Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '21 -Südlicher Oberrhein
24 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 9 | 2021 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein I nnenstädten steht ein großer Wandel bevor. Geändertes Ein- kaufsverhalten, Digitalisierung und auch die Coronakrise tra- gen zu diesem Prozess bei. Kommunen sind derzeit gefordert, Zukunftskonzepte für lebendige und vielfältige Stadtzentren zu entwickeln. Zur Unterstützung hat das Wirtschaftsministerium ein Förderprogramm entworfen. Ziel ist die Stärkung der Innen- städte als Standorte des stationären Einzelhandels und anderer innenstadtrelevanter Akteure wie Gastronomie, Hotellerie, Dienst- leistung sowie kommunalen Einrichtungen. Bei der IHK Südlicher Oberrhein setzt das Projekt Thomas Kaiser als Innenstadtberater um und steht den Kommunen in der Region zur Seite. Wie können Kommunen ihre Einzelhändler vor Ort aktuell unterstützen? Thomas Kaiser: Hier gibt es ein Konglomerat an Möglichkeiten. Das reicht von der Förderung der Außengastronomie bis hin zum Verzicht auf Parkgebühren. Wichtig ist, dass das Thema „Innen- stadt als Wirtschaftsraum“ gemeinsam von Stadtverwaltung und Standortgemeinschaft angegangen wird. Als IHK unterstützen wir mit dem IHK-Innenstadtberater. Erste Maßnahme hier: eine Verein- barung „Pro Innenstadt“ zwischen den Akteuren zu schmieden. Im Juli hat zum Beispiel die Stadt Kehl eine solche unterzeichnet. Die 14 Punkte darin können als roter Faden der Maßnahmen bezeich- net werden, die dem Handel, aber auch allen anderen Akteuren, Betrieben und Besuchern der Städte zugutekommen. Was raten Sie den lokalen Einzelhändlern, um jetzt und auch in Zukunft weiter erfolgreich zu agieren? „Jetzt nicht nachlassen!“ muss das Motto sein. Viele haben wäh- rend der Lockdowns aus der Not heraus schnell zu digitalen Hel- ferlein gegriffen. Webseiten wurden erstellt und optimiert, Online- shops eingerichtet, Lieferservices digital abrufbar gestaltet oder Social-Media-Kanäle installiert. Mit Ende der Lockdowns zeigte sich allerdings, dass diese guten Ansätze nun wieder an zweiter Stelle stehen und die Händler sie entsprechend stiefmütterlich behandeln. Dranbleiben und wei- termachen, das wäre mein Wunsch. Auch wenn es Zeit kostet. Hier Zeit und Geld zu investieren, macht widerstandsfähig und zukunftsfit. Wie hilft die IHK dem Einzelhandel? Nicht nur der Einzelhandel, sondern alle Akteure im Mikrokosmos Innenstadt werden von mir als IHK-Innenstadtberater unterstützt. Neben der individuellen Stärkung und Beratung der Unternehmen ist es meine Aufgabe, mit den Aktiven im Stadtmarketing und in den Gewerbevereinen – etwa über die Initiative Standorthelden – den Standort insgesamt zu stärken. Sieben Städte begleite ich in die- sem Prozess bis Ende 2022 sehr intensiv. Die Städte sind Modell- städte für andere Kommunen. Gute Ideen werden dort entwickelt und umgesetzt und dann auf andere Gemeinden übertragen. naz Mehr zum Thema „Wirtschaft und Kommune“: www.suedlicher-oberrhein.ihk.de/innenstadt Über Modellstädte zu Lösungen für alle Land fördert IHK-Innenstadtberatung Thomas Kaiser, Innenstadt- berater der IHK Südlicher Oberrhein Bild: Michael Bode für die IHK Südlicher Oberrhein 15. Freiburger Innovationspreis IHK prämiert Produkt der Luftmeister GmbH A lle zwei Jahre wird der Freiburger Innovationspreis vergeben. Er geht seit 1992 jeweils an kleine und mittlere Unternehmen aus der Region, die mit span- nenden und innovativen Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen eine unabhängige Jury überzeugen. 35 Bewerbungen hatte es in diesem Jahr gegeben, sechs Firmen wurden im Juni ausgezeichnet. Dabei ging der erstmals ausgelobte und mit 3.000 Euro dotierte Sonderpreis der Industrie- und Handelskam- mer Südlicher Oberrhein an die Luftmeister GmbH für ein innovatives Abrechnungsmessgerät für Lüftungs- anlagen. Die Handwerkskammer Freiburg zeichnete Mona & Lisa Hörakustik für Frauen aus. Die Initiatorin des Innovationspreises, die Technolo- giestiftung Biomed Freiburg, vergab gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern Stryker Leibinger und Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau drei ebenfalls mit je 3.000 Euro ausgestattete Preise an die Firmen High-Q Computerlösungen, Phaseform und Spindiag. Den Anerkennungspreis und damit 1.000 Euro erhielt das Startup Logo-Leon. Die nächste Ausschreibungs- runde startet im Sommer 2022. uh www.biotechpark.de/de/ freiburger-innovationspreis »‚Jetzt nicht nachlassen!‘ muss das Motto sein«
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