Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'21 - Hochrhein-Bodensee
24 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2021 Energieverbrauch und Kosten Zuerst nutzen Sie alle vorhandenen Informationsquellen. Alle Rech- nungen über Energieverbrauch und Energiekosten im Unternehmen der vergangenen drei Jahre sind die Ausgangsbasis. Aufgeteilt nach Art der Brennstoffe und Elektrizität, zeigen sie die wesentlichen Ver- brauchsmengen an. Vergleichen Sie die jeweiligen Energiepreise je Kilowattstunde für Strom oder den Preis pro Liter für Heizöl oder Kraftstoffe. Auf der Stromrechnung wird auch der CO 2 -Ausstoß in Kilogramm pro Kilowattstunde (kg/kWh) Strom angegeben. Das ergibt eine erste Orientierung, wie hoch Ihr CO 2 -Ausstoß im Unternehmen ist. Produktionsdaten Im nächsten Schritt werden die Produktionsdaten der drei Ver- gleichsjahre betrachtet. Wurden neue Produkte eingeführt oder andere aus dem Sortiment genommen? Gab es Sonderschichten oder längere Betriebsruhe? Aus diesen Verbrauchswerten können nun Berechnungen zum Energieverbrauch nach Nutzfläche oder je Stück produziertem Artikel ermittelt werden. Interne Verbraucher Eine Erfassung der internen Verbraucher ist eine wichtige Grundlage, um die Energieströme zu verstehen. Viele Geräte laufen im Hinter- grund und verbrauchen Energie. Heizungen, Klima- und Lüftungs- anlagen oder auch die IT sind Dauerläufer und gehören hier dazu. Weitere Großverbraucher sind Pumpen, Antriebe, Kompressoren und Kühlsysteme. Nicht zu vergessen alle Produktions- und Fertigungsan- lagen oder auch die Beleuchtung. Nun stellt sich die Frage, wie lange die Verbraucher am Tag laufen? Eine große Maschine, welche nur eine Stunde am Tag läuft, kann am Ende weniger Energie verbrauchen als ein dauerlaufender Lüfter mit kleinem Elektromotor, der aber 24 Stunden an sieben Tagen die Woche im Einsatz ist. Dazu sollten die Einsatz- beziehungsweise Laufzeiten gemessen oder zumindest geschätzt werden. Mit dem Wissen aus Verbrauchszahlen der Energieträger Strom, Gas, Heizöl und Wasser sowie der Aufnahme der Energieverbraucher im Unternehmen lassen sich nun die wirklich interessanten Großver- braucher identifizieren. Alle Verbraucher sollten unter folgenden Gesichtspunkten be- trachtet werden: 1. Muss dieses Gerät/diese Anlage wirklich eingeschaltet sein? Sind eingeschaltete Geräte gegebenenfalls mit verantwortli- Serie: Klimaschutz in Unternehmen (1/3) Wie fange ich an? Die Wirtschaft ist einem ständigen strukturellen Wandel unterworfen. Der aktuell stärkste Treiber ist der Klimaschutz. Unternehmen müssen sich an das veränderte Klima und sich wandelnde Wetterbedingungen anpassen. Dadurch werden bestimmte bisherige Produkte, Produktionsweisen, Märkte und Standorte infrage gestellt. Doch viele Unternehmen unterschätzen den Klimaschutz und die Auswirkungen auf den eigenen Betrieb. In der Serie „Klimaschutz in Unternehmen“ zeigen wir, welche Schritte in einem Betrieb notwendig sind, um ihn sukzessive auf Klimaneutralität umzustel- len. In der ersten Folge unserer dreiteiligen Serie geht es um eine Bestandsaufnahme, die ersten Schritte zu Energieeffizienz und Klimaschutz.
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