Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'22 -Südlicher Oberrhein

45 2 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten KURZ NOTIERT Die Westiform-Gruppe aus Ortenberg hat zum ersten Januar die Nordlicht GmbH mit Sitz in Friedrichsdorf (Rhein-Main-Gebiet) von der Arnold AG übernommen. Neuer Geschäfts- führer ist Nils Brucker, die bisherige Geschäfts- führerin, Kerstin Daudert, wird Brucker noch bis April unterstützen, um so die reibungslose Über- gabe zu gewährleisten.Westiform stellt Leucht- werbeanlagen, POS-/Shopfitting-Elemente, technische Kunststoffteile und Digital-Signage- Elemente her. 2021 hat das Unternehmen, das zur Pentapart Beteiligungsgesellschaft gehört, die auf Beleuchtungsschilder für Supermärkte spezialisierte Gaggenauer Firma Dambach übernommen. Neben dem Automotive-Bereich sowie dem Lebensmitteleinzelhandel erweitert Westiform mit der Übernahme von Nordlicht das Leistungsspektrum auf die Bereiche Archi- tektur, Lichtsteuerung und Lichtgestaltung. Das Unternehmen beschäftigt derzeit circa 160 Mit- arbeiter. Für 2022 ist nach eigenenAngaben ein mittlerer zweistelliger Millionenumsatz geplant. Vergangenen Dezember hat die Stiegler In- ternet Service GmbH den Internetanbieter Telsakom GmbH aus Sasbachwalden (Or- tenaukreis) erworben. Zum Kauf gehören laut Unternehmensmeldung deren Netze vor Ort, in Waldachtal, Pfalzgrafenweiler undWörnersberg (alle drei Landkreis Freudenstadt), Lenningen (Landkreis Esslingen), Pleidelsheim (Landkreis Ludwigsburg) und Simmersfeld (Landkreis Calw). Diese grenzen mehrheitlich an bereits bestehende Versorgungsgebiete von Stiegler Internet Service, dessen unternehmerischer Fo- kus auf demAusbau der Internetversorgung im ländlichen Raum liegt. Neben mehr als 2.000 DSL- und Glasfaser-Kunden hat das Unterneh- men mit Sitz in Schönau im Schwarzwald auch alle Mitarbeiter von Telsakom und dessen Ge- schäftsführer übernommen. Die Freiburger Schwarzwaldmilch-Gruppe verzichtet laut einer Pressemeldung vom Dezem- ber 2021 darauf, die Arbeiten an ihrer geplan- ten Käsemanufaktur in Titisee-Neustadt fortzu- führen. Als Grund wird der Preisanstieg in der Baubranche genannt. Aus Sicht von Schwarz- waldmilch-Geschäftsführer Andreas Schneider erlaube es die Kostensituation daher nicht, das Vorhaben „unter demAspekt derWirtschaftlich- keit nachhaltig weiterzuverfolgen“. Ursprünglich angedacht war eine Käseproduktion mit dazu- gehörigem Restaurant, einemMarktbereich und einem Erlebnisrundgang. Neues Joint Venture Solarbranche am Standort Freiburg wächst FREIBURG. M10 Solar Equipment GmbH – so heißt das im November 2021 gegründete Joint Venture des Freiburger Automatisierungsun- ternehmens M10 Industries AG und der Todtnauer Zahoransky AG, die unter anderem im Maschinenbau aktiv ist. Beide bündeln darin ihre Kompetenzen in den Bereichen Photovoltaik (PV) sowie Ferti- gungs- und Automatisierungstechnik. Herzstück des Start-ups ist eine neue Verschaltungsanlage, die klassische Siliziumsolarzellen nach der „Schindel-Matrix“-Technologie automatisiert zu PV-Modulen zusammensetzt. Mitarbeiter von M10 Industries und vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) haben diese innerhalb des Forschungsprojekts „Shirkan“ entwickelt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wurde. Um die neue Anlage im PV-Markt etablieren zu können, hat M10 Industries einen Partner gesucht und diesen in Zahoransky gefunden. Wie funktioniert die M10-Schindel-Matrix-Solarzellen-Verschaltungs- anlage? Vereinfacht erklärt, ordnet sie die PV-Zellen, die die Form von Solarzellstreifen haben, abstandsfrei, überlagernd und versetzt an und verbindet diese mit einem leitfähigen Kleber. So entsteht eine homogene Fläche in der Optik eines Mauerwerks. Über die weite- ren Eigenschaften der PV-Module sagt Michael Kröffges, Business Development Manager bei M10 Industries: „Die Solarzellen sind so geschaltet, dass der Stromfluss nur punktuell ausfällt, wenn Laub oder Wolken für Schatten sorgen, und nicht in der gesamten Reihe unterbrochen wird. Daher erzeugen die PV-Module vergleichsweise mehr Strom.“ Die Verschaltungsanlage von M10 Solar Equipment kann sowohl flache als auch bis zu einem gewissen Grad gekrümm- te Solarmodule herstellen, neben Quadraten und Rechtecken sind auch Dreiecke möglich. „Durch diese Flexibilität können Architekten die Module zum Beispiel großflächig in Hausfassaden einplanen und somit unscheinbar ästhetisch implementieren. Auch der Einsatz auf Autodächern und der Außenhaut von Schiffen ist denkbar.“ Die erste Anlage hat M10 Solar Equipment bereits verkauft. Aktuell arbeiten 20 Mitarbeiter in Freiburg daran, diese bis zum Frühsommer 2022 in Serie fertigen und vertreiben zu können. Zielmarkt ist Euro- pa. Mit diesem Fokus solle die gerade wieder erwachte Solarindustrie auf dem Kontinent gestärkt werden, betont Michael Kröffges. ks Die M10-Schindel-Matrix-Solarzellen-Verschaltungsanlage, für die das Joint Venture gegründet wurde.

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