Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
45 1 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Kompetenzzentrum Tourismus im Schwarzwald am Start Hingucker stylische Fassade FREIBURG. Mitte November wurde das „Kompetenzzentrum Tourismus im Schwarz- wald“ eingeweiht. Elf verschiedene touristi- sche und tourismusnahe Firmen, darunter die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) und als Hausherren die „land in sicht“ AG, teilen sich die rund 2.000 Quadratmeter Büroflä- che in einer ehemaligen Fabrikhalle in der Wiesentalstraße. Das Zentrum versteht sich als zentrale Anlaufstelle für touristische An- bieter in der Region. In den Umbau des zwei- stöckigen Gebäudes hat „land in sicht“ rund 1,8 Millionen Euro gesteckt, hinzu kommen die Investitionen der Mieter in ihre eigenen Räumlichkeiten. Besonderes Markenzeichen und eine Art Visitenkarte sind die kunterbun- ten Außenwände des Gebäudes, die ebenfalls im November vorgestellt worden waren. Sie- ben Street-Art-Künstler aus dem Schwarz- wald haben dafür in sechs Kunstwerken ihr kreativ-buntes Bild der Ferienregion an die Fassaden gesprüht. Sie waren die Sieger des „1. Black Forest Streetart-Contest“, den die STG im Sommer ausgelobt hatte. uh Trötschler Industrie- und Gewerbebau 25 Jahre in der Region aktiv MARCH. „Im Interesse des Bauherren und des Bau- vorhabens zu agieren und nicht in erster Linie auf den maximalen Gewinn orientiert“ – dies ist, so Norbert Trötschler, die Philosophie seines Unternehmens. Und das seit 25 Jahren. Dieses Jubiläum feierte die Trötschler Industrie- und Gewerbebau GmbH vergangenes Jahr. 1996, nachdem der studierte Architekt bereits einige Jahre als Angestellter im Gewerbe- und Industriebau gearbeitet hatte, machte er sich in diesem Bereich selbstständig. Nicht, wie es in dieser Zeit üblich war, als Freiberufler, sondern mit einer GmbH. Allerdings startete er, typisch für viele Gründer, in der eigenen Wohnung. Im Laufe der Jahre ist das Unternehmen auf zehn Mitarbeiter angewachsen, die im Wohnhaus Trötschlers in March-Hugstetten zwei Etagen belegen. Von dort aus planen sie Industrie- und Gewerbebauten in ganz Baden. Entweder fungieren sie als General- unternehmer oder – meist wenn sie für öffentliche Auftraggeber arbeiten – als Architekten. Das größte Projekt, das Norbert Trötschler und seine Mitarbeiter in den 25 Jahren realisiert haben, ist der Neubau der Offenburger Firma Kratzer im Jahr 2018, der ein Volumen von rund 8,3 Millionen Euro hatte. Weitere bekannte sind das Dreiecklandmuseum in Heitersheim und die Lofts in der ehemaligen Riegeler-Brauerei. Dazu kommen viele Büro-, Lager- und Produktionsgebäude in der Region. Aber auch Schulen oder Küchenstudios hat das Unternehmen neu oder umgebaut. Besonders am Herzen liegt Norbert Trötschler, dass bei Bauvorha- ben auf regenerative Energien gesetzt wird, sagt er. So habe er von Anfang an Wärmepumpen in die Gebäude eingebaut. Trötschler hebt zudem zwei Pilotprojekte im Bereich regenerative Energien hervor, an denen er be- teiligt war beziehungsweise ist: einen Neubau für die Firma ICMC im Gewerbepark Breisgau aus dem Jahr 1996, den er zusammen mit der Firma Viessmann rea- lisiert hat und bei dem eine Sole-Wasser-Wärmepumpe eingebaut wurde. Und ein aktuelles Projekt des Abwas- serzweckverbands Staufener Bucht, bei dem es ums Aufbereiten von Klärschlamm und dabei unter anderem das Rückgewinnen von Phosphor geht. Als Herausforderungen bezeichnet er Ereignisse von au- ßen, auf die er keinen Einfluss hat – den Börsencrash, als im Jahr 2000 die Dotcom-Blase platzte, die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008, als nach der Lehman-Pleite viele Firmen ihre Bauvorhaben verschoben oder absagten, und nun die Coronapandemie. Diesmal sind die Aufträge nicht weggebrochen, dafür ist er mit Lieferengpässen auf den Baustellen konfrontiert. Unter seinen Beschäftigten sind stets Auszubilden- de – künftige Bauzeichner und Industriekaufleute. Das „frische Blut“ sei gut fürs Unternehmen, sagt Norbert Trötschler. Ihn freut es, dass auch seine Kinder Jasmin Berger (36) und Patrick Trötschler (34) ins Unterneh- men eingestiegen sind und ihm einmal an der Spitze nachfolgen werden. Die Betriebswirtin Berger arbeitet seit 2017 im Familienbetrieb als Prokuristin. Ihr Bruder ist Architekt und vor einem Jahr als Projektleiter einge- stiegen. Norbert Trötschler denkt trotz seiner 64 Jahre nicht ans Aufhören, will sich aber nach und nach aus dem operativen Geschäft herausziehen. mae Bild: Maerz Norbert Trötschler (Mitte) mit seinen Kindern Patrick Trötschler und Jasmin Berger.
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