Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'22 - Hochrhein-Bodensee
18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2022 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee 17 Digitaler Ausfuhrschein Kammern fordern Tempo 18 „Überfällig und alternativlos“ IHK-Hauptgeschäftsführer im Interview 20 IHK-Konjunkturumfrage Omikron setzt Teilen der Wirtschaft stark zu 22 Expo 2022 IHK-Präsident besucht Weltaus- stellung in Dubai 24 Standorthelden Kräfte bündeln für die Region 26 Krisenmanagement Informationen zum Tagesseminar 28 Veranstaltung zu Smart Services Dienstleistungen neu denken 31 Öffentliche Bekanntmachungen Aufgabenübertragung EMAS (Öko-Auditierung) 32 Lehrgänge und Seminare der IHK Terminübersicht INHALT Wie sieht die digitale Lösung für die Mehrwertsteuer aus? Die digitale Lösung könnte so aussehen, dass der Kunde aus der Schweiz, dessen Identität und Wohnsitz geprüft und im System hinterlegt wurden, die relevanten Daten seines Einkaufs im Geschäft seiner Wahl auf sein mobiles Endgerät/Smartphone übertragen erhält. Die dafür entwickelte, georeferenzierte Applikation würde die Daten an den Zoll weiterleiten. Von dort erhielte der Kunde eine Rückmeldung, optional könnte auch die Frage einer Kontrolle beim Grenzübertritt (Stop oder Non-Stop) an dieser Stelle geregelt werden. Der tatsächliche Ausfuhrvorgang (Grenzübertritt der Ware) würde durch die Bewegung des registrierten und personalisierten Mobil- telefons festgestellt, übermittelt und bestätigt. Die Beamten der Zollverwaltung würden von der händischen Bestätigung in jedem einzelnen Falle befreit und könnten sich auf die Stichprobenkontrolle beschränken, der Verkehrsfluss würde erheblich verbessert. Für den Einzelhandel würden die relevanten Daten so aufbereitet und über- mittelt, das dies den Anforderungen der Finanzverwaltung genügt. Mit welchem Zeithorizont rechnen Sie bezüglich der Realisierung? Das lässt sich derzeit nicht belastbar abschätzen. Immerhin herrscht endlich Einigkeit bei den Entscheidungsträgern beim Bund - die zuvor blockierten Mittel wurden freigegeben. Jetzt kann es also losgehen. Die Komplexität des Projekts ist freilich hoch: Einzelhan- del, Zoll und Finanzverwaltung müssen kooperieren und, auch das ist ein Parameter des Erfolges, der Kunde muss die so gefundene Lösung akzeptieren. Denn nur, wenn das System auch angenom- men wird, kann es sich wirtschaftlich rechnen und die erhofften Entlastungseffekte bringen. Seit etwas mehr als zwei Jahren gibt es die Bagatellgrenze von 50 Euro. Steht die nun auf dem Prüfstand? Die Bagatellgrenze entfällt nach Paragraph 6 Absatz 3a Satz 2 Umsatzsteuergesetz zum Ende des Jahres, in dem die Ausfuhrnach- weise erstmals elektronisch erteilt werden. Nach Auffassung des Bundesrechnungshofes soll dies allerdings nicht nur an der Grenze zur Schweiz, sondern „an allen Drittlandsgrenzen“ und damit auch an den Flughäfen der Fall sein müssen. Wie wichtig wäre ein digitales Ausfuhrverfahren für den grenzna- hen Einzelhandel? Die Bedeutung der grenzüberschreitenden Konsumnachfrage für unsere Region ist groß. Die digitale Abfertigung der Ausfuhr liegt IHK-Hauptgeschäftsführer Claudius Marx erklärt, wie der digitale Ausfuhrschein in der Praxis aussehen könnte und warum sich die IHK mit Nachdruck dafür einsetzen wird. » Überfällig und alternativlos « IHK-Hauptgeschäftsführer im Interview
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