Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2021 REGIO REPORT Ungleichbehandlung der Branchen durch politische Entscheidungen hinsichtlich der Pandemieentwicklung muss unbedingt ver- mieden werden“, fordert Hakenjos. „Dies würde viele Betriebe, deren Eigenkapit- aldecke seit Beginn der Pandemie stark abgeschmolzen ist, in ihrer Existenz be- drohen.“ Ein weiteres Ergebnis der jüngsten Konjunk- turbefragung: zwei Drittel der regionalen Firmen können offene Stellen derzeit nicht besetzen. Insbesondere Arbeitskräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung stehen nicht zur Verfügung. Neben dem Fachkräftemangel hat die regionale Industrie mit dem Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten zu kämp- fen, der zu Lieferproblemen und stark steigenden Beschaffungspreisen führt. Der mit der weltwirtschaftlichen Erho- lung einhergehende Nachfrageschub hat die Knappheit insbesondere von Stahl, Kunststoffen, Holz und Aluminium verschärft. Dabei trifft die höhere Nachfrage auf pandemiebedingt geringere Produktionskapazitäten bei den Zuliefe- rern sowie auf Transportprobleme. „Unsere Indus- trie hat mit höheren Einkaufspreisen, steigenden Energiekosten, ungewissen Lieferzeiten und einem höheren Planungsaufwand zu kämpfen“, betont die IHK-Präsidentin. Es bestehe die Gefahr, dass diese Hindernisse langfristig auch die Geschäftsaussichten beeinträchtigen. Erste Auswirkungen zeigen sich bereits darin, dass sich die Exporterwartungen gegenüber der letzten Befra- gung im Frühsommer dieses Jahres leicht eingetrübt haben. Nur noch 34 Prozent der Unternehmen aus der Region (Frühsommer: 44 Prozent) gehen künftig von Exportsteigerungen aus. Nach Miriam Häring, Geschäftsführerin der Anton Hä- ring KG, gibt es viele Unternehmen in der Region, die den ständigen Wandel als Chance begreifen und ihn aktiv gestalten. „Nach dem starken Boom der Automo- bilbranche im zweiten Quartal 2021 flachen die Auftragseingänge im Herbst wieder ab. Der Rhythmuswechsel der Weltwirtschaft verlangt viel Flexibilität und Mut, sich offen mit neuen Themen zu beschäftigen. Darü- berhinaus gibt es viele Fragezeichen – bei- spielsweise welche Rolle E-Fuels oder Was- serstofftechnologien haben werden. Auch die Ergebnisse der Bundestagswahl werden das Wirtschaften stark beeinflussen. Vor- bereitet sein auf den ständigen Wandel ist das, was wir tun können – mit konsequen- ter Digitalisierung, wirksamen Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit, dem Aufbau neuer Geschäftsfelder und Partnerschaften, einer starken Mitarbeiteraus- und -weiterbildung sowie mit einem weltoffenen, zukunftsori- entierten Mindset.“ AS 17 Regionale Wirtschaft IHK-Konjunkturumfrage im Herbst 20 Arbeitsgespräch bei Mahle Transformation technologieoffen gestalten 21 Kommunalgremien Austausch mit Unternehmen zur Standortentwicklung 22 IHK-Serie Existenzgründung Craft Cider von Wendy LeBlanc und Patrick Mann aus dem Schwarzwald 24 Noch einmal neu beginnen Per Umschulung zum Traumberuf 26 Bildungsräume statt Leerstand Wirtschaftsförderer und Cityma- nager bei Experimentierwelten in Rottweil 28 Neuer Kombikurs Industriemeister und Handwerksmeister bei der BBT 32 Kooperation mit Vias Händler konzipieren Digitale Lernwerkstatt 33 Neue Gründer ausgewählt Dritte Runde der Gründergarage VI Regionalsplitter INHALT »Der Rhythmus­ wechsel der Weltwirtschaft verlangt viel Flexibilität und Mut« Miriam Häring Geschäftsführerin der Anton Häring KG Anne Spreitzer Fachbereich Standortpolitik 07721 922156 spreitzer@vs.ihk.de Der gesamte Konjunktur­ bericht zum Downlad

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