Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'21 - Hochrhein-Bodensee

27 10 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten ANZEIGE Landmarkt tägl. 8 - 19 Uhr Frischluftrestaurant Tägl. ab 12 Uhr -Selbstbedienung- Telefon: 07633/92332-170 Zum Bohrerhof 1 . D-79258 Hartheim www.bohrerhof.de . info@bohrerhof.de Das einzigartige, genussvolle L anderLebnis in der r egion Grenz- und Binnenzollstellen von Rheinfelden im Süden unseres Bezirks bis nach Appenweier im nördlichen Ortenaukreis rund 1.000 Beschäftigte zur Verfügung. Mit großen Anstrengungen suchen wir Jahr für Jahr nach qualifizierten Nachwuchskräften, die wir in den Laufbahnen des mittleren und gehobenen Dienstes ausbilden. Die positive Lage am Arbeitsmarkt, unsere Lage im Dreiländereck, der Schweizer Arbeitsmarkt und das Studienangebot hier im Raum spielen uns bei der Bewerbersuche allerdings nicht gerade in die Hände. Der Zoll arbeitet an vielen Stellen immer noch analog. Wann kommt die Digitalisierung in die Zollverwaltung? In vielen Bereichen haben wir die digitale Infrastruktur in den letzten Jahren erheblich ausgebaut und nutzen diese auch im Datenaustausch mit Wirtschaftsbeteilig- ten. Ich meine, da kann die Zollverwaltung im Vergleich mit anderen Verwaltungen sehr gut mithalten. Dennoch sind die Prozesse sehr komplex, und eine Bundesver- waltung mit rund 44.000 Beschäftigten ist in diesem Feld vor enorme Herausforderungen gestellt. Sie spielen aber sicher auf das digitale Ausfuhrverfah- ren von Waren an, welches das Abstempeln der grünen Zettel — je nach Akzeptanz — automatisieren soll. Die Entwicklungen dazu waren schon weit fortgeschrit- ten, auch weil wir intensiv daran mitgearbeitet haben. Aus technischer Sicht ist das Projekt schon sehr weit, allerdings sind die Mittel noch nicht freigegeben. Der Bundesrechnungshof hat nach wie vor Bedenken, ob sich das Verfahren tragen wird. Sicher ist aber, dass die fortschreitende Digitalisierung die Arbeit beim Zoll mehr und mehr verändern wird. Wir verzeichnen einen stetigen Arbeitsanstieg im gewerblichen und privaten Warenverkehr. Diese Mehrarbeit wird nur mithilfe digi- taler Verfahren zu schultern sein, vor allem dann, wenn der Personalbestand gleich bleibt oder sogar abnimmt. Viele Menschen stehen dem digitalen Ausfuhrverfah- ren über eine App kritisch gegenüber und sehen ihren Datenschutz gefährdet. Was entgegnen Sie denen? Ich bin fest davon überzeugt, dass sich ein digitales Ausfuhrverfahren im nichtkommerziellen Warenver- kehr durchsetzen wird. Es ist einfacher, bequemer und schneller. Die Nutzer wären dann zum Beispiel unabhängig von Öffnungszeiten und müssten nicht mehr in langen Schlangen vor den Serviceschaltern an den Zollämtern warten. Bedenken zum Datenschutz sind natürlich berechtigt. Aber als Behörde gibt es für uns hinsichtlich des Datenschutzes selbstverständlich keine Kompromisse. Von einem gläsernen Käufer kann also gar keine Rede sein. Welche Wünsche, Ideen und Vorstellungen haben Sie zu Ihrem Dienstantritt als Leiter des Hauptzoll- amts Lörrach mitgebracht? Es ist mir wichtig, dass wir unseren gesetzlichen Ar- beitsauftrag erfüllen und uns besonders gegenüber Wirtschaftsunternehmen als Partner erweisen und auf keinen Fall als Hemmschuh. Auch ist es mir ein großes Anliegen, Bürgerinnen und Bürgern die Sinnhaf- tigkeit unserer Aufgaben zu vermitteln. Leider weht uns manchmal aus dieser Richtung ein unverständiger Wind entgegen. Meinen Beschäftigten verlangt dies in vielen Bereichen ein dickes Fell ab. Trotz dieser Belastungen versuche ich dazu beizutragen, dass meine Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter gerne an ihren Arbeitsplatz kommen. Interview: hw

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