Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'21 - Hochrhein-Bodensee

51 11 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten ZUR PERSON Jil Munga (35) ist Referentin für Klima und Ressourceneffizienz der IHK Südli- cher Oberrhein und unterstützt in dieser Funktion Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Ingenieurin hat an der Technischen Hochschule Hamburg Verfahrenstechnik studiert und dort anschließend Effizienzprojekte in ener- gieintensiven Branchen betreut. Vor ih- rer Tätigkeit bei der IHK hat sie zudem bei der Schluchseewerk AG gearbeitet. faktoren aus unterschiedlichen Datenbanken hinterlegt. Bei Strom ist das zum Beispiel der bundesweite Durchschnittswert. Man kann aber auch seinen eigenen emissions- wert nehmen, der auf jeder Stromrechnung ausgewiesen ist. Eignet sich Ecocockpit für alle Branchen und Unternehmensgrößen? Für alle Branchen auf alle Fälle. Bei der Größe sind die Zielgruppe vor allem KMU, also kleine und mittelgroße Unternehmen. Die größeren haben ja meist schon eigene Instrumente. Was machen Unternehmen mit dem Ergebnis der Bilanzierung? Das Tool stellt eine Ist-analyse auf. Das kann augenöffnend sein, gerade wenn bei Scope 3 auch externe effekte berücksichtigt werden und ich vielleicht sehe, dass mein Haupt- emittent gar nicht Strom ist, wie ich dachte, sondern Diesel beim Transport zum Kunden. Die Ist-analyse ist nur der anfang. Sie sollte den Weg für weitere Klimaschutzaktivitäten ebnen. Je nachdem, was die Bilanz ergeben hat, geht es im zweiten Schritt darum, Maß- nahmen zu identifizieren und zu ergreifen. also zum Beispiel die Produktion und den Transport weniger ressourcenintensiv zu ma- chen oder auf Ökostrom umzustellen. Dafür Kontakt: Jil Munga 0761 3858-263 jil.munga@freiburg.ihk.de Onlineseminare zu Ecocockpit und Klimaschutz: 23. November : Anwendung von Ecocockpit, 9. November: Lieferkettenmanagement 16. November : Nachhaltigkeitsberichterstat- tung (jeweils von 13.30 bis 15 Uhr) Details und Anmeldung unter www.bw.ihk.de/klimaschutz Das Ecocockpit direkt findet sich unter ecocockpit-bw.de sind die IHK-experten übrigens Sparrings- partner. Wir helfen, die energiefresser zu fin- den. In einem dritten Schritt geht es dann um die restemissionen. Wenn man das Ziel der Klimaneutralität verfolgt, muss man die kom- pensieren. Da gibt es viele Möglichkeiten und anbieter mit Treibhausgaskompensations- projekten im globalen Süden. Schließlich ist Klimaschutz ja ein globales Thema. Ecocockpit ist seit September zugänglich. Wie ist bislang die Resonanz? Sehr gut. Die auftaktveranstaltung ende September war komplett ausgebucht, und im nachgang kamen viele Fragen bei uns an. Interview: kat Broschüre Arbeitsschutz Populäre Irrtümer M it ihrem arbeitsblatt a039 ver- öffentlicht die Berufsgenossen- schaft rohstoffe und Chemische Indus- trie (BG rCI) eine gelungene Mischung weit verbreiteter Irrtümer im arbeits- schutz und erläutert, warum sie nicht zutreffen. ergänzt wird die ansprechen- de Darstellung durch geeignete Fotos und Zitate bekannter Persönlichkeiten (zum Teil historisch belegt, zum Teil treffend in den Mund gelegt). Widerlegt werden aussagen wie „Das Wort grund- sätzlich bedeutet immer“, „Präsenz ist Pflicht“, „alle Gefahrstoffe müssen aufgeführt sein“, „Spannung ist nur bei Berührung gefährlich“, „Haupt- schalter aus, und alles ist sicher“, „absaugung immer mit Trichter“ und vieles mehr, das alles so nicht oder nicht ganz stimmt. ba Kostenloser Download unter www.bgrci.de „Irrtümer“ Genehmigungsverfahren Leitbild für mehr Effizienz V iele industrielle Vorhaben benötigen eine immissionsschutz- rechtliche Genehmigung, die beim regierungspräsidium oder bei den Landratsämtern und kreisfreien Städten beantragt werden muss. Dies ist ein aufwendiger Prozess mit vielen Stolperfallen, die manchmal das Verfahren sehr in die Länge ziehen. Um hier effizienter zu werden, haben das Umweltministerium, Unterneh- mensverbände und die drei regionalen IHKs eine Initiative ge- startet, die im regierungsbezirk Freiburg zu einer Veranstaltung mit Behörden- und Unternehmensvertretern und im nachgang dazu zur erarbeitung eines Leitbilds führte. Dieses Leitbild wurde im September bei einer weiteren Veranstaltung vorgestellt und nebst Begleitbericht auf der Homepage des regierungspräsidiums veröffentlicht (adresse siehe unten). alle Beteiligten erhoffen sich davon eine Verbesserung der Genehmigungsverfahren, weshalb die Umsetzung des Leitbilds in zwei Jahren erstmals evaluiert werden soll. ba https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpf/ „Genehmigungsverfahren“ IHK-Ansprechpartner: Wilfried Baumann 0761 3858-265 wilfried.baumann@freiburg.ihk.de

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