Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '21 - Hochrhein-Bodensee
44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 9 | 2021 UNTERNEHMEN Andreas Heinrichs‘ Getränkehandel wächst Jetzt auch online SULZ AM NECKAR. Der Getränkehändler Andreas Heinrichs hat einen zweiten Vertriebskanal gestartet: Unter dem Namen Durstpost betreibt er seit Juni einen Onlinelieferservice für Getränke in den Landkreisen Rottweil und Freudenstadt sowie dem Zollernalbkreis. „Sowas gab es bei uns auf dem Land noch nicht“, sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann. Bei Bestellungen bis 12 Uhr mittags garantiere er eine Lieferung noch am selben Tag, sagt Heinrichs. Eine Liefergebühr berechne er nicht. Im ersten Coronajahr kam ihm angesichts des Onlinebooms die Idee für den eigenen Onlineshop. In die Software, die er sich entwickeln ließ, investierte er einen mittleren sechsstelligen Betrag. Heinrichs rechnet für die kommenden beiden Jahren mit jeweils ähnlich hohen Investitionen, um die Software zu opti- mieren und die Rechnerleistungen auszubauen. Bislang bietet er ein Drittel seines rund 1.400 Produkte umfas- senden Sortiments auch online an. Die Nachfrage in den ersten Wochen hat seine Erwartungen übertroffen. „Es läuft super“, sagt Heinrichs, der sich auch mal selbst hinters Steuer setzt, um die Onlinebestellungen auszuliefern. Außerdem hat er dafür bislang vier Mini- jobber eingestellt. Weitere sollen folgen. Seit 2016 betreibt Andreas Heinrichs in Sulz am Ne- ckar den Getränkehandel GH Getränke. Damals hat- te der heute 32-Jährige das elterliche Unternehmen aus Horb am Neckar und einen weiteren Betrieb aus Epfendorf (beide Landkreis Rottweil) übernommen und an dem heutigen Standort unter dem neuen Na- men GH Getränke weitergeführt. Dafür hatte er ein ehemaliges Logistikgebäude umgebaut, das 3.500 Palettenstellplätze bietet. Aus den damals drei Mitar- beitern sind inzwischen 15 geworden. Außerdem hat Heinrichs weitere kleinere Mitbewerber in der Regi- on übernommen, die aus Altersgründen ihr Geschäft aufgegeben und keinen Nachfolger gefunden hatten. Sein Fuhrpark umfasst acht Fahrzeuge. Mit diesen beliefert er vor allem Privatkunden in einem Umkreis von rund 30 Kilometern mit 500.000 bis 800.000 Ge- tränkekisten im Jahr – „etwa alle zwei Wochen mit der klassischen Milchmanntour“, berichtet Heinrichs. 85 Prozent der Kisten entfallen auf alkoholfreie und 15 Prozent auf alkoholhaltige Produkte. Sein Umsatz ist jedes Jahr gewachsen, von 2019 auf 2020 um rund 25 Prozent. 2020 brach er coronabedingt allerdings um rund 15 Prozent ein. Der Gewinn blieb aber auf Vorjahresniveau. „Der alkoholfreie Absatz hat massiv zugelegt“, erklärt Heinrichs. Die Gewinnmarge pro Kis- te alkoholfreier Getränke sei zwar kleiner, dafür seien sie leichter zu vertreiben. mae Getränkehändler Andreas Heinrichs (zweiter von links) mit seinen Durstpost-Fahrern Markus Recknagel (links) Bernd Rebmann (zweiter von rechts) und Matthias Heinrichs (rechts). Bild: Thomas Fritsch Herrenknecht zieht Bilanz Kein repräsentatives Jahr, aber passable Performance SCHWANAU. „Das operative und taktische Managen dieser Son- dersituation ist uns im Konzern sowie in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Aufraggebern überwiegend gut gelungen“, heißt es in der Pressemitteilung des Herrenknecht-Konzerns zum Geschäftsjahr 2020. Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie sei es nicht repräsentativ gewesen. Im ersten Halbjahr habe die Krisen- bewältigung im Mittelpunkt gestanden. Ab Jahresmitte „operierten die weltweiten Projektbaustellen, bei denen Vortriebstechnik oder Serviceleistungen von Herrenknecht involviert waren, im Großen und Ganzen auf gewohntem Niveau“. Im gesamten Jahr erbrachte der Konzern eine „insgesamt passable Performance“, hieß es. In Zahlen heißt dies Folgendes: Der Verkauf neuer Maschinen und Leistungen lief 2020 gut, der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahr um 13,4 Prozent auf circa 1,15 Milliarden Euro. Dagegen ging der Konzernumsatz von etwa 1,22 Milliarden Euro 2019 auf rund 1,01 Milliarden Euro zurück. Als Grund wurde genannt, dass sich die Vergabe großer Projekte in Europa zeitlich verschoben habe. Das Gros des Umsatzes erwirtschaftet der Tunnelbohrspezialist tradi- tionell im Ausland – 2020 waren es 978 Millionen Euro (2019: 1,19 Milliarden Euro. Herrenknecht beschäftigte zum Jahresende weltweit 5.244 Mitarbei- ter (ohne Auszubildende, inklusive Leiharbeiter) – Ende 2019 waren es 5.031. Als Grund für die Veränderung wurde die unterschiedliche Zahl der Leiharbeiter genannt, die projektbezogen schwankt und zum Stichtag in China höher war. Am Hauptsitz in Schwanau waren vergangenes Jahr 2.395 Mitarbeiter (inklusive 210 Azubis, ohne Leiharbeiter) beschäftigt (Vorjahr: 2.431, davon 207 Azubis). In das laufende Jahr ist Herrenknecht laut Pressemitteilung „mit einem soliden Auftragseingang“ gestartet und rechnet mit einem „leicht ansteigenden Umsatzwachstum“. sum
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