Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'21 -Südlicher Oberrhein
Anzeigenkompendium Prüfer Medienmarketing für die Region Südbaden Wirtschaftsstandort Hochrhein-Bodensee 63 Jahres 2021, Basis Zensus 2011). Die Bevölkerungsdichte liegt bei statistisch 249,5 Einwohnern je Quadratkilometer, im Gegen- satz zum Landesdurchschnitt von 310,8. Die meisten Einwohner der Region zählt der Landkreis Konstanz mit 287.300 Personen Wohnbevölkerung, gefolgt vom Landkreis Lörrach mit 229.070 und dem Landkreis Waldshut mit 171.420. Ähnlich wie der Lan- desdurchschnitt sind 16.0 Prozent der regionalen Gesamtbe- völkerung ausländische Einwohner (110.300 Personen). Nach Staatsangehörigkeit entfielen Ende 2020 etwas weniger als ein Fünftel auf Italien (18,5 Prozent), darunter viele Berufspendler in die Schweiz, 31,2 Prozent auf alle anderen EU-Staaten und 8,7 Prozent auf die Türkei. Wirtschaftsleistung In dem hier zugrundeliegenden Bezugsjahr 2019 unmittelbar vor der Corona-Pandemie erreichte das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen (BIP) in der Region Hochrhein-Bodensee nach Be- rechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrech- nungen der Länder über 23,44 Milliarden Euro. Es wuchs damit gegenüber dem Vorjahr trotz Einbußen des exportorientierten Produzierenden Gewerbes aufgrund der Unsicherheiten durch die weltweiten Handelskonflikte und dem anstehenden Brexit noch nominal um 1,8 Prozent (Landesdurchschnitt +1,6 Prozent). 2020 zeigte sich pandemiebedingt im Landesdurchschnitt, und damit im Trend in der Region, ein deutliches Negativwachstum (nominal -4,1 Prozent und preisbereinigt -5,5 Prozent). Das Bruttoinlandsprodukt erfasst den Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen in der betrachteten Periode. Vergleichswerte pro Einwohner und Bedeutung der Grenzgänger Die Wirtschaftsleistung pro Kopf der Bevölkerung als Ausdruck der Wirtschaftskraft von (unterschiedlich großen) Volkswirt- schaften lag 2019 in der Region Hochrhein-Bodensee bei leich- ter Steigerung gegenüber dem Vorjahr bei 34.207 Euro, weniger als der Landesdurchschnitt von 47.144 Euro. Dabei ist hier jedoch auch die hohe Zahl der so genannten pendelnden Grenzgän- ger mit Wohnsitz in Deutschland, aber beruflicher Tätigkeit im Nachbarland Schweiz zu berücksichtigen. Sie sind Teil der regi- onalen Bevölkerung, tragen aber statistisch nicht direkt zur hei- mischen Wirtschaftsleistung bei. Mitte dieses Jahres, Ende zweites Quartal 2021 stammten aus der Region Hochrhein-Bodensee 46.980 Grenzgänger, was drei Vier- tel (74,9 Prozent) aller deutschen Arbeitskräfte in der Schweiz ausmachte und einen Zuwachs gegenüber Mitte 2008 als dem Jahr vor der damaligen Finanzkrise um 32,7 Prozent darstellt. Umgekehrt hat die hohe Zahl der Grenzgänger positive Auswir- kungen auf das verfügbare Einkommen der privaten Haushal- te. Das sind die Teile des Einkommens, die hauptsächlich für den privaten Konsum zur Verfügung stehen und in die auch die Transfers der Inländer aus dem Ausland einfließen. Dieses Ein- kommen lag 2019 in der Region Hochrhein-Bodensee mit statis- tisch 26.686 Euro pro Einwohner über dem Landesdurchschnitt von 25.730 Euro und deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 23.700 Euro. Dominierender Dienstleistungssektor Als Kennzeichen der Wirtschaftsstruktur trugen in der Region Hochrhein-Bodensee 2019 der breite Dienstleistungssektor zu zwei Dritteln (64,7 Prozent beziehungsweise 13,66 Milliarden Euro) und das Produzierende Gewerbe einschließlich Baugewer- be zu einem Drittel (34,5 Prozent beziehungsweise 7,29 Milli- arden Euro) der Bruttowertschöpfung (BWS) von insgesamt 21,11 Milliarden Euro bei. Das ist der Gesamtwert der erzeugten Waren und Dienstleistungen abzüglich dem Wert der Vorleistungen. Der Beitrag der Landwirtschaft belief sich mit 158 Millionen Euro auf 0,74 Prozent. Damit nehmen die Dienstleistungen in der Region Hochrhein-Bodensee eine noch stärkere Bedeutung ein als im gesamten Land mit 60,6 Prozent Anteil an der Landes-Brutto- wertschöpfung, bei 38,9 Prozent Anteil des Produzierenden Ge- werbes einschließlich Baugewerbe (2019). weiter Seite 66
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