Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '21 - Hochrhein-Bodensee

43 9 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Badischer Winzerkeller will profitabel werden – Umsatzplus auch in der Pandemie Konzentration auf starke Marken BREISACH. Weniger verschiedene Weine, straffere Geschäftsprozesse, um zehn Prozent niedrigere Kos- ten und eine bessere Ertragslage – dies möchte der Badische Winzerkeller mit Sitz in Breisach bis 2023 erreichen. Die Ziele stellte André Weltz, seit Jahres- beginn geschäftsführender Vorstand des Unterneh- mens, Ende Juni der Presse vor. „Das Traubengeld muss auch operativ verdient werden, und wir wollen unseren Winzern ein auskömmliches Einkommen si- chern“, erklärte er den bereits 2019 angestoßenen Transformationsprozess. In der Vergangenheit sei das Verhältnis von Kosten und Erlösen „etwas unausge- wogen“ gewesen. Die Mitarbeiter des Badischen Winzerkellers verarbei- ten die Trauben, die 49 Winzergenossenschaften von Tauberfranken bis zum Bodensee anliefern, zu Wein. Derzeit umfasst das Sortiment 1.446 verschiedene Produkte. Deren Zahl werde laut Weltz künftig gerin- ger, er geht davon aus, dass sie dreistellig sein wird. Fokussieren will sich das Unternehmen auf seine Marken, mit denen es am meisten wächst. Dies zeigt auch ein Blick in die Bilanz des Jahres 2020, die Weltz ebenfalls präsentierte: Der Umsatz mit den Marken Martin Schongauer, Heinrich Hansjakob und Schloss Munzingen sowie der Discount-Premium- bereich legten erneut zu – vergangenes Jahr um 7,7 Prozent auf knapp 21,1 Millionen Euro. Insgesamt setzten die Breisacher 46,6 Millionen Euro um, das sind 2,8 Prozent mehr als 2019. Der Absatz stieg um 5,1 Prozent auf knapp 17 Millionen Liter. „Wenn man die Umstände berücksichtigt, sind wir gut durch das Jahr gekommen, was die Erlöse angeht“, sagte Weltz. Denn coronabedingt ging der Umsatz mit der Gastronomie (minus 51,5 Prozent), dem Fachhandel (minus 22,2 Prozent) und im Export (minus 18,1 Pro- zent) zurück. Dafür legten die Geschäfte mit dem Lebensmitteleinzelhandel inklusive Discounter, dem mit einem Anteil von 85 Prozent größten Absatzkanal, und dem Onlinehandel zu. Die Höhe des Traubengelds für die Winzer blieb stabil. Allerdings gingen die Bestände des Winzerkellers an- gesichts der wetterbedingt geringeren, wenn auch qualitativ hochwertigen Erntemenge zurück: 2020 wurden 17 Millionen Kilogramm Trauben angeliefert, das sind drei Millionen weniger als im Vorjahr. Damit sank der Bestand an Wein und Sekt um 3 auf 21,1 Millionen Liter. Das hatte auch Auswirkungen auf den Jahresfehlbetrag, der erneut stieg, und zwar um rund 300.000 Euro im Vergleich zu 2019 auf circa 1,7 Millionen Euro. Gespart wurde bei den Perso- nalkosten, die um 4,8 Prozent auf 9,4 Millionen Euro zurückgingen. 167 Mitarbeiter (Vorjahr 162) waren beschäftigt sowie 14 Azubis. mae Der „Martin Schongauer“ gehört zu den stark wach- senden Markenweinen des Badischen Winzerkellers. Bezirkssparkasse Reichenau Erneut gewachsen REICHENAU. Die Ausweitung des Kundenge- schäfts der Bezirkssparkasse Reichenau, allen vo- ran die Verbindlichkeiten gegenüber den Kunden, trugen „sehr stark zum Wachstum bei“. Dies ist im Jahresbericht 2020 des Geldinstituts zu lesen. Da- nach stieg die Bilanzsumme um 9,6 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro und das Geschäftsvolumen um 8,4 Prozent auf rund 1,44 Milliarden Euro. Das Kunden- kreditvolumen erreichte 2020 einen Wert von etwa 1,27 Milliarden Euro und damit 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Ebenfalls gesteigert werden konnten Zins- und Provisionsüberschuss: Erster um 3,8 Prozent auf 18,9 Millionen Euro, zweiter um 3,6 Prozent auf etwa 4 Millionen Euro. Allerdings drehte sich der Saldo aus Bewertungen und Risikovorsorge ins Negative (von 326.000 auf -503.000 Euro), sodass der Jahresüber- schuss um 18,2 Prozent auf 323.000 Euro sank. Mit einem Rückgang von 1,1 Prozent auf rund 8,3 Millio- nen Euro blieb das Betriebsergebnis vor Bewertung indes stabil. Die Cost-Income-Ratio konnte von 60,98 auf 62,39 Prozent gesteigert werden. Die Sparkasse hat sechs Standorte auf der Reichenau sowie in Allensbach und beschäftigte zum Jahresende 145 Mitarbeiter, davon elf Azubis. sum Bilder von der Pressekon- ferenz gibt es unter www. wirtschaft-im-suedwesten. de/news/winzerkeller

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