Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

47 10 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Mobile Function wächst Arbeitsprozesse digitalisieren VILLINGEN-SCHWENNINGEN. In technischen Kundendiensten herrscht oft Zettelwirtschaft: Von Hand ausgefüllte Berichte oder Aufträge müssen ge- tippt oder gescannt werden, sind oft unvollständig oder fehlerhaft, die Bearbeitung dauert, die Rechnungs- stellung auch. Ähnliches gilt für die Einsatzplanung. „Der ganze Serviceprozess ist durch zahlreiche Me- dienbrüche gestört und dadurch ineffizient. Die Mit- arbeiter sind unter Zeitdruck und gestresst, was zur Unzufriedenheit führt“, konstatiert Andreas Degen. Gemeinsam mit Benjamin Hauser will er das ändern. Die beiden haben 2011 die Mobile Function GmbH gegründet und mit ihrem Team eine digitale Plattform entwickelt, die sich den jeweiligen Aufgaben anpassen lässt. Der Servicetechniker dokumentiert damit den ganzen Einsatz über ein Tablet, das direkt mit dem Innendienst verknüpft ist. So folgt automatisch die Rechnung. Zudem sind die Touren vorab nach kürzes- ten Wegen berechnet. Das spart Zeit und steigert die Effizienz. „Wir schaffen ein nahezu papierloses Büro“, betont Hauser. 80 bis 90 Prozent der Mobile-Function-Kunden kommen aus dem Anlagen- und Maschinenbau mit technischem Service. Es sind große Konzerne wie der Aufzugsspe- zialist Kone gleichermaßen wie kleine und mittelstän- dische Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mehrere Tausend Mitarbeiter der Kunden nutzen mittlerweile Lösungen von Mobile Function. Parallel ist das Unternehmen selbst gewachsen: Der Umsatz legt jährlich im zweistelligen Bereich zu und lag 2020 bei 1,4 Millionen Euro (2019: 1,1 Millionen Euro). Die Pandemie hat die positive Entwicklung nicht gestoppt, im Gegenteil: „Gerade im Krisenjahr 2020 haben wir erlebt, wie die Digitalisierung der Arbeits- prozesse die entscheidende Brücke zwischen Mensch und Technik schlägt“, sagt Degen. Die Auftragslage sei weiter gut, berichtet Hauser. Deshalb ist das Team mitt- lerweile auf 20 Köpfe gewachsen. Zwei davon wurden als duale Studenten im eigenen Haus ausgebildet, zwei weitere befinden sich in der Ausbildung. kat Helfen ihren Kunden, Papier und damit Geld zu sparen: die Mobile-Function-Chefs Benjamin Hauser (links) und Andreas Degen. Duravit setzt auf Badezimmer aus einer Hand und auf Dusch-WCs Badhersteller ist wieder auf Rekordkurs HORNBERG. „Duravit geht gestärkt aus der Corona- krise hervor.“ Dies meldete der Hersteller von Design- bädern aus Hornberg im Juli. Im ersten Halbjahr 2020 war der Umsatz von Duravit coronabedingt deutlich zurückgegangen. Das zweite Halbjahr lief aber wieder besser, sodass das Unternehmen vergangenes Jahr ins- gesamt 479,4 Millionen Euro umsetzte. Damit konnte es fast an den Rekordwert aus dem Jahr 2019 anknüp- fen, als ein Umsatz von 486,8 Millionen Euro erzielt worden war. Dieses Jahr stehen die Zeichen wieder auf Wachstum: Das erste Halbjahr lief sogar besser als der Vergleichszeitraum 2019: Duravit meldet für die ersten sechs Monate 2021 ein Umsatzplus von 18 Prozent gegenüber 2019 beziehungsweise von 34 Prozent zu 2020. Vor allem im „unverändert boomenden Markt China“ sei Duravit nun überproportional gewachsen, im Heimatmarkt Deutschland, wo der meiste Umsatz mit dem Großhandel erzielt wird, um 19 Prozent. Laut CEO Stephan Tahy hat Duravit die Coronakrise dazu genutzt, die strategische Ausrichtung von Ein- zelteilen für Bad und Toilette hin zum „Badezimmer aus einer Hand“ weiter voranzutreiben. Doch nicht nur Serien sind bei Duravit gefragt, auch das Dusch-WC habe sich nun wieder als Volltreffer entpuppt. mae Die neue Bad­ serie „D-Neo“ von Duravit.

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