Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2021 Unternehmen KURZ NOTIERT Die Hahn-Schickard-Gesellschaft (Villingen- Schwenningen) und das Schweizer Unternehmen Endress+Hauser haben die Endress+Hauser Biosense GmbH in Freiburg gegründet. Deren Ziel ist es laut Pressemitteilung, schnelle mo- lekulare Analysen vor Ort zu ermöglichen und dadurch bakterielle oder virale Kontaminationen in Wasser und Getränken, genetische Verände- rungen in Lebensmitteln oder Verunreinigungen von Milch zu analysieren. Geschäftsführer des neuen Joint Ventures ist Nicholas Krohn, lange Managing Director bei Eurofins Genescan in Freiburg. Stefan Burger und Martin Schulz, vor- her Mitarbeiter von Hahn-Schickard, ergänzen das Gründungsteam. Hahn-Schickard forscht seit vielen Jahren mit der Uni Freiburg an schnellen diagnostischenVerfahren. Ein PCR-Schnelltest für Sars-CoV-2 ist 2020 mit der gemeinsamen Aus- gründung Spindiag auf den Markt gekommen. Die German Translation Network Group AG (GTN) aus Freiburg hat die Kölner Lingua-World GmbH übernommen und in den Geschäftsbe- reich German Translation Network (Getranet) eingegliedert. Damit zählt das Unternehmen nun nach eigenen Angaben zu den zehn größ- ten Sprachdienstleistern in Deutschland. Die Strategie: Unternehmen aus dem Bereich der Language Service Provider (LSP) zu übernehmen und die Synergieeffekte zu nutzen. 15 Übernah- men gab es in der 13-jährigen Firmengeschichte bereits. Die Lingua-World soll als eigenständige Teilmarke weiter etabliert und ausgebaut wer- den. Zum Angebot von Getranet zählen Über- setzungen, Dolmetschen, die Lokalisierung in alle Sprachkombinationen sowie Sprachtrainings für Unternehmenskunden. Getranet ist nun mit 13 Standorten in ganz Deutschland vertreten. Mit der Übernahme ist die Zahl der Mitarbeiter im Segment Sprachdienstleistungen um 20 auf 59 gestiegen, 125 freie Mitarbeiter wurden von Lingua-World übernommen. Erfolg für die Schwäbische Werkzeugmaschi­ nen GmbH (SW) in Schramberg-Waldmössin- gen: Sechs ihrer Auszubildenden und Dualen Studenten haben das Bundesfinale im Unterneh- mensplanspiel Playbizz gewonnen. Sie setzten sich am Ende gegen 180 Nachwuchsteams aus ganz Deutschland durch. Als Team „Technology People“ erwirtschafteten sie im Finale mit der Produktion und Vermarktung eines kompakten E-Bikes in den vier zu absolvierenden fiktiven Geschäftsjahren 21 Millionen Euro Gewinn. Gut zwei Millionen Euro mehr als die Zweitplatzierten. Autohaus Gehlert Unternehmensgeschichte aufgeschrieben FREIBURG. Wie blickt man angemes- sen auf sechs Jahrzehnte Unternehmens- geschichte und noch mehr Berufsjahre zurück? Franz-Xaver Grünwald, seit 1977 geschäftsführender Gesellschafter des Autohauses Gehlert, hat sein Lebenswerk zwischen zwei Buchdeckeln festgehalten. Unter dem Titel „Gehlert 6.0 – Mobilität in einer neuen Zeit“ fängt er nicht nur seine eigene Laufbahn und die seines Unterneh- mens, sondern auch automobile Zeitge- schichte ein. Ergänzt um Stimmen promi- nenter Wegbegleiter und eine Studie zur Evolution der Mobilität ist daraus ein 200-seitiger Blick zurück und nach vorn geworden. (Das Buch gibt es gegen eine Spende an den Förderverein für krebskanke Kinder e.V. Freiburg bei Ingrid Thoma, i.thoma@gehlert.de ) 1961 gegründet, zählt Gehlert als Volkswagen Zentrum Freiburg nach eigenen Angaben zu den 100 größten Automobilhändlern Deutsch- lands und beschäftigt 155 Mitarbeiter. Die Geschäftsführung teilt sich Grünwald inzwischen mit Thomas Morschheuser und Matthias Wagner. Ein Gespräch mit dem Seniorchef: Sie blicken auf 64 Berufs- und 83 Lebensjahre zurück. Sind Sie noch täglich im Büro? Franz-Xaver Grünwald: Ja, warum nicht? Ich bin morgens um sieben im Betrieb und gehe abends um sieben wieder. Wenn man diesen Beruf so lange macht, ist das keine Anstrengung mehr, sondern eine Freude. Wie hat das Autohaus Corona überstanden? Wir sind noch dabei uns zu erholen. Privat- wie Geschäftskunden sind wegen Corona weniger gefahren. Das dämpft die Nachfrage. Nun können wegen fehlender Chips branchenweit viele Liefertermine nicht gehalten werden. Auch das bremst. Aber das Geschäft zieht langsam wieder an. Was bedeutet das in Zahlen? In normalen Jahren verkaufen wir bis zu 6.000 Neu- und Gebraucht- fahrzeuge, machen 28.000 Reparaturen, kommen auf einen Umsatz von 70 Millionen Euro. Da sind wir noch nicht wieder. Aber ich kann mit Stolz sagen, dass unser Unternehmen in den ganzen 60 Jahren immer mit schwarzen Zahlen abgeschlossen hat. Wie hat sich das Automobilgeschäft in all den Jahrzehnten ver- ändert? In der Vergangenheit konnten Sie eine Vorausschau treffen. Das ist vorbei. Die Welt wandelt sich so schnell. Da können Sie nicht sagen, ob es morgen auch noch so gut läuft wie heute. Ihr Buch enthält einen Ausblick auf die Mobilität der Zukunft. Wo- rauf stellen Sie sich ein? Ich denke, Altbewährtes bleibt: Kundenwünsche erkennen und erfüllen, ein guter Service – das wird weiter den Erfolg ausmachen. Beim An- trieb wird es mehr Vielfalt geben, von Elektro bis Wasserstoff. Ob in Zukunft auf moderne Verbrennungsmotoren verzichtet werden kann, ist für mich noch nicht geklärt. Die Welt wird sich nicht so schnell grundlegend ändern. Interview: uh Franz-Xaver Grünwald

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