Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'21 - Hochrhein-Bodensee

9 11 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5G-CAMPUSNETZE: BEISPIELE, TIPPS UND LINKS Die 5G-Technologie ist vor allem wichtig, wenn es um die Kom- munikation von Menschen mit Maschinen sowie von Maschinen untereinander geht. Folgende Unternehmen beziehungsweise Einrichtungen beschäftigen sich mit 5G-Campusnetzen: Die Sick AG ausWaldkirch erprobt zusammen mit der RTWH Aachen ein 5G-Campusnetz für fahrerlose Transportsysteme in der Intralogistik (siehe Seite 10). Der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald- Baar hat im Rahmen des 5G-Innovationswettbewerbs ein Konzept zu 5G in der Forstwirtschaft entwickelt. Es dient der Bestandsaufnahme des Waldes. Dazu zählen eine Förster- drohne, die App „WaldExpert“ und eine Augmented-Reality- Anwendung. Am Universitätsklinikum Freiburg werden 5G-, KI- und VR-Anwendungen erprobt. Dazu zählt eine Datenbrille zur OP-Planung am Herzzentrum Bad Krozingen. Das Digitalisierungsnetzwerk Digital Mountains mit Stand- orten in St. Georgen, Villingen-Schwenningen, Rottweil und Tuttlingen bietet kostenfreie Infrastruktur und 360-Grad-Be- treuung zum Erproben neuerTechnologien undAnwendungen. In Freiburg und Konstanz gibt es Projekte zur smarten Mobi- lität – im Rahmen der Initiative „ Smart Green City Kons- tanz “ beziehungsweise des Projekts „Connected Urban Data Architecture” (CUDA) das als Teil des Programms „Smart Cities 2020“ in Freiburg umgesetzt wird. Tipps zum Aufbau eines 5G-Campusnetzes: Bevor man ein 5G-Campusnetz aufbaut, sollte man überlegen, welche Anwendungen man im Unternehmen digitalisieren möchte, wie wichtig die Kommunikationsinfrastruktur wie WLAN oder Ethernet dabei ist, was genau vernetzt werden muss, ob Personal sowie genügend Budget für Planung sowie Umsetzung vorhanden ist und ob es Kooperationsmöglichkei- ten mit anderen Unternehmen gibt. Dem folgt eine detaillierte Machbarkeitsanalyse, in derTechnik, Kosten und Umsetzung genau untersucht werden. Danach wird die Dimension des Netzes geklärt. Erst dann folgt die Umsetzung. Wer ein innerbetriebliches Campusnetz aufbauen möchte, benötigt dazu eine Frequenz. Sie kann bei der Bundesnetz- agentur beantragt werden. Wie hoch die Gebühr dafür ist, können Unternehmen über den 5G-Campusnetzplaner der TU Dortmund herausfinden: https://campusnetzplaner.kn.e-technik.tu-dortmund.de Anlaufstellen für Unternehmen: Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Transferzent- rum „ 5G4KMU “ bietet kleinen und mittleren Unternehmen 5G-Testfelder, wo diese Ideen entwickeln und erproben kön- nen. https://5g4kmu.de/de Die DIHK-Roadshow 5G@Mittelstand bietet Unternehmen Infos zur Einführung von 5G und seinenAnwendungen.Termi- ne und weitere Infos unter www.dihk.de/de/themen-und- positionen/wirtschaft-digital/5g-mittelstand dort gebaut, wo Menschen wohnen. Mobilfunkanbieter haben wenig Interesse, dort zu bauen, wo niemand wohnt, also entlang der Straßen und Schienenwege.“ er kritisiert, dass die Mobilfunkbetreiber auch beim aktuellen Ausbau den Schwerpunkt auf bewohnte Ge- biete legen (siehe auch Interview Seite 11). In Deutschland gibt es laut Sörries circa 76.000 Mo- bilfunkmasten, darunter gut 30.000 von der telekom – im flächenmäßig gerade mal ein Drittel so großen Südkorea beispielsweise sind es 150.000. Bis zu zehn Kilometer um einen Sen- demast herum hat man empfang. Je weiter entfernt man sich befindet, desto geringer ist die leistungsfähigkeit. Am besten ist sie in einem Radius von 300 Metern, am Rande würde sie dennoch für eine Videokonferenz reichen, so Sörries. Doch wie es um den empfang an welchem Ort genau bestellt ist, lässt nicht so leicht herausfinden. Die lage in Deutschland sei „von einer gewissen Un- übersichtlichkeit“ gekennzeichnet, kritisiert Sörries. Für einzelne Unternehmen oder Kom- munen sei es schwierig, bei den Mobilfunk- betreibern Ansprechpartner zu finden und gehört zu werden. Daher sei es wichtig, die Interessen auf landesebene zu bündeln und zugleich den Bund in die Pflicht zu nehmen, der zum thema die Mobilinfrastrukturge- sellschaft (MIG) in Naumburg an der Saale aufbaut. Dass die Zuständigkeiten geklärt werden, alle an einem Strang ziehen und die digitale Infrastruktur zukunftsfähig gemacht wird, dafür wollen sich die drei IHKs in der Region stark machen. „Das ist Chefsache“, sagt eberhard liebherr, Präsident der IHK Südlicher Oberrhein. Und thomas Conrady, Präsident der IHK Hochrhein-Bodensee, be- tont, dass auch Unternehmen aus der Region kooperationsbereit seien und sich regional mit einbringen werden, zum Beispiel was lie- genschaften für Funkmasten angeht. „Uns ist bewusst, dass ein flächendeckender Ausbau nur gemeinsam gelingen kann“, so Conrady. W ährend die einen überhaupt erstmal Mobilfunkempfang be- nötigen, warten andere auf das leistungsfähige 5G-Netz, das es in Groß- städten wie Frankfurt bereits gibt und das langsam auch in der Region einzug hält. 5G unterscheidet sich von den bisherigen Mo- bilfunkstandards UMtS und lte durch die ungleich höheren Übertragungsraten von bis zu 400 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) statt wie bisher maximal 50 Mbit/s, durch einen ge- ringeren energieverbrauch angesichts eines stabileren Netzes sowie durch hohe latenzzeiten. Das bedeutet, die Zeit für einen Verbindungsaufbau, also die Dauer, bis Daten von einem Ort zu einem anderen gelangen, ist verschwindend gering. Vorausgesetzt natürlich, es gibt »Ein flächen­ deckender Aus­ bau kann nur gemeinsam gelingen« Thomas Conrady Conrady Gruppe, Gottma- dingen, Präsident der IHK Hochrhein-Bodensee »5GNetze sind das Rückgrat der digitalen Trans­ formation« Eberhard Liebherr Ketterer + liebherr, Freiburg, Präsident der IHK Südlicher Oberrhein

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