Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'21 - Hochrhein-Bodensee
IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 4 | 2021 UnterneHmen Kreissparkasse Rottweil kommt gut durchs Coronajahr 7,3 Prozent mehr Förderkredite ROTTWEIL. „Die Kreissparkasse rottweil ist gut durch das Coronajahr 2020 gekommen.“ Diese Bi- lanz des vergangenen Jahres zog der Vorsitzende des Vorstands, matthäus reiser, Anfang märz. Die Zahlen: Die Bilanzsumme erreichte ein Volumen von rund 3,28 milliarden euro (2019: circa 3,02 milliarden euro), das Geschäftsvolumen von 3,54 milliarden euro (2019: 3,34 milliarden euro). Die Kundeneinlagen stiegen von 2,25 milliarden euro 2019 auf rund 2,4 milliarden euro. Für reiser ist diese entwicklung zweischneidig: einerseits freue er sich über jeden Kunden, anderer- seits seien einlagen mittlerweile zum Kostenfaktor geworden. „Uns sind Gelder von Fremdbanken, die bereits negative Zinsen von ihren Kunden verlangen, zugeflossen“, berichtete er. Darauf habe seine Spar- kasse zum 1. Dezember für neukunden ab einer ein- lage von 100.000 euro Verwahrentgelte eingeführt. Zurzeit würden deswegen Gespräche mit Bestands- kunden geführt. Von 1,79 auf circa 1,86 milliarden euro legten 2020 die Kundenkredite zu. Darunter sind neuausleihungen in Höhe von 421 millionen euro und damit sechs milli- onen euro weniger als 2019. Auch getilgt wurde 2020 weniger als im Vorjahr, statt 297 waren es 259 millio- nen euro. Dagegen ist der Bestand an Förderdarlehen so kräftig gewachsen wie noch nie: von 358 auf 384 millionen euro. Das ist ein Zuwachs von 7,3 Prozent. nicht nur damit, so heißt es in der Pressemitteilung, habe die Kreissparkasse ihren Kunden in der Krise geholfen: Bei 187 Kreditengagements sei die Zins- und tilgungsleistung gestundet worden. eine andere Seite der Coronakrise: Die Kurseinbrüche im Frühjahr 2020 führten zu einer erhöhten nach- frage nach Wertpapieren – insgesamt in Höhe von 161 millionen euro. Viele Kunden kauften diese zum ersten mal und verbuchten 2020 Kursgewinne, wie reiser berichtete. Zum Jahresende hätten sie über ein Vermögen von über 700 millionen euro auf ihren Depotkonten verfügt. Außerdem stieg die nachfrage nach digitalen Leistungen angesichts der Krise, und die Onlinebankingquote stieg auf 60 Prozent. Das Betriebsergebnis vor Bewertung betrug 22,8 mil- lionen euro (Vorjahr: 23,4 millionen euro), die Cost- Income-ratio 63,2 Prozent (2019: 61,8 Prozent), die Kernkapitalquote 18,7 Prozent (2019: 18,1 Prozent) und die Gesamtkapitalquote 19,8 Prozent (2019: 19 Prozent). Die Zahl der Standorte ging von 38 auf 35 zurück, soll aber nun so bleiben. ende 2020 beschäf- tigte die Kreissparkasse rottweil 453 mitarbeiter (2019: 465), darunter 52 (46) Auszubildende. sum Sparkasse Hochrhein berichtet von starkem Geschäftsjahr und steigert Zinsüberschuss Wertpapierabsatz mehr als verdoppelt WALDSHUT. Die Sparkasse Hochrhein hat vergan- genes Jahr in allen Bereichen zugelegt und auch den Zinsüberschuss gesteigert. Überdurchschnittlich ge- wachsen ist das Wertpapiergeschäft. Dies führten die Vorstände Heinz rombach und Wolf morlock im Februar vor der Presse aus und berichteten von einem „starken Geschäftsergebnis“, aber auch einem enormen Bera- tungsbedarf der Privat- und Geschäftskunden in der Pandemie. Die Bilanzsumme der Sparkasse stieg 2020 um 4,7 Prozent auf rund 3,48 milliarden euro, das Kundenkre- ditvolumen um 4,2 Prozent auf 2,44 milliarden euro. neu ausgeliehen wurden Kredite in Höhe von circa 413 millionen euro, das sind zehn Prozent mehr als 2019. ebenfalls stark gewachsen ist das Volumen der priva- ten Baufinanzierungen: um 8,4 Prozent auf über 1,22 milliarden euro. Die Kundeneinlagen nahmen um 4,5 Prozent auf 2,38 milliarden euro zu. Die Vorstände berichteten zudem von etlichen einstei- gern ins Wertpapiergeschäft, die vor allem von den Kurs- gewinnen ab dem Frühjahr profitiert hätten. Das hatte auch auf die Sparkasse Hochrhein positive Auswirkun- gen: Deren nettoabsatz an Wertpapieren stieg von 12,1 millionen euro im Jahr 2019 auf 31,4 millionen euro, der gesamte Wertpapierumsatz sogar um 32,8 Prozent. Die Zahl der Fondssparpläne steigerte sich um 15,1 Prozent. Dagegen gingen Lebensversicherungen und Bausparen um 6,5 beziehungsweise 8,4 Prozent zurück. Gestoppt werden konnte der rückgang des Zinsüber- schusses: „er legte sogar um 1,9 Prozent auf 47 mil- lionen euro zu“, sagte Heinz rombach. „Besonders erfreulich ist auch die erneute deutliche Zunahme des Provisionsüberschusses von 19,7 millionen auf 21,1 mil- lionen euro.“ Das ist eine Steigerung von 6,9 Prozent. Um 0,4 Prozent konnte die Sparkasse den Verwaltungs- aufwand senken. Die Personalkosten blieben gleich, ende 2020 waren 507 mitarbeiter beschäftigt, darunter 40 Azubis und duale Studenten. Die Cost-Income-ratio fiel von 68 Prozent auf 65,2 Prozent. Das Betriebser- gebnis vor Bewertung stieg um 13,4 Prozent auf 25,3 millionen euro; der Bilanzgewinn betrug wie im Vorjahr fünf millionen euro. Auch wegen der Coronapandemie ist die Digitalisierung 2020 vorangeschritten: Die kontaktlosen Zahlungen mit Girocards der Bank haben sich mehr als verdoppelt (auf knapp 2,7 millionen), 64,2 Prozent der Konten sind nun fürs Onlinebanking freigeschaltet, und die Sparkassen- App legte bei der nutzerzahl um 24,2 Prozent auf 20.140 zu. Die Sparkasse spendete oder förderte gemeinnützige Organisationen oder Zwecke mit 512.000 euro. sum Bild: caruso13 - Fotolia.com 44
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