Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

48 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2021 UNTERNEHMEN 25 Jahre HiqhQ: Software für klimafreundliche Mobilität und Controlling Schnell und nachhaltig ans Ziel FREIBURG. HighQ Computerlösungen feiert dieses Jahr 25. Ju- biläum. Noch während ihres Studiums haben die beiden Physiker Thomas Hornig und Christian Disch Programme für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entwickelt und 1996 das gemeinsa- me Unternehmen in Freiburg gegründet. Seither hat es sich sehr erfolgreich entwickelt und beschäftigt heute mehr als 60 Mitarbei- ter an fünf Standorten. Was genau macht HighQ? „Grundsätzlich digitalisieren wir Prozesse“, sagt Kai Horn, der für Vertrieb und Marketing zuständig ist. Deshalb sei das Coronajahr auch das beste Geschäftsjahr in der 25-jährigen Firmengeschichte gewesen. Der Umsatz legte 2020 um etwa 20 Prozent zu. HiqhQ ist in zwei Geschäftsfeldern tätig und bietet, wie der Namens- zusatz verrät, IT-Lösungen für Mobilität und Controlling an. Im Auftrag der Sparkasse Freiburg, einem Kunden der ersten Stunde, entwickelte man zum Beispiel eine Software für Bauträgergeschäfte. „abakusBT“ gilt mittlerweile als Marktführer in Deutschland. Mehr als 70 kleine, mittlere und große Finanzinstitute, darunter etwa die Hamburger Sparkasse Haspa, nutzen dieses Produkt. Das zweite Geschäftsfeld ist das bedeutend größere. Mit Softwarelösungen rund um das Thema Mobi- lität generiert HighQ etwa 80 Prozent des Umsat- zes. „Wir stellen Dienste für Verkehrsunternehmen und -verbünde, Mobilitätsanbieter sowie Gewer- begebiete bereit“, erklärt Horn. Eines der ersten Produkte war beispielsweise ein für die Südbaden- bus GmbH entwickeltes Programm, das Fahr- und Dienstpläne dahingehend plante, die Fahrtrouten zu optimieren. Für die SBG-Muttergesellschaft, die Deutsche Bahn (DB), betreut die Freiburger Softwareschmiede seit vielen Jahren den „Sylt- Shuttle“, mittlerweile per App. Und auch an jedem Ticketprozess einer DB-Fahrkarte ist Technik von HighQ beteiligt. Eines der wichtigsten Produkte im Bereich Mobilität ist mittlerweile die Plattform „Mobili- tySuite“, die zum Beispiel für Städte und meist als Backoffice-Lösung und App unterschiedliche Verkehrsmittel koordiniert, sodass die Nut- zer schnell und möglichst nachhaltig ans Ziel kommen. Für dieses klimafreundliche Mobilitätskonzept hat HighQ jüngst den Freiburger Innovationspreis erhalten. Weil der Anspruch gemeinnützig ist – Städte sollen nicht vom Ver- kehr verstopft, sondern lebenswert sein – sind die Kunden von HighQ in der Regel öffentliche Institutionen wie Kommunen oder Verkehrsbetriebe. Die bisher größte Installation der Mobilitysuite haben die Freiburger Entwickler für die Stadt Osnabrück realisiert. Einige private Betriebe optimieren damit beispielsweise die Pendel- wege ihrer Belegschaft. Der Kundenkreis von HighQ könnte noch größer sein, wenn das Unternehmen mehr Mitarbeiter fände. Aktuell fehlen mindestens zehn Fachkräfte, sagt Kai Horn. kat Teile der Ganter Group verkauft Krise teilweise kompensiert WALDKIRCH. Der Münchner Private Equity Investor Mutares hat die Ganter Construction & Interiors GmbH erworben. Sie ist die größte der drei Gesellschaften der Ganter Group und hat die Geschäftsfelder Retail (Ladenbau), Commercial (Innenausbau von Geschäftsgebäuden, Hotels, Museen oder auch Kreuzfahrtschiffen) und Residential (Bauvorhaben für Privatkunden). Mit dem Verkauf will der Firmengründer und bisherige Eigentümer Michael Ganter laut Pressemitteilung „für eine gesicherte Zukunft des Unterneh- mens“ sorgen. In dem Unternehmen sind rund 200 Mitarbeiter be- schäftigt, etwa 130 von ihnen arbeiten in der Zentrale in Waldkirch. Zur Ganter Construction & Interiors GmbH zählen die Ganter In- terior GmbH sowie die Tochtergesellschaften in der Schweiz, in Frankreich und in Italien. Im vergangenen Geschäftsjahr (Juli 2020 bis Juni 2021) wurden 110 Millionen Euro umgesetzt. Das sind etwa zehn Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. „Durch die Coronapandemie war die Investitionsbereitschaft von Kunden in den Bereichen Retail sowie Hotel & Gastronomie leider merklich zurückgegangen“, heißt es vom Unternehmen. Ganter sei jedoch erfolgreich in der Umsetzung neuer Bürokonzepte für große Tec- und IT-Unternehmen und habe somit die Zeit der Krise teilweise kompensieren können. Nach dem Verkauf der Ganter Construction & Interiors GmbH ge- hören der Familie Ganter noch die Immobiliengesellschaft Ganter Real Estate GmbH sowie die Ganter Property Development GmbH, die beide ihren Sitz in Waldkirch haben. Letztere plant und baut derzeit ein Großprojekt für betreutes Wohnen in Breitnau. Mit- arbeiterzahlen und Umsätze dieser beiden Firmen werden nicht kommuniziert. mae Die Mobilitätsplattforum „Mobi- litySuite“ von HighQ koordiniert unterschiedliche Verkehrsmittel so, dass Nutzer möglichst schnell und nachhaltig ans Ziel kommen.

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