Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'22 -Südlicher Oberrhein

22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 2 | 2022 REGIO REPORT   IHK Südlicher Oberrhein S eit mehr als 20 Jahren unterstützt die Europäi- sche Union über ihr Programm Interreg grenz- überschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten als Teil ihrer Struktur- und In- vestitionspolitik. Im Fokus hat sie dabei Kooperatio- nen, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel Projekte, in denen es um Verkehr, Arbeitsmarkt oder Umweltschutz geht. Mittlerweile ist das Programm mit „Interreg VI“ in sei- ner jüngsten Runde am Start, und die Förderperiode 2021 bis 2027 ist in Arbeit. Als es 2019 darum ging, die Mittel für diesen Zeitraum zuzuweisen, forderte die EU-Kommission von den verschiedenen Interreg- Projekten, sich auf eine begrenzte Anzahl von Zielen zu fokussieren. Mit dem Ergebnis: Um ein Haar wären die Beihilfen für KMU am Oberrhein gestrichen worden. Denn: In den 2019 veröffentlichten strategischen Leitlinien für das Programm gab es Zweifel am Nutzen der Förderung von Klein- und Mittelbetrieben über den Interreg-Pro- jektfonds: „Es gelingt dem Programm nur bedingt, die KMU am Oberrhein zu erreichen und sie zur direkten Beteiligung an den geförderten Projekten zu bewegen“, hieß es darin. Die Frage stand im Raum, ob Unterneh- men auf andere Fonds verwiesen werden sollen und die KMU-Förderung dem Rotstift geopfert wird, um all- gemeineren Zielen wie Ökowende oder Digitalisierung den Vorrang zu geben. Undenkbar für die Industrie- und Handelskammer Al- sace Eurométropole, die fest an das Innovationspotenzi- Die WiS arbeitet mit der elsässischen IHK-Zeitschrift „Point éco“ und dem Wirtschaftsmagazin „Wima“ der IHK Karlsruhe zusammen und veröffent- licht gemeinsame Beiträge wie diesen. Blick von Kehl über den Rhein nach Straßburg, auf die Europabrücke (l.) und die Beatus- Rhenanus-Brücke. Bild: 07/17 Photo, Adobe Stock Beim grenzüberschreitenden EU-Finanzierungsprogramm „Interreg VI“ stand das Ziel der Förderung von KMU auf der Kippe. Nun wird es doch aufrechterhalten. Unter einer Bedingung: Die Unternehmen müssen stärker in die Projekte einbezogen werden. Kooperationsprogramm Interreg VI in den Startlöchern Unterstützung für KMU bleibt

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