Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
49 10 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Solarcomplex mit guter Bilanz Solaranlagen im Trend SINGEN. Das regionale Bürgerunternehmen Solarcomplex AG, des- sen Hauptgeschäftsfelder Sonne, Wind und Wärme sind, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zurück, welches, wie Vorstand Bene Müller mitteilte, das beste in der 20-jährigen Unternehmensge- schichte war. Die Bilanzsumme des Energieversorgers, der sich auf erneuerbare Energien spezialisiert hat, ist von 67,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 70,8 Millionen Euro angewachsen. Der Umsatz stieg auf 18,5 Millionen Euro (Vorjahr 14,5 Millionen Euro), und der Gewinn nach Steuern, Zinsen und Abschreibung hat sich auf 623.000 Euro mehr als verdoppelt (Vorjahr 310.000 Euro). Vor allem die deutlich gestiegene Nachfrage nach Solaranlagen, die Solarcomplex als Gene- ralunternehmer insbesondere für Gewerbebetriebe errichtete, hat laut Müller zu dem guten Gesamtergebnis beigetragen. Für das laufende Geschäftsjahr geht Solarcomplex nach eigenen Angaben von einem stabilen Umsatz und einem Ergebnis etwa auf Vorjahresniveau aus. Das Unternehmen beschäftigt circa 50 Mitarbeiter. Im September meldete Solarcomplex, dass das Bauvorhaben für drei Windkraftanlagen am Standort „Brand“ in Tengen wegen Artenschutz- auflagen vorerst ruht. Das Unternehmen ist für die Hegauwind-Gruppe Projektierer für den geplanten Windenergiestandort. ak Business-Catering Freiburg: Neustart im Jubiläumsjahr Keksmanufaktur als zweites Standbein FREIBURG. Während weite Teile der Wirtschaft und Gesellschaft im Sommer wieder mehr oder weniger zur Normalität zurückkeh- ren konnten, blieb fast die gesamte Veranstaltungsbranche im Lockdown. In der Neuen Messe Freiburg beispielsweise hat das Impfzentrum erst Mitte September den Raum wieder für größere Events freigegeben. Vom anderthalbjährigen Dornröschenschlaf der Messe war auch deren Caterer, die Business-Catering Freiburg GmbH (BCFR), betroffen. Seit März 2020 waren die Teller leer ge- blieben, hatte das Unternehmen geruht. Allerdings alles andere als untätig. „Man kann verzweifeln oder Impulse setzen“, sagt Michaela Quappe-Gemmert, die BCFR gemeinsam mit ihrem Mann Hermann Vetter führt. Die beiden haben sich für letzteres entschieden. Mit den staatlichen Coronahilfen im Rücken (Vetter: „Vor allem die November- und Dezemberhilfe haben uns wirklich gerettet und uns eine Perspektive gegeben“) nutzten sie die Zeit, um sich neu aufzustellen. Zum einen wollen sie sich mit dem Neustart auf die beiden Häuser konzentrieren, bei denen sie offizieller Caterer sind, und zunächst keine anderen Veranstaltungsorte mehr bedienen. Das sind seit 2008 die Messe Freiburg, wo seither Firmensitz, Küchen- und Lagerräume von BCFR angesiedelt sind, und seit diesem Jahr auch das Konzerthaus Freiburg. Zum anderen bauen sie ein zweites Standbein auf. Michaela Quappe-Gemmert, die ursprünglich Büro- kauffrau gelernt und sich schon vor einigen Jahren zur Patissière und Konditormeisterin weitergebildet hatte, machte in der Lockdownzeit eine weitere Schulung: An der Akademie des Deutschen Bäcker- handwerks in Weinheim ließ sie sich zur Schokoladensommelière ausbilden. Parallel baute sie eine Keksmanufaktur auf. Hier will sie nun Leckereien für Tagungen und Weihnachtspakete selbst backen. Dafür hat sie eigene Rezepte und Formen entwickelt und, wo mög- lich, passende Maschinen angeschafft. Ihr Gebäck will sie vor allem online verkaufen. Das süße Geschäft soll das Catering ergänzen, vor allem in dessen schwächeren Sommermonaten. Es firmiert unter der Marke „Patisserie M“, die Michaela Quappe-Gemmert nach ihrer Meisterprüfung gestartet hatte. Sie kreierte Desserts, und einige Jahre kompensierten aufwendige Hochzeitstorten im englischen Stil die Sommerflaute. Seit September bekocht BCFR wieder die ersten Veranstaltungsgäste. Noch bleiben allerdings viele Fragezeichen, und der Caterer, der früher mehr als ein Jahr im Voraus plante, ist zur Spontanität gezwungen. Pa- rallel zum Neustart haben Michaela Quappe-Gemmert und Hermann Vetter das 25. Jubiläum ihrer Firma gefeiert. Vetter, gelernter Metzger und Betriebswirt, startete sie 1996 – zunächst mit zwei Teilhabern – als Metzgerei und Partyservice. 2000, nach der Eröffnung der Neu- en Messe in Freiburg, übernahm er die Messegastronomie. Mit der Messe-Erweiterung 2008 bezog das Unternehmen die Räume dort, firmierte in Business Catering Freiburg um und konzentrierte sich auf Geschäftskunden, Veranstaltungen mit 300 bis 3000 Gästen. Seither ist Vetter alleiniger auch Inhaber. Das Konzept: regionale Produkte, reduzierte Karte und Mut zur Knappheit. „Es darf auch mal etwas ausgehen“, sagt Vetter. Denn die Alternative sei, viel wegwerfen zu müssen. Die Kunden schätzen das – auf der Referenzliste stehen alle namhaften Unternehmen und Institutionen im Raum Freiburg. Vor der Pandemie zählte das Unternehmen 30 Festangestellte und rund 100 Minijobber. Gut die Hälfte davon ist ihnen während der langen Lock- downzeit abhandengekommen. Deshalb ist Tochter Larissa Gemmert, gelernte Veranstaltungskauffrau und im Familienunternehmen fürs Personal- und Projektmanagement zuständig, gerade eifrig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. kat Leckereien für Tagungen und Weihnachtspakete backt das Unternehmen in seiner neuen Keksmanufaktur.
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