Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '21 - Hochrhein-Bodensee

47 9 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Schwarzwaldmilch: Bestes Wirtschaftsjahr Zuwächse im Lebensmitteleinzelhandel FREIBURG. Die Molkerei Schwarzwaldmilch, die ver- gangenes Jahr 90-jähriges Bestehen feierte, hat 2020 ihren Umsatz um mehr als fünf Prozent gesteigert. „Das Jubiläumsjahr war das bislang beste Wirtschafts- jahr“, sagte Geschäftsführer Andreas Schneider bei der virtuellen Pressekonferenz Anfang Juli. An den bei- den Standorten Freiburg (Frischmilchprodukte) und Offenburg (Milchpulverprodukte) erzielte die genos- senschaftlich organisierte Milcherzeugervereinigung insgesamt rund 220 Millionen Euro Umsatz – gut elf Millionen mehr als 2019. Das ist laut Schneider auf Zuwächse im Lebensmitteleinzelhandel zurückzufüh- ren, die die pandemiebedingten Rückgänge bei Groß- verbrauchern und im Export überkompensiert hätten. Erneut entwickelten sich vor allem die Schwarzwald- milch-Marken sehr positiv, allen voran die Biomarken. Gut 17 Prozent legte das Markengeschäft insgesamt zu, die Bioprodukte rund 32 Prozent und die Bio-Heu- milch sogar um mehr als 70 Prozent. „Wir wachsen über Normalpreise“, betonte Schneider. Man sei nicht im Aktionsgeschäft im Handel tätig, orien- tiere sich nicht an Absatz- oder Umsatzzahlen, sondern am Ertrag. So konnte die Molkerei auch vergangenes Jahr überdurchschnittliche Auszahlungspreise für ihre 966 Milchbauern realisieren, die zugleich Genossenschafts- mitglieder sind. Der Milchpreis betrug im Jahresschnitt 40,32 Cent pro Kilogramm konventioneller Milch bezie- hungsweise 56,03 pro Kilo Biomilch und lag damit deut- lich über dem Landes- und Bundesschnitt. Beim Biopreis sei man „national führend“, so Schneider. „Je mehr Milch wir in die Marke bringen, desto stärker werden wir“, sag- te der Schwarzwaldmilch-Geschäftsführer. Ein hundert- prozentiger Markenanteil bei den Frischmilchprodukten könne den Auszahlungspreis um weitere fast 20 Prozent steigern. Aktuell liege der Markenanteil in Freiburg ins- gesamt bei etwa 70 Prozent, bei Frischmilch seien es 20 bis 25 Prozent. Schneider sieht „noch große Potenziale“ für die eigenen Marken im Lebensmitteleinzelhandel außerhalb der Region. Die wolle man nutzen. Auch der Umsatz mit den in Offenburg hergestellten Produkten für die Lebensmittelindustrie wie Milch-, Sahne- oder Joghurtpulver stieg 2020 um fast sechs Prozent. Hier arbeiten 96 der insgesamt 426 Beschäftigten. Die 2019 gegründete Tochterfirma Black Forest Nature GmbH hat das Gruppengeschäft mehr als erwartet beflügelt. Der Umsatz mit den seit Frühjahr 2020 unter der Marke Velike verkauften veganen Haferdrinks lag laut Schneider im siebenstelligen Bereich und habe die ursprüngliche Prognose damit verdoppelt. Mittlerweile stellt Black Forest Nature auch vegane Kochcreme, Eis- und Joghurtalternativen her. „Wir werden das vega- ne Geschäft weiter ausbauen“, sagte Schneider. „Das heißt aber nicht, dass wir uns von der Milch trennen. Im Gegenteil.“ Auch Aufsichtsratsvorsitzender Markus Kaiser, selbst Milcherzeuger, sieht die vegane Alter- native nicht als Konkurrenz zur Kuhmilch: „Die einen trinken die eine, die andere das andere.“ Beim Projekt Käsemanufaktur hat die Pandemie ver- gangenes Jahr den Zeitplan durcheinandergebracht. Der Architekturwettbewerb musste verschoben wer- den. Mittlerweile sei aber ein Entwurf gekürt, berichte- te Schneider, bei den Verträgen rund um den Neubau befinde man sich auf der Zielgeraden. Er rechnet damit, dass der Bau in Titisee Ende 2022 startet und Ende 2023 die Käseproduktion beginnen kann. Die ersten Produkte kämen dann 2024 auf den Markt. kat Die Schwarzwaldmilch- Chefs präsentieren Marken- neuheiten: Aufsichtsrats- vorsitzender Markus Kaiser (links) und Geschäftsführer Andreas Schneider. Intercard Informationssysteme wächst weiter 2020 in Summe positiv VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Die börsennotier- te Intercard Informationssysteme AG ist im vergangenen Geschäftsjahr weiter gewachsen. Vor allem durch den Erwerb der Schweizer Polyright AG und der ID Pendant GmbH (Unterschleißheim) konnte das Unternehmen den Umsatz auf 20,6 Millionen Euro erhöhen und damit zum ersten Mal die 20-Millionen-Euro-Marke durchbrechen. Das von Corona geprägte Geschäftsjahr 2020 wurde in Summe positiv gemeistert, wie es in der Pressemeldung heißt. „Damit hat unser Geschäftsmodell seine Tragfä- higkeit erneut bewiesen“, so Vorstand Gerson Riesle während der virtuellen Hauptversammlung Mitte Juni. Der Hersteller von Bezahlungs- und Identifizierungssys- temen beschäftigt derzeit 150 Mitarbeiter. ak

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