Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

II IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2021 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg W as für ein toller Blick in so viele Gesichter!“ Als Medical-Mountains-Geschäftsführerin Yvonne Glienke zur Eröffnung des 13. Innovation Forum Medi- zintechnik auf die Bühne der Tuttlinger Stadthalle trat, schwangen Emotionen mit. Wie sehr der persönliche Austausch der Branche gefehlt hatte, wurde in diesem Moment fassbar – und mit der Rekordzahl von 450 Teilnehmern auch messbar. Das Innovation Forum stand unter dem Leitgedanken „Zukunft gestalten – den entscheidenden Schritt vo- raus“. IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez sah darin die Herausforderung formuliert, angesichts ei- ner „unglaublichen Dynamik“ mit den Entwicklungen Schritt halten zu können. Wie sich dann auch noch ein Vorsprung erar- beiten lässt, dafür hatte Technology Mountains-Vorstandsvorsitzender Harald Stallforth kein Patentrezept zur Hand, „sondern nur Zutaten“. Zum einen: den Vorteil der Medi- zintechnik zu nutzen, direkt mit den Anwendern Bedarfe zu analysieren und darauf zu reagieren. Zum anderen: mit Kooperati- onspartnern die technologischen Potenziale nutzbar zu machen. Beides verlangt nach Kommunikation. „Des- wegen sind Netzwerke so unglaublich wichtig.“ Den Faden griff Henry W. S. Schroeder in seiner Keyno- te über neue Wege der Visualisierung in der Schädelba- sischirurgie auf. Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und der Medizintechnik sei extrem bedeutsam, betonte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie der Universitätsmedizin Greifswald: Aus der Industrie heraus gelangen Innovationen in den OP-Saal, mit dem Feedback der Chirurgen können die Unternehmen die Instrumente wiederum besser machen. Der sich selbst befeuernde Kreislauf zum Wohle der Patienten ist je- doch durch die EU-MDR spürbar ins Stocken geraten. Erste Bestandsprodukte seien nicht mehr verfügbar, Zulassungen mit enormen Hürden verbunden – an bahnbrechende Neuentwicklungen wollte Henry W. S. Schroeder vorerst nicht denken: „Wir wären froh, wenn wir erst einmal das nutzen könnten, was wir schon hat- ten“, resümierte er später beim Podiumstalk. Über spektakuläre Fortschritte beim 3D-Druck von Or- ganen berichtete indes Ute Schepers vom Karlsruher In- stitut für Technologie (KIT). Über alle Größenordnungen hinweg eröffnen additive Verfahren ungeahnte Möglich- keiten: Angefangen bei haarfeinen „Mikroschwimmern“, die sich durch Wärme aktivieren lassen, über lernfähige Nervenzellen bis hin zur fertigen Nase für die plastische Chirurgie, so die Professorin. Zwar wird es noch dauern, bis ein komplettes, mit Blut- und Nervenbahnen ver- sehenes Organ transplantationsreif aus dem Drucker kommt – die Grundlagen sind jedoch gelegt. Ein realitätsnahes Szenario skizzierte Ute Schepers so: Im Säuglingsalter werden Stammzellen gewonnen und aufbewahrt, sodass sich aus ihnen viele Jahrzehnte später für genau diese Person wieder Zähne aufbauen lassen – sozusagen die „Dritten aus dem Drucker“. Was Ute Schepers hervorhob: Technologische Durch- brüche lassen sich nicht im Alleingang erzielen. Es gebe „viele Hände, die an allen Stellen mitwirken“. Bei der Sensorik zum Beispiel, der Fluidik, Bildgebung und Medizintechnik allgemein. „ Podiumstalk mit den Keynote-Speakern des Forums (von links): Harald Stallforth (Vorstands- vorsitzender Technology Mountains e.V.), Henry W. S. Schroeder (Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie der Univer- sitätsmedizin Greifswald), Ute Schepers (Institut für Funktionelle Grenzflächen am Karlsruher Institut für Technologie) und Yvonne Glienke (Geschäftsführerin Medical Mountains GmbH). Bilder: Medical Mountains GmbH »Innovation kann nur durch Kommunikation gelingen« 13. Innovation Forum Medizintechnik Zusammenarbeit ist die Zutat für Zukunft Britta Norwat, Medical Mountains GmbH 07461 9697214 norwat@ medicalmountains.de

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