Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2021 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg IHK und Landkreise veröffentlichen Breitbandatlas Region hat aufgeholt D er regionale Versorgungsgrad mit Breitband hat seit 2016 einen Quantensprung erlebt, die Zufrie- denheit der Unternehmen hat sich seither wesentlich verbessert. Dieses Fazit zogen die IHK Schwarzwald- Baar-Heuberg und die regionalen Landkreise bei der Veröffentlichung der Neuauflage des IHK-Breitband- atlasses (siehe auch Seite 11). Projektleiter Jürgen Anders, Professor für Kommunikationstechnik an der Hochschule Furtwangen (HFU), betonte: „In den un- tersuchten 79 Gewerbegebieten herrscht in den aller- meisten Fällen eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 100 Megabits pro Sekunde. Der flächen- deckende Glasfaserausbau in diesen Gewerbegebieten ist in zwei bis drei Jahren realistisch.“ IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos, IHK-Vizepräsident Hans-Rüdiger Schewe und IHK-Vizepräsident Harald Marquardt unterstrichen die unternehmerische Rele- vanz für die Landkreise Rottweil, Schwarzwald-Baar und Tuttlingen. „Der Zustand der digitalen Infrastruktur ist für die Wirtschaftskraft des regionalen Mittelstan- des erfolgskritisch“, betonte Hakenjos. Für die Mit- gliedsunternehmen sei die Versorgung mit Mobilfunk und Breitband von elementarer Bedeutung. Nur dann gelängen betriebseigene Arbeitsprozesse effizienter, nur dann funktionierten Kommunikationswege stabiler und nur dann könne der Anteil in der Produktion der Dienstleistungen erhöht werden. Im Auftrag der IHK hatte Jürgen Anders seit 2012 die Breitbandversorgung für 79 regionale Ge- werbegebiete mit 400 Unternehmen unter- sucht. Die Studie betrachtete Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten in als unversorgt definierten Gebieten seit diesem Zeitraum. „Der Wirtschaftsraum Schwarzwald Baar- Heuberg hat digital aufgeholt. Der Anteil an gravierend unterversorgten Gewerbege- bieten ist den acht Jahren von 40 auf zehn Prozent reduziert worden“, berichtete der Projektleiter. Viele der IHK-Unternehmen nähmen mittlerweile kon- krete Verbesserungen wahr. Der Anteil unzufriedener Betriebe sei allein in den zurückliegenden vier Jahren von 44 auf 18 Prozent gesunken. Sie profitierten von mehr Bandbreite und besserer Verfügbarkeit. Somit sei die Region im Breitbandatlas des Bundes aktuell lan- desweit der Spitzenreiter bei der Breitbandverfügbar- keit im ländlichen Raum. „Wir können eine signifikante Verbesserung der Versorgung in der Region durch ein fortlaufendes Engagement der drei Landkreise von 2012 bis heute erkennen“, sagte Anders. Dabei sei die Etablierung von Zweckverbänden und Breitbandkoor- dinatoren ausschlaggebend. Die Förderinstrumente des Landes und des Bundes für den ländlichen Raum sieht Anders als Voraussetzung, sie müssten bis zur Vollversorgung in jedes einzelne Gebäude fortgeführt und weiterentwickelt werden. „Der Breitbandausbau benötigt Zeit, eine vorausschauende Planung ist ent- scheidend“, lautete das Fazit des HFU-Professors. Die IHK und die Landkreise appellieren deshalb an Betriebe aller Größenordnungen, sich intensiv mit der Breitbandversorgung zu beschäftigen, denn das trage positiv zur Unternehmensentwicklung bei, sichere die Verbindung von Standorten miteinander und gewähr- Im Schwarzwald-Baar-Kreis haben wir früh erkannt, dass wir selbst aktiv werden müssen, um unseren Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern den Anschluss an ein Glasfasernetz zu ermöglichen. Im Jahr 2014 haben wir mit allen Kommunen und dem Landkreis den Zweckver- band Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar gegründet. Seitdem haben wir 100 Millionen Euro in den Ausbau investiert. Wir rechnen mit noch ein- mal 150 Millionen für eine komplette Versorgung. Viele Unternehmen sind bereits angeschlossen und können so mit ihren Kunden und Dependancen auf der ganzen Welt schnell große Datenmengen übertragen. Das ist die Voraussetzung, um wichtige Arbeitgeber in unserer Region zu halten und Arbeitsplätze zu sichern. » Sven Hinterseh, Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises « Die Digitalisierung ist der Schlüssel für unseren künfti- gen Wohlstand. Wir wollen in der Regi- on und im Kreis Rottweil alsWirtschafts-, Technik- und Schulstandort sowie für die Familien als Wohnort attraktiv bleiben. Das schaffen wir nur gemeinsam und mit dem raschen Breitbandausbau. Bund und Land bin ich für die Förderung dankbar, den kommunalen Gremien danke ich für die Bereitstellung der Eigenmittel. » Wolf-Rüdiger Michel, Landrat des Landkreises Rottweil « Harald Marquardt , IHK-Vizepräsident
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