Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'22 - Hochrhein-Bodensee
5 3 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten PANORAMA M arkenhersteller profitieren vom Kaufverhalten jüngerer Kun- den: 68 Prozent der 18- bis 24-Jährigen (Generation Z) und 58 Prozent der Millenials (25 bis 40 Jahre) gaben im „What Matters to Today‘s Consumer“-Report des Capgemini Research Institute an, im zurückliegenden Halbjahr direkt bei einer Marke gekauft zu haben. Auch bei 37 Prozent der Generation X (41 bis 56 Jahre) sowie bei 21 Prozent der Baby Boomer (57 bis 75 Jahre) hatten der tra- ditionelle Mehrmarken-Einzelhandel und Onlinemarktplätze das Nachsehen. Warum? Wegen des besseren Einkaufserlebnisses, sagen 60 Prozent der Befragten. Für 59 Prozent waren Treueprogramme entscheidend. Das heißt: Bieten Händler ihren Kunden attraktive Mehrwerte, geben diese bereitwillig Einblick in ihr Konsumverhalten und ihre Präferenzen. Angebote und Rabatte motivieren mehr als die Hälfte (54 Prozent), Informationen mit Unternehmen zu teilen - etwa Ein- zelheiten zum Umgang mit Produkten (45 Prozent) und persönliche Daten (39 Prozent). Nachhaltigkeit bleibt aus Kundensicht zentral. 60 Prozent ga- ben an, sich auch aufgrund dieses Aspekts für oder gegen einen Händler beziehungsweise eine Marke zu entscheiden. Für mehr Nachhaltigkeit greifen die Kunden auch tiefer in die Tasche: 44 Prozent würden mehr für Lebensmittel ausgeben, die nachhaltig verpackt sind. Allen voran die Generation Z (64 Prozent) und die Millenials (54 Prozent). Konsumtrends Junge Kunden zieht es zur Marke D ie Mitglieder der WVIB Schwarzwald AG sind gut durch das zweite Coronajahr gekommen: In der aktuellen WVIB- Konjunkturumfrage, die der Verband Anfang Februar vorgestellt hat, beziffern sie ihr Umsatzplus im Schnitt auf 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2020: minus 8,4 Prozent). Knapp 82 Pro- zent gaben an, dass sie ihre Umsätze in 2021 steigern konnten (2020: 23 Prozent). Ein Blick auf die Zahlen aus dem ersten Jahr der Coronapandemie zeigt, wie enorm dieser Sprung ist – hatten damals doch fast drei Viertel sinkende Zahlen beklagt. Unter den im WVIB vertretenen Branchen hat die Mess- und Re- geltechnik mit einem Plus von 20,9 Prozent die beste Umsatzent- wicklung erzielt, gefolgt von Kunststoff mit 19,6 Prozent. Platz drei belegt die Elektrotechnik mit 18,5 Prozent. Der Positivtrend setzte sich in der Auftragslage fort. 2021 ist diese, so die Studie, um 22,1 Prozent gestiegen (2020: minus 5 Prozent). Die Studie basiert auf den Antworten von mehr als 10.000 Ver- brauchern über 18 Jahre aus verschiedenen Ländern - darunter Deutschland, Frankreich und Italien, Australien, Kanada und den USA. ks Vorsichtiger Optimismus Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Gros der Auftragsbücher wider: Bei 69 Prozent sind diese voller als in 2020, gleichbleibende Eingänge melden 22 Prozent, rückläufige dagegen nur 9 Prozent (2020: 54 Prozent). Trotz der verbesserten Wirtschaftslage sank die Investitionsquote von 6 auf 4 Prozent. Künftig solle sich dies wieder ändern: Knapp die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) rechnet im nächsten Halbjahr wieder mit mehr Investitionen. Kaum ein Vertreter der regionalen Industrie erwartet sinkende Umsätze in den kommenden sechs Monaten. Die Mehrheit, 55 Prozent, geht vielmehr von steigenden Umsätzen aus, während 40 Prozent schätzen, dass der Status quo erhalten bleibt. Bekannte Sorgenkinder Interessante Einblicke brachten auch die Antworten auf die Zusatz- frage „Was ist 2022 für Sie das drängendste Problem?“: Spitzen- reiter unter den Sorgen waren Unterbrechungen in der Lieferkette (46 Prozent), Personalmangel (22 Prozent) und die Coronapandemie samt Maßnahmen zu deren Eindämmung (18 Prozent). Als weniger bedenklich werden Spannungen im globalen Wettbewerb sowie stei- gende Energiekosten (beide 3,4 Prozent) empfunden. Schlusslicht war die steigende Staatsverschuldung, diese beunruhigte gerade mal ein halbes Prozent der Antwortenden. Für seine Konjukturumfrage hat der WVIB mehr als 1.000 Indus- trieunternehmen befragt. ks WVIB-Konjunkturumfrage Industrie wieder auf Vor-Corona-Kurs Bild: Adobe Stock/oatawa Bild: Adobe Stock/oneinchpunch
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