Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'22 - Hochrhein-Bodensee
Stahlbau Schlüsselfertiges Bauen Elementbau in Beton und Holz Stahlfassadenbau Industriebau/Gewerbebau 72488 Sigmaringen Telefon +49 75 71 725- 0 Telefax +49 75 71 725-199 www.schwoerer-komplettbau.de Komplettbau_Stahlbau_185x61.indd 1 27.11.20 13:39 ANZEIGE ZEHN PUNKTE ZUR ÖKOLOGISCHEN TRANSFORMATION 1. Der Klimawandel bezeichnet die wissenschaftlich hinreichend be- legte und empirisch nachweisbare, rasante Veränderung desWelt- klimas (Erderwärmung). Die Ursachen für diesenWandel, insbeson- dere seine Geschwindigkeit, sind großenteils menschengemacht (Industrialisierung, exponentieller Verbrauch fossiler Energieträger der letzten 150 Jahre,Treibhausgasemissionen, insbesondere CO 2 ). 2. Angesichts der erwartbaren, vielerorts bereits sichtbaren Folgen des Klimawandels stehenWirtschaft und Gesellschaft vor der dop- pelten Aufgabe, den globalen Temperaturanstieg einzudämmen und die Anpassung an die nicht mehr abzuwendenden Folgen des Klimawandels zu organisieren und zu finanzieren (Pariser Klima- abkommen). 3. Der Ordnungsrahmen des Klimaschutzes wird international (Pariser Abkommen), europäisch (Green Deal) und national (Klimaschutz- programm 2030) auf unterschiedlichemAmbitionsniveau gebildet. Damit ökologische Transformation und ökonomischer Erfolg gleich- wohl zusammengehen, muss die nationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten beziehungsweise hergestellt und Technologieführerschaft angestrebt werden. 4. Klimaschutz darf ungeachtet seiner enormen Bedeutung für die Menschheit nicht Gegenstand einer monothematischen Politik sein. Gesamtgesellschaftliche Ziele und Aufgaben wie der soziale Ausgleich, die allgemeine Daseinsvorsorge, der Erhalt von Beschäf- tigung undWohlstand, gesundesWachstum, Generationengerech- tigkeit sowie die physische und psychische Gesundheit der Men- schen müssen in allen klimapolitischen Entscheidungen mitbedacht werden. Die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung bilden dies ab. 5. Das weltweite Emissionsgeschehen verteilt sich aktuell zu circa 30 Prozent auf China, zu 13 Prozent auf die USA, zu 9 Prozent auf die EU und zu 2 Prozent auf Deutschland. Daraus folgt nicht, dass es sinnlos wäre, Emissionen auf nationaler Ebene zu reduzieren, umso weniger, als der Pro-Kopf-Ausstoß und die kumulative historische Betrachtung ein anderes Bild der Verantwortung zeichnen. Daraus folgt indessen die Notwendigkeit, nationaleAnstrengungen in inter- nationale einzubetten und das Ziel, durch gutes Beispiel und Tech- nologieführerschaft über die eigenen Grenzen hinaus zu wirken. 6. Emissionsminderung kann gleichermaßen technologisch wie auch durch das Verhalten jedes Einzelnen erzielt werden. Ersteres ver- langt die Entwicklung und den wirtschaftlich tragfähigen Einsatz neuer technischer Lösungen, was gegebenenfalls der staatlichen Förderung bedarf, nicht dagegen der Regulierung im Sinne einer politischen Zielvorgabe (Technologieoffenheit). Letzteres verlangt einen gesellschaftlichen Konsens, der nicht verordnet werden kann, sondern Ergebnis eines offenen Diskurses sein muss. 7. Ambitionierte nationale Klimaziele dürfen nicht dazu führen, dass unsere Region im internationalen Vergleich ihre Standort- gunst verliert. Standortverlagerungen in Länder mit geringeren Umweltauflagen führen zu einer „nationalen Klimaschutzillusi- on“.Tatsächlich verursachen sie mehr Emissionen und erhöhten logistischen Aufwand. 8. Ressourcenkonflikte lassen sich mit Instrumenten des Marktes und desWettbewerbes effizient steuern. Beim Klimaschutz leistet dies das Europäische Emissionshandelssystem. Ein CO 2 -Preisme- chanismus soll die externen Effekte der Emission abbilden, ohne dieWettbewerbsfähigkeit der betroffenen Branchen zu unterlau- fen. Schlichte Ge- undVerbote sind nur dann das Mittel derWahl, wenn marktwirtschaftliche Instrumente fehlen oder versagen. 9. Investitionsentscheidungen sind ihrer Natur nach langfristig an- gelegt. Daraus resultiert das notorische Bedürfnis unserer Wirt- schaft nach Planungssicherheit undVorhersehbarkeit politischen Handelns. Dieses legitime Bedürfnis verlangt höchstmögliche Konstanz und Verlässlichkeit aller rechtlichen, steuerlichen, ad- ministrativen und ökonomischen Rahmenbedingungen. 10. Die Effizienz von Klimaschutzmaßnahmen nimmt regelmäßig mit zunehmender Zielerreichung ab („abnehmender Grenz- nutzen“). Die Klimaeffizienz jedes dafür eingesetzten Euro ist deshalb sowohl unter den betroffenen Sektoren (Stromerzeu- gung, Industrie,Transport, Gebäude) als auch im internationa- len Kontext (Anpassung ärmerer Länder, Emissionsminderung an rückständigen Standorten) ein maßgebliches Kriterium und angesichts allgemeiner Mittelknappheit auch ein ethisches Gebot.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5