Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'21 - Hochrhein-Bodensee

43 4 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Volksbank Freiburg setzt auf breite Filialstruktur „In allen Kernbereichen gewachsen“ FREIBURG. „Die Volksbank Freiburg konnte im abge- laufenen Geschäftsjahr trotz der Coronapandemie ein Wachstum in allen Kernbereichen der Bank erzielen“, heißt es in der Pressemitteilung zur Bilanz. mit dieser zeigte sich Vorstandssprecher Uwe Barth denn auch „sehr zufrieden“. Gesunken sind nur – aufgrund der anhaltenden niedrigzinsphase und wie fast überall in der Branche – das Zinsergebnis (um 1,2 Prozent auf 53,6 millionen euro) und der Verwaltungsaufwand (um 3,2 Prozent auf 48,5 millionen euro). Das Kundenvolumen legte um neun Prozent zu und erreichte 2020 einen Wert von 7,03 milliarden euro, die Bilanzsumme stieg um 10,1 Prozent auf 3,69 milliarden euro. Das darin enthaltene bilanzielle Kundenkredit- volumen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozent auf 2,46 milliarden euro. neu vergeben wurden Kredite in Höhe von 671 millionen euro. Davon entfielen 39 millionen euro und somit etwas über fünf Prozent auf rund 500 Finanzierungen wegen der Coro- napandemie – das waren Hilfen aus dem hauseigenen Liquiditätsprogramm, aber auch Förderkredite und sol- che der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Das bilanzielle Kundeneinlagenvolumen der Volksbank Freiburg stieg um 8,9 Prozent auf 2,74 milliarden euro. Der Grund für den starken Anstieg sind laut Pressemitteilung vor allem Sichteinlagen privater und gewerblicher Kunden, die wegen der Pandemie so ihre Liquidität sicherten und zum teil Investitionen verschoben haben. Beim Provisionsergebnis verzeichnete die Volksbank Freiburg ein Plus von 3,8 Prozent und damit einen Wert von 25,2 millionen euro. Dessen Wachstum konnte aber die Auswirkungen der niedrigzinsphase nicht abfan- gen – eine entwicklung, die sich in den nächsten Jah- ren fortsetzen werde, so Barth. Um den rückgang zu kompensieren, senkt die Volksbank Freiburg jährlich ihre Verwaltungsaufwendungen. Das Gros der Inves- titionen entfiel 2020 auf den neuen Hauptsitz an der Bismarckallee, der im Juni eingeweiht werden soll. In das Areal (inklusive Hotel und einzelhandelsflächen) steckt die Volksbank über mehrere Jahre verteilt 105 millionen euro. Das teilbetriebsergebnis der Bank stieg 2020 um 6,7 Prozent auf 30,4 millionen euro. Die ei- genmittel wuchsen um 4,4 auf 343 millionen euro, das Kernkapital um 13,6 auf 299 millionen euro. „Damit ist die Volksbank weiterhin überdurchschnittlich kapitali- siert“, so Barth. Wie bei den anderen Kreditinstituten auch, haben bei der Volksbank Freiburg wegen der Pandemie und vor allem während der Lockdowns das Onlinebanking und der Kontakt beziehungsweise das Geschäft übers tele- fon zugenommen – obwohl fast alle Filialen, wenn auch kürzer als sonst, mit Hygienekonzept geöffnet blieben. man halte an der Filialstruktur fest und sehe sich nach wie vor als Flächenbank, heißt es. Ausnahme ist das Zu- sammenlegen der Filialen Gundelfingen und Zähringen zum 2. April. Damit geht die Zahl der Geschäftsstellen in diesem Jahr um eine auf 34 zurück. Zum Jahresende waren 407 Frauen und männer beschäftigt, fünf weni- ger als 2019. Darunter sind 17 (Vorjahr: 16) Azubis und duale Studenten. mae Commerzbank Freiburg Stärkeres Digitalgeschäft durch Corona FREIBURG. Bei der Commerzbank Freiburg war die Coronapande- mie der große treiber in Sachen Digitalisierung: Viele Firmen hätten sich 2020 stärker mit dem thema beschäftigt und ihre Finanzge- schäfte deutlich öfter über digitale Kanäle erledigt, berichtete And- reas Weerth, niederlassungsleiter Firmenkunden in Freiburg, beim Jahrespressegespräch. So nutzen seit dem vergangenen Jahr drei Viertel ihrer Unternehmenskunden das digitale Firmenkundenportal, ziehen ihre Kredite bevorzugt online – die digitalen Geldmarktkre- dite legten 2020 so um 50 Prozent zu – und tätigen darüber das Gros ihrer Devisengeschäfte. Überweisungen werden ohnehin fast vollständig via Internet vorgenommen. „Das zeigt den enormen digitalen Schub durch die Coronazeit“, sagte Weerth. ein ähnliches Bild bei den Privat- und (kleineren) Unternehmerkunden: „Unsere region ist – auch wegen der Studenten – sehr digital unterwegs“, stellte Anton Gereitzik fest. er ist niederlassungsleiter in diesem Segment. Die neuanmeldungen für die Commerzbank-App legten in der region 2020 um knapp ein Drittel zu. ein Drittel der 1.170 neuen Privat- und Unternehmerkunden kam, so Gereitzik, bereits auf dem digitalen Weg. Insgesamt betreut die Commerzbank in diesem Segment nun 87.400 Kunden – darunter 8.000 kleinere Unternehmen –, mit einem Kreditvolumen von aktuell 1,1 milliarden euro. Das Ge- schäft mit (mittel-)großen Firmenkunden zeigte sich 2020 in Sachen Kundenzahl und Kreditvolumen stabil, berichtete Andreas Weerth: Hier zählt die Bank rund 1.000 Kunden und ein Kreditvolumen von etwa 600 millionen euro. Insgesamt vermittelte die Commerzbank Freiburg im letzten Jahr coronabedingte KfW-Kredite über 62 millionen euro, von denen letztlich 44 millionen gezogen wurden. Der verstärkte Hang der Kundschaft zu digitalen Bankgeschäften spielt dem Unternehmen in die Karten. Im Februar hatte der Konzern seine bundesweite „Strategie 2024“ gestartet, als reaktion auf milli- ardenschwere Verluste. Am ende der bundesweiten restrukturierung inklusive Standortschließungen und Personalabbau soll eine Kombi- nation aus Direktbank für alle Kunden sowie persönlicher Beratung stehen. Für Firmenkunden mit einem standardisierten Produkt- und Beratungsbedarf ist ein Direktbankangebot geplant. Die individuelle Betreuung soll sich auf Kunden mit komplexerem Beratungsbedarf fokussieren. Wie sich die „Strategie 2024“ konkret auf die Commerz- bank Freiburg auswirkt, steht noch nicht fest. Die Gespräche in den Gremien laufen noch. Aktuell beschäftigt die Freiburger niederlassung an zwölf Standorten in Südbaden rund 150 mitarbeiter. uh

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