Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'21 - Hochrhein-Bodensee

IHK Hochrhein-Bodensee REGIO REPORT Bauen Sie auf das stärkste Fundament von allen: Vertrauen. www. stocker-bau.de STO_Anz_IHK_185x30.indd 1 10.12.14 21:05 ANZEIGE cher Stelle gekennzeichnet? Antriebe, Kompressoren, PCs/ Bildschirme, Heizungen oder Lüfter, die durchlaufen, kosten Energie. 2. Gibt es leerlaufende Anlagen und Geräte? Vieles braucht auch im Stand-by-Modus Strom. Gibt es lau- fende Förderbänder ohne Transportgut? Ist eine Zeitschaltung möglich? 3. Sind effiziente Antriebe und Motoren verbaut? Viele ältere Motoren sind wenig effizient. Moderne Elektromotoren sparen zwischen drei bis zehn Prozent an Strom ein. Auch wenn Sie diese nicht sofort austauschen müssen, werden aber Moto- ren wegen eines Defektes ersetzt, könnten effizientere Motoren eingebaut werden. 4. Erfassen Sie offensichtliche Mängel? Überall wo Klebeband, Hilfskonstruktionen aus Pappe, Holz et cetera angebracht sind, können unerwünschte Energieverbräu- che dahinterstehen. Schutzeinrichtungen sollten dabei aber niemals umgangen werden. 5. Wo quietscht, scheppert, rumpelt was? Unbekannte oder hohe Geräuschpegel aus Druckluft, Klimatech- nik, Lüftungsanlagen, Zugluft und so weiter? Wo sind wiederholte Reparaturen notwendig? Hier könnten Leckagen, mechanische Defekte oder falsche Einstellung vorliegen. Neben Verschleiß führt das oft auch zu mehr Energieverbrauch. 6. Wo ist es zu warm oder zu kalt? Anzeichen für unnötige Wärme oder hereinströmende Kälte, mangelnde Dämmung, Zugluft und Durchzug, offene Fenster oder Türen 7. Ist es in Bereichen zu hell oder zu dunkel? Unnötige Beleuchtung an, oder kann Tageslicht Abhilfe schaffen? Sind verschmutze Fenster oder Leuchten vorhanden? Wände hell streichen spart Beleuchtung. Tipp: Nutzen Sie jeden Betriebsrundgang und nehmen diese sieben Fragen als Grundlage für einen Energieeffizienz-Check mit. Sie wer- den sehen, es gibt immer Potenziale, Energie einzusparen. ZiM Weitere Informationen und Hintergründe zum Thema „Klimaschutz in Unternehmen“ finden Sie unter www.konstanz.ihk.de/ klimaschutz 5132338, IHK-Ansprechpartner ist Michael Zierer 07622 3907-214 michael.zierer@konstanz.ihk.de NACHGEFRAGT bei Harald Volk, Leiter Allgemeine Dienste und Sicherheitsingenieur bei Dunkermotoren Welche Rolle spielen Energieeffizienz und Klima- schutz bei Dunkermotoren? Eine sehr wichtige Rolle. Seit den 90er-Jahren arbei- ten wir an dem Thema Energieeffizienz. Als ich vor 25 Jahren bei Dunkermotoren eingestellt wurde, ist mir aufgefallen, dass im Winter an vielen Stellen auf dem Gebäudedach Gras wächst, obwohl überall Schnee lag. Wir haben unsere Abwärme aus der Produktion über das Dach weggeblasen. Damit ging alles los. Wir wollten diese Energie erschließen und für uns nutzen. Die Abwärme haben wird zusammengeführt. Ein Sprinklerbecken dient als Wärmespeicher für die Wärmepumpe. Die kann bei Bedarf die Heizung unterstützen. In der kalten Jahreszeit nutzen wir die Abwärme zum Heizen. In der restlichen Zeit speisen wir sie in das Nahwärmenetz von dem Unternehmen Solarkomplex ein. Durch die Kooperation mit Solarkomplex benötigen wir kein Heizöl mehr. Wenn wir mehr Bedarf haben, können wir uns auch über das Nahwär- menetz versorgen. Ist das Thema immer auf Ihrer Agenda? Ja, wir betrachten alle Neuerungen und Verbesserungen unter dem Aspekt der Energieeffizienz. Das ist unsere Unterneh- menspolitik. Wir haben schon viel getan, aber Potenzial gibt es immer. Das ist eine fortlaufende Analyse. Unser Energiemanagement schafft sehr viel Transparenz. Wir haben ein Messstellenkonzept eingeführt und dafür alle großen Verbraucher mit Zählern aus- gestattet. Die dazugehörige Software liefert uns durchgehend Zahlen. Wir wissen ganz genau, wo und wie viel Energie verbraucht wird. Aktuell haben wir unsere Beleuchtung auf LED umgestellt und die Drucklufterzeugung erneuert. Die Abwärme speisen wir ins Nahwärmenetz ein. Außerdem durchleuchten wir den Energieverbrauch am Wochenende während der Betriebsruhe. Die IT, die Pumpen und Kühlanlagen sind Dauerläufer, hier analysieren wir Optimierungsmöglich- keiten. Sehen Sie sich gut für die Zukunft aufgestellt? Wir sind sehr gut aufgestellt und anderen Unternehmen vor- aus. Das stimmt uns zuversichtlich. Wir sind hier im schönen Schwarzwald und haben die Natur direkt vor der Haustüre. Die Umwelt nicht zu belasten, gehört zu unserem Selbstver- ständnis. Einen Teil unseres Stromes decken wir jetzt mit einer Photovoltaikanlage. Aber ich will ganz ehrlich sein. Der Weg zur Klimaneutralität ist noch sehr weit, das wissen wir, aber jeder Baustein ist ein Beitrag. Interview: hw Harald Volk

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