Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'22 - Hochrhein-Bodensee

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2022 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee IHK-Konjunkturumfrage Omikron setzt Teilen der Wirtschaft stark zu IHK stellt ihren Wirtschaftsbericht zum Jahreswechsel 2021/2022 vor. Fazit: Handel und Dienstleis­ tungen leiden unter Einschränkungen, produzierendes Gewerbe ist gut ausgelastet, CoronaPandemie, Fachkräftebedarf und gestiegene Energiepreise gelten als Konjunkturrisiko. D ie seit Herbst verschärften Corona- maßnahmen und die damit verbun- denen Einschränkungen in Teilen der Wirtschaft zeigen sich in den Ergebnissen der Konjunkturumfrage der IHK zum Jah- reswechsel, an der rund 150 Unternehmen teilgenommen haben. Die Erwartungen über den weiteren Verlauf der Konjunktur sind bei den Unternehmen im IHK-Bezirk im Vergleich zum Herbst zurückgegangen. Insbesondere der Handel und Teile der Dienstleistungsun- ternehmen leiden wieder oder immer noch unter den Auswirkungen der Coronaein- schränkungen. „Das produzierende Gewerbe ist momentan der konjunkturelle Lichtblick“, so Alexander Graf, bei der Kammer zustän- dig für die Konjunkturumfrage. „Zwar sind sämtliche Branchen von den globalen Liefer- kettenproblemen, den gestiegenen Energie- preisen und dem Fachkräftebedarf betroffen, dennoch kommt das produzierende Gewer- be am Standort bisher am besten durch den Winter.“ Der von der IHK errechnete Index für das Konjunkturklima in der Region sinkt von 122 Punkten in der Herbstbefragung auf 120 Punkte zum Jahreswechsel. Damit liegt die Region weiter unter dem Landesschnitt von 134 Punkten. Geschäftslage Die Geschäftslage zeigt sich mit einem Wert von 124 Punkten gegenüber dem Herbst (127 Punkte) leicht rückläufig. Dabei entwickeln sich die Branchen weiter sehr unterschiedlich. Lage in der Industrie positiv Die Einschätzungen der Produktionsbetriebe haben sich gegenüber der Herbstbefragung verbessert. Mit einem von 138 auf 145 gestie- genen Indikatorwert für die Lage der Indus– trieunternehmen in der Region setzt sich die Erholung weiter fort. Mehr als die Hälfte der Unternehmen spricht dabei aktuell von einer guten Geschäftslage. Der Anteil der Unterneh- men, die ihre Lage als schlecht bezeichnen, ist seit Herbst von zehn auf zwölf Prozent leicht gestiegen. Zugenommen hat dagegen der Auslastungsgrad der Kapazitäten. Mit rund 88 Prozent liegt er wieder deutlich über dem langjährigen Mittel. Diese Entwicklung deckt sich auch mit der derzeitigen Tendenz in den Auftragseingängen, die bei jedem zweiten Be- trieb steigend und bei lediglich zwei Prozent fallend (Herbst: 16 Prozent) ist. Die regionalen Produktionsbetriebe kämpfen weiter mit den international anhaltend gestörten Lieferket- ten. Das hat teilweise auch Auswirkungen auf die Ertragslage. Diese bezeichnen aktuell 15 Prozent der Betriebe als schlecht: drei Pro- zentpunkte mehr als im vergangenen Herbst. Regionaler Handel verschlechtert Die Einschätzung der Geschäftslage im Handel fällt zum Jahreswechsel insgesamt negativer aus als noch im Herbst. Waren es damals 29 Prozent, die von einer guten Geschäftslage sprachen, so sind es aktuell noch 19 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Händler, die sich in einer schlechten Geschäftsla- ge befinden, von 13 auf 22 Prozent erhöht. Weiter berichten 57 Prozent der Betriebe von Bild: IHK Hochrhein-Bodensee Februar 2022

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