Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
I 9 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Campus Schule-Wirtschaft: Innovative Ideen für die Berufsorientierung Das Netzwerk wächst weiter S eit mehr als zehn Jahren engagieren sich Schu- len, Arbeitgeber und verschiedene Institutionen aus der Region Rottweil im „Campus Schule- Wirtschaft“. 2020 hat das zur gemeinnützigen Ge- nossenschaft umfirmierte Netzwerk im Rottweiler Neckartal die „Experimentierwelten“ eröffnet. In die- ser Science-Ausstellung zum Anfassen und Auspro- bieren können Schüler, Lehrer und Eltern spielerisch naturwissenschaftliche Phänomene und so vielleicht auch eine Neigung zu den Naturwissenschaften ent- decken. Die Akteure rund um Geschäftsführerin Chris- tine Schellhorn freuen sich darüber, Besucher wieder willkommen heißen zu dürfen. Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg war von Anfang an Partner in diesem engagierten Netzwerk. Im März 2021 hat das IHK-Präsidium beschlossen, für die nächsten fünf Jahre je 7.500 Euro jährlich der Genos- senschaft zuzuwenden, um den Betrieb der Experi- mentierwelten aufrechtzuerhalten. Vizepräsidentin Bettina Schuler-Kargoll brachte bei ihrem Besuch im Neckartal die enge Verbundenheit von Campus Schule- Wirtschaft und IHK zum Ausdruck. „Berufsorientierung und die Zusammenarbeit von Schulen mit Unterneh- men sind wichtige Säulen für die IHK, deswegen un- terstützen wir dieses Engagement sehr gern“, sagte Schuler-Kargoll. Geschäftsführerin Christine Schell- horn berichtete von den Zukunftsplä- nen. Über den „Experimentierwelten“ sollen „Arbeitswelten“ entstehen. Den Machern schwebt eine gemischt virtu- elle und analoge Ausstellung vor. Da- mit will der Campus Schule-Wirtschaft nicht nur Arbeitswelten aufzeigen, sondern auch die notwendigen Kom- petenzen der zukünftigen Nachwuchskräfte stärken. Die virtuellen Räume sollen deshalb auch das Angebot in den Schulen außerschulisch ergänzen. Schüler und Auszubildende können dabei auf neue Art lernen. Die Entwicklung zusätzlicher Angebote erfolgt in enger Abstimmung mit den regionalen Schulen im Netzwerk. Alle Angebote werden mit den Lehrkräften und Ausbil- dungsleitern gemeinsam entwickelt. Eine Projektgruppe aus Lehrern, Ausbildungsleitern, Studenten und Schülern bringt sich für die neuartige Ausstellung ein. „An den Beruflichen Schulen Obern- dorf-Sulz steht die schulische, berufliche Bildung im Vordergrund. Wir begleiten die Jugendlichen beim Übergang von den allgemeinbildenden Schulen in den Beruf. Hierfür ist es hilfreich, sich regelmäßig mit den anderen Netzwerkmitgliedern vom Campus Schule-Wirtschaft auszutauschen und neue, innova- tive Projekte anzustoßen und umzusetzen. Das neu- este Projekt der Virtuellen Arbeitswelten ist meiner Meinung nach absolut zukunftsweisend“, sagt Frank Berger, Aufsichtsrat Campus Schule-Wirtschaft und stellvertretender Schulleiter der Beruflichen Schulen Oberndorf-Sulz. Auch Heiko Maier von der Rottweiler Firma Mawa- Solutions bringt sich in der Projektgruppe ein. Für ihn steht fest: „Je früher wir die Jugend an die Ar- beitswelt heranführen, desto einfacher fällt später die Berufswahl. Dazu trage ich gerne meinen möglichen Teil in einem solch hochkarätig besetzten Team bei.“ An- dreas Bitzer, Gesamtausbildungsleiter von Kern-Liebers in Sulgen ist vom Er- folg des Projekts überzeugt. Er betont vor allem die menschliche Komponente des Netzwerks: „Entscheidend bleibt der Mensch, er entwickelt und produziert Produkte, vertreibt und konsumiert sie. Deshalb ist in jedem Projekt bei Campus Schule-Wirtschaft der Mensch im Mittelpunkt. Aus diesem Blickwinkel heraus entwickeln wir unsere er- folgreichen Projekte. Am Ende müssen die Vorhaben dem Menschen dienen und nicht umgekehrt“. Dafür stehen auch alle Teammitglieder, denn sie sind vom Ergebnis selbst direkt betroffen. MK Die Projektgruppe des Campus Schule-Wirt- schaft plant die „Virtuellen Arbeitswelten“ – hier beim Treffen in den Beruflichen Schulen Oberndorf-Sulz. Im Obergeschoss der Experimentierwelten wird die Erweiterung geplant. Mit dabei (von links) IHK-Vize- präsidentin Bettina Schuler-Kargoll, Christine Schellhorn, geschäftsführende Vorsitzende von Campus Schule- Wirtschaft, und Miriam Kammerer, Bildungsreferentin der IHK und Vor- standsmitglied. »Je früher wir Jugendliche an die Arbeitswelt heranführen, des- to einfacher fällt die Berufswahl« Bild: Christine Schellhorn Bild: Stefanie Siegmeier
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