Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'22 -Südlicher Oberrhein
42 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 2 | 2022 Unternehmen Investition für mehr Wachstum Carla Cargo baut Produktionshalle in Herbolzheim KENZINGEN. „Im Optimalfall kann eine Carla ein Auto ersetzen“, sagt Bertram Jakob, Projektmanager der Carla Cargo Engineering GmbH. Carlas sind Schwerlastanhänger für Fahrräder, die bis zu 200 Kilogramm plus Fahrer transportieren können. Werden zwei zu einem sogenannten Carla-Zug hinterein- andergeschaltet, lassen sich damit sogar 500 Kilogramm bewegen. Noch produziert das 2018 gegründete Un- ternehmen seine Anhänger, die es mit ma- nuellem und elektrischem Antrieb gibt, im Kenzinger Stadtteil Bombach. Wenn alles nach Plan läuft, wird Carla Cargo die Fer- tigung noch dieses Jahr nach Herbolzheim verlagern. Dort hat das Start-up Ende letz- ten Jahres ein 2.500 Quadratmeter großes Gelände gekauft, auf dem in den nächsten Monaten eine neue Produktionshalle entste- hen soll. „Das neue Firmengebäude fügt sich stimmig in den bestehenden Buchenbaumbe- stand ein und basiert auf einer ökologischen Holzständerbauweise“, sagt der Projektleiter. „Unser Anspruch ist es, alles aufs Fahrrad zu bringen. Um diesem gerecht werden zu können, wollen wir uns 2022 vergrößern. In Zahlen heißt das: Wir planen, unsere Produk- tionskapazitäten von derzeit 500 bis 1.000 Anhänger pro Jahr auf 2.000 bis 3.000 Stück zu erhöhen und im neuen Carla-Heim wei- tere klimafreundliche Transportkonzepte zu entwickeln.“ Zum aktuell 15-köpfigen Team sollen perspektivisch noch fünf neue Kolle- gen hinzukommen. Mit dem Umzug nach Herbolzheim minimiert Carla Cargo zugleich die Transportwege zwi- schen sich und der Wecubex Systemtechnik GmbH, die die Stahlrahmen der Carlas pro- duziert und pulvert. Das neue Areal liegt in direkter Nachbarschaft zum Geschäftspart- ner. „Einem klimafreundlichen Werksverkehr mit unseren Carlas selbst steht dann nichts mehr im Weg“, sagt Jakob. Während Carla Cargo die Schwerlastanhän- ger entwirft, montiert und international über Händlernetzwerke und Distributoren vertreibt, arbeitet das Unternehmen mit mehreren Part- nern zusammen, um maßgeschneiderte und serienmäßige Transportboxen anbieten zu können. Individuelle Boxen entstehen in der Freiburger P3-Werkstatt gGmbH, während ein Industriepartner aus Frankreich standardisier- te Modelle herstellt. Da es sich bei den Fahr- radanhängern um reine Arbeitsgeräte handelt, fokussiert sich Carla Cargo auf Geschäfts- kunden. „Wir beliefern Paketdienstleister, die Päckchen auf den letzten Metern klimaneutral ausliefern möchten, ebenso wie Kommunen, die unsere Anhänger schon mal nutzen, um damit wild abgestellte Leihfahrräder einzusam- meln. Zu unseren Kunden zählen aber auch Bäcker und Bestatter“, sagt der Projektmana- ger. „Als nachhaltige Transportlösung kommen die Carlas auch international gut an und sind bereits in Europa, Australien, Großbritannien und den USA unterwegs.“ In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe man so allein 500 Carlas für Kuriere des Onlinehändlers Amazon nach New York City liefern können. ks KURZ NOTIERT Veränderungen beim südbadischen Bü- rodienstleister: Die Resin IT und Office GmbH mit Standorten in Binzen, Freiburg und Waldshut hat zum ersten Januar die Nachfolge der 1992 aus der Einzelfirma Friedrich Resin hervorgegangenen KG an- getreten. Neuer geschäftsführender Gesell- schafter ist der bisherigeVertriebsleiter und Prokurist Hannes Schwöppe. Friedrich I. Re- sin bleibt vorläufig Mehrheitsgesellschafter der neuen GmbH. Die Kommanditisten Heidi Tilz und Bernd Thörmer üben in der neuen Gesellschaft altersbedingt keine Funktion mehr aus. Die Leitungsstruktur bleibt un- verändert. Das Unternehmen beschäftigt derzeit insgesamt circa 100 Mitarbeiter. Zum 1. Januar 2022 hat die Schwarz- waldeisen-Gruppe aus Lahr die Eisen Ganz GmbH , einen mittelständischen Groß- händler für Stahl, Sanitär und Bauelemente mit Sitz in Bietigheim, übernommen. Mit die- ser Akquisition hat sich die Unternehmens- gruppe, die mit Stahl sowie mit Objekttüren und -toren handelt, breiter aufgestellt. Die bisherigen Geschäftsfelder von Eisen Ganz wurden intern aufgeteilt: Für Türen und Tore ist die Schwarzwaldelemente GmbH verant- wortlich, für Stahl die Schwarzwald Eisen- handel GmbH & Co. KG. Alle Arbeitsplätze blieben erhalten. Im vergangenen Jahr er- zielte die Schwarzwaldeisen Gruppe circa 150 Millionen Euro Umsatz und beschäftigte mehr als 350Angestellte. Neben der Region Baden ist sie auch an drei Stahlstandorten im Westerwald und im Rheinland aktiv. In der bisherigen Montagehalle in Kenzingen-Bombach nehmen die Carlas Form an.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5