbst in dieser Woche Angebote zur Berufsorientierung zu machen“, sagt Clemens Boog. Das könnten sowohl digitale Informationsveranstaltungen als auch Rundgänge durch das Unternehmen, ein Schnupperpraktikum oder Ähnliches sein. Alle diese Angebote können der IHK zugesendet werden, wo sie dann auf einer Übersichtsseite auf den IHK-Internet- seiten veröffentlicht werden. „Wir hoffen, dass viele Unternehmen diese Woche der Ausbildung nutzen und ein Angebot machen und so auch Fachkräfte für die Zukunft finden“, sagt Miriam Kammerer. Weitere Informationen sind abrufbar über die Internetseite der IHK unter www.ihk-sbh.de ( 5415256). Dort besteht auch die Mög- lichkeit zur Anmeldung. MK DREI FRAGEN an Bettina Schuler-Kargoll, Vizepräsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Welche Bedeutung hat generell die Berufsorientierung? Bettina Schuler-Kargoll: Angebote der Berufsorientierung, also Praktika, Messen, Beratung und Informationsveranstaltun- gen, sind für die Berufswahl von jungen Menschen von großer Bedeutung. In der „Woche der Ausbildung“ im März wollen wir sowohl für junge Menschen als auch für Eltern Angebote der Berufsorientierung bieten und auch Unternehmen dazu ermuntern, aktiv zu werden. In den vergangenen zwei Jahren ist vieles aufgrund der Coronapandemie ausgefallen, wir wollen in dieser Woche auf das Thema aufmerksam machen und dazu aufrufen, kreative und digitale Angebote zu schaffen. Warum soll ein junger Mensch eine duale Ausbildung beginnen? Eine duale Ausbildung bietet die perfekte Grundlage für jegliche berufliche Karriere. Sie ist solide, sicher und nachhal- tig. Es ist eine ideale Verbindung von Theorie und Praxis. Fachkräfte mit einer dualen Ausbildung sind sehr gefragt am Arbeitsmarkt, und das System der beruflichen Weiterbildung bietet viele Chancen, sich individuell nach der Ausbildung weiterzubilden. Außerdem verdienen Auszubildende ab dem ersten Arbeitstag. Es gibt allgemein eine Tendenz zum Studium. Gibt es aus Ihrer Sicht Nachteile der dualen Ausbildung gegenüber einem Studium? Nein, ich sehe da keine Nachteile. Das altbekannte Vorurteil, dass Akademiker mehr verdienen, ist durch viele Untersu- chungen widerlegt. Im Gegenteil, auf das gesamte Arbeitsleben gesehen, ist eine duale Ausbildung plus eine entsprechen- de Weiterbildung zum Techniker, Meister oder Betriebswirt die finanziell lukrativste Variante. Die duale Ausbildung, wie wir sie in Deutschland kennen, ist weltweit anerkannt und sie bildet nach wie vor das Rückgrat für unseren Mittelstand. Interview: MK Miriam Kammerer, Bettina Schuler-Kargoll und Clemens Boog (von links) werben für die Woche der Ausbildung. Bild: Lothar Kraus Miriam Kammerer, Bildung | Qualifizierung 07721 922-512 kammerer@vs.ihk.de

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5