Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'22 - Hochrhein-Bodensee
23 1 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten IHK Hochrhein-Bodensee REGIO REPORT Kostenloses Onlineseminar Neues vom Transparenzregister B isher war das Transparenzregister noch als Auffangregister ausgestaltet. Eine Meldung des wirtschaftlich Berechtigten an das Transparenzregister war deshalb in der Regel entbehrlich, soweit bereits ausreichende Register- publizität vorlag. Mit der Novelle des Geldwäschege- setztes (GwG) ist das Transparenzregister seit dem 1. August vergangenen Jahres zu einem Vollregister geworden. Nahezu jede deutsche Gesellschaft sowie auch ausländische Gesellschaften, die direkt oder indirekt Grundeigentum in Deutschland erwerben, müssen nun ihre wirtschaftlich Berechtigten an das Transparenzregister melden. Gleichzeitig wird auch die Bußgeldpraxis des für die Überwachung zuständigen Bun- desverwaltungsamts zunehmend schärfer. Bei Verstößen drohen empfindliche Sanktionen. Unternehmen sind deshalb dringend angehalten, ihre Transparenzregister-Compliance zu überprüfen und an die neue Rechtslage anzupassen. In dem Onlineseminar „Neues vom Transparenzre- gister“ der IHK Hochrhein-Bodensee vermitteln die Rechtsanwälte Rolf Stagat und Stefan Jäkel von den GKD Rechtsanwälten aus Konstanz die gesetzlichen Grundlagen und erklären, wer transparenzpflichtig ist, wer jeweils als wirtschaftlich Berechtigter anzusehen ist, wie der Eintragungsprozess von Meldungen von wirtschaftlich Berechtigten abläuft und wie Einsicht- nahmen und Unstimmigkeitsmeldungen funktionieren. Das Seminar ist eine kostenlose Onlineveranstaltung. Es findet statt am Dienstag, 1. Februar , von 18 bis 19.30 Uhr. TV Weitere Informationen und Anmeldung unter www.konstanz.ihk.de 143157971 Tagung des Außenwirtschaftsausschusses Über Vor- und Nachteile von digitaler Währung M it den Plänen der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine digitale Währung und mit der Kryptowäh- rung Bitcoin beschäftigte sich der IHK-Außenwirtschafts- ausschuss bei seiner Tagung im November. Einen be- sonderen Einblick in die Thematik gaben die beiden Ausschussmitglieder Stefan Bauknecht von der Deut- schen Bank und Bernd Frei von der Sparkasse Hoch- rhein. Ihnen zufolge überlegt die EZB, den Euro auch als digitale Währung anzubieten. Diese könnte dann auch von Geschäftsbanken übernommen werden. Eine digi- tale Währung biete eine Menge Vorteile, so Bauknecht und Frei: allzeitige Verfügbarkeit, sofortige Transakti- onsmöglichkeit, Kostenfreiheit und eine Gewährung der Anonymität bei Transaktionen. Es gebe allerdings auch Probleme: Themen wie Datenschutz, Schwarzgeld und Geldwäschegesetz sowie die Nichtexistenz eines regula- torischen Umfeldes bürgen Risiken, wobei der Bitcoin mit großem Abstand die höchste Marktkapitalisierung auf- weise. Momentan liegt dessen Kurs bei über 56.000 Euro und hat eine enorme Steigerung erfahren. Im geschäftli- chen Umfeld wird momentan nicht mit digitaler Währung gearbeitet, nur in manchen japanischen Onlineshops sind bereits Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert. Einen großen Nachteil des Bitcoins sehen Bauknecht und Frei in der enormen Rechenleistung und den damit verbun- denen hohen Stromkosten. Momentan verbraucht das Bitcoin-System geschätzt 120 Terawattstunden Strom pro Jahr. Zum Vergleich: Mit rund 56 Terawattstunden benötigt die gesamte Schweiz knapp die Hälfte. Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war das Scheitern des institutionellen Rahmenabkommens zwischen der EU und der Schweiz, das vergangenen Mai für Verwirrung gesorgt hatte. Direkte Konsequenzen, beispielsweise durch die zukünftige Nichtanerkennung von technischen Zertifikaten, seien bisher nur bei den Medizinprodukten ein Thema, so Uwe Böhm, Leiter des Geschäftsfelds International bei der IHK Hochrhein-Bodensee. Die gro- ßen Verwerfungen würden erst in Zukunft auftauchen, da es sich hier um ein langsames Auseinanderdriften der technischen Normen handeln werde. Breite Anwen- dungen wie Maschinenbau oder Bauprodukte sowie der Datenschutz stünden erst noch bevor. Interessante Einblicke aus Sicht eines Schweizers lieferte Stefan Forster. Er lebt in der Schweiz und ist Geschäftsführer der Hectronic GmbH mit Sitz in Bonndorf: Weil in der Schweiz alle Entscheidungen mit nationaler Tragweite sowohl vom Schweizer Volk als auch vom Ständerat getroffen werden müssen, habe der Bundesrat schlicht erkannt, dass die Vorlage keine Erfolgsaussichten mehr habe, das obligatorische Refe- rendum zu schaffen und deshalb die Reißleine gezogen. Es bleibe nun zu hoffen, dass sich die Vertragspartner wieder an einen Tisch setzen und hier nach einer Lö- sung suchen. Bö Die Mitglieder des Außenwirtschaftsaus- schusses vor der Sedus Stoll AG in Dogern.
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