Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'22 -Südlicher Oberrhein
44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 2 | 2022 Unternehmen Neue Photovoltaikanlage Strom für die Freiburger Großmarkthalle FREIBURG. Die Solar-Bürger-Genossen- schaft eG (Solargeno) plant, installiert und betreibt Photovoltaikanlagen (PV) – seit Ende vergangenen Jahres auch jene auf dem Dach der Landwirtehalle auf dem Großmarktgelän- de in Freiburg. Deren Kosten lagen bei rund 30.000 Euro. „Den Anstoß zu diesem Projekt gab das städtische Umweltschutzamt“, sagt Solargeno-Vorstand Burghard Flieger. Die Leistung der PV-Anlage liegt bei 30 Kilowattpeak (kWp), sodass sie jährlich rund 28.500 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen kann. Die netztechnischen Gege- benheiten auf dem Gelände sowie am An- schlusspunkt in das öffentliche elektrische Versorgungsnetz erlauben derzeit keine größere Anschlussleistung, obwohl auf dem Großmarktgelände reichlich Dachflächen zur Verfügung stehen. Burghard Flieger geht davon aus, dass mindestens 80 Prozent des erzeugten PV-Stroms vor Ort genutzt werden und der übrige Teil ins öffentliche Netz ein- gespeist würde. Die Großmarkthalle könne damit etwa zehn Prozent ihres Eigenbedarfs decken. Wie viel die Kunden für den Solarstrom von Solargeno zahlen, hängt maßgeblich mit den Kosten zusammen, die die PV-Anlagen zum Zeitpunkt der Installation verursachen. „Da sich diese im Nachhinein nicht mehr verän- dern, können wir für den Eigenstromanteil bei der Stromlieferung über mehrere Jahre faktisch konstante Preise festlegen und sind unabhängig von deren Entwicklung auf dem Energiemarkt“, sagt Burghard Flieger. „Wich- tig ist allerdings zu wissen, dass sich der Lie- ferpreis für den Strom nicht allein von dem PV-Strompreis abhängt, sondern auch vom gelieferten Reststrompreis mitbestimmt wird.“ Seit Jahresbeginn gilt in Baden-Württemberg eine Solarpflicht für Dächer von gewerbli- chen Neubauten. ks Privatbank im Südwesten Merck Finck legt unbeeindruckt von Corona zu ROTTWEIL. Als Guido Singer den Merck- Finck-Standort Rottweil im Jahr 2005 eröff- nete, war die Mitteilung bei den Kollegen in Frankfurt und Stuttgart für ein paar Lacher gut: „Er ist ein echter Rottweiler“ hieß es da in der hausinternen Kommunikation. „Ei- nige wünschten sich gleich Fotos des Vier- beiners“, erinnert sich Standortleiter Singer schmunzelnd. Tatsächlich rieben sich damals auch viele in der Region erstmal verdutzt die Augen. Die Privatbank Merck Finck wurde 1870 in Mün- chen gegründet und ist mit ihren bundesweit 16 Standorten heute Teil der Luxemburger Quintet Private Bank. Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München ... – und Rottweil. War- um eine Privatbank zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb? „Genau deshalb“, erklärt Guido Singer, der – ebenso wie sein fünfköpfiges Team – aus der Region stammt und sich auch privat dort engagiert, unter anderem als sportlicher Leiter des Perspek- tivkaders beim Handballbundesligisten HBW Balingen-Weilstetten. „Die Region zwischen Freiburg, Bodensee und Stuttgart ist eine der stärksten Mittel- standsregionen. Und warum soll man die Unternehmer unbedingt aus einer Metropole heraus betreuen? Das machen doch alle. Wir sind lieber gleich hier vor Ort.“ Merck Finck bietet von Rottweil aus strategi- sche Vermögensplanung und Vermögensver- waltung für Unternehmerfamilien, vermögen- de Privatkunden, aber auch gemeinnützige Stiftungen und Unternehmen. Die Privatbank berät zu Anlagen beispielsweise in Wertpa- pieren, Immobilien, Agrarflächen, Wald sowie Private Equity und verfolgt einen ganzheitli- chen Ansatz bei der Finanzplanung. Der Erfolg gibt dem Standort seit 17 Jahren Recht. Auch in der Pandemie hat er gut per- formt: Blickte man schon im ersten Coro- najahr auf ein „herausragendes“ Ergebnis zurück, „war 2021 das bisher erfolgreichste Jahr des Standortes“, so Singer. Die Zahl der Kunden wuchs 2021 um zehn Prozent. Das verwaltete Vermögen legte in den vergange- nen beiden Jahren um insgesamt 40 Prozent zu. Weitere Angaben möchte die Bank dazu nicht machen. Für Guido Singer hat das Wachstum meh- rere Gründe: „Zum einen durch die gute Performance der getätigten Investments, zum anderen durch Vermögen, die unsere Kunden von anderswo zu uns transferiert haben.“ Auch Neukunden hat der Rottweiler Standort in der Pandemie gewinnen können, „trotz Lockdowns und eingeschränkter Be- suchsmöglichkeiten“, wie Singer sagt. „Weil der Großteil unserer Kunden auf Empfehlung kommt, bedeutet das schon einen Vertrau- ensvorschuss, sodass sich ein gutes Ken- nenlerngespräch zurnot auch mal via Teams führen lässt.“ uh Merck-Finck-Standortleiter Guido Singer in der traditionsreichen Unternehmervilla Duttenhofer in der Rottweiler Königstraße. Vor vier Jahren zog die Privatbank dorthin um. Bild: Ralf Graner
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