Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'21 - Hochrhein-Bodensee
39 4 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten STEINACH. Die Paschal-Werk G. maier GmbH konnte das ver- gangene Jahr mit einer leichten Umsatzsteigerung abschließen. nach einem Umsatzplus von sieben Prozent von 2018 auf 2019 legte das Schalungsunternehmen nun noch um etwa ein Prozent zu. Geschäftsführer michael Stoevelbaek zeigte sich angesichts der Coronapandemie froh darüber, „dass es unsere Branche, die Bauindustrie, 2020 ohne größere Verluste geschafft hat“. nach dem ersten Lockdown im Frühjahr gab es „eine sehr deutliche markt- reaktion, aber im Sommer war eine rasche erholung zu verzeichnen, und das letzte Halbjahr 2020 war bezüglich der Aktivität noch besser als erwartet“. An den geplanten Investitionen in neue Anlagen und die Produktionskapazitäten werde daher festgehalten. Die Lösungen von Paschal kamen zum Beispiel bei der Gewerbeschule Offen- burg, dem Kindergarten Biberach, dem Flughafen Frankfurt, dem Lackierzentrum Karlsruhe, der murgtalsperre und einem Wohnhaus in Hannover zum einsatz. Paschal wurde 1964 gegründet, in Deutschland gibt es sechs Stand- orte, darunter den Hauptsitz in Steinach (Ortenaukreis). Dazu kom- men 13 ausländische niederlassungen. rund 400 mitarbeiter sind beschäftigt, davon 180 in Steinach. mae Paschal kommt ohne Verluste durch das Coronajahr Leichtes Umsatzplus dank guter Baukonjunktur Die Lahrer Industrieunternehmen in der Coronapandemie „Bei fast allen deutliche Spuren hinterlassen“ LAHR. „Die Pandemie hat bei fast allen Unterneh- men der Almi deutliche Spuren hinterlassen.“ Dies sagte ralf Leser, Geschäftsführer der Lahrer Leser GmbH und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Lah- rer mittelständischer Industrieunternehmen (ALmI), Anfang märz vor der Presse. Laut der jährlichen Um- frage, an der sich 25 Unternehmen mit zusammen rund 4.000 Beschäftigten beteiligten, verzeichneten die Almi-Unternehmen 2020 „eine deutliche eintrü- bung“, wie Leser erläuterte. 24 Prozent der Befragten bezeichneten ihre Geschäftslage im vergangenen Jahr als schlecht (2019: 14 Prozent), ebenso viele als be- friedigend (2019: 29 Prozent) und 52 Prozent (2019: 57 Prozent) als gut. Der Umsatz ging 2020 bei 48 Prozent der Unternehmen zurück (2019: 33 Prozent), blieb bei 24 Prozent (2019: 38 Prozent) unverändert und stieg bei 28 Prozent der Befragten (2019: 29 Pro- zent). Auch der ertrag entwickelte sich negativ: Bei 40 Prozent der Firmen war er unverändert (2019: 48 Prozent), bei 32 Prozent schlechter (2019: 19 Prozent) und bei 28 Prozent besser als zuvor (2019: 33 Prozent). Gründe dafür waren vor allem die Coronakrise sowie Kosten und Preise. Knapp zwei Drittel der Firmen be- richteten wegen der Pandemie von stornierten oder rückläufigen Aufträgen, etwa die Hälfte von fehlenden mitarbeitern wegen Quarantäne oder Kinderbetreuung. Die meisten reagierten neben Hygienemaßnahmen mit Kurzarbeit und Homeoffice auf Corona. Zu den von der Pandemie betroffenen Branchen gehört beispielsweise die Investitionsgüterindustrie. Frank neumeister von der Brüder neumeister GmbH berich- tete, dass maschinen zwar weltweit ausgeliefert wur- den, seine mitarbeiter diese aber nicht bei den Kunden aufbauen konnten. Dagegen waren Produzenten von Konsumgütern oder Bauunternehmen kaum oder gar nicht betroffen. Bei anderen war die Lage gemischt. So berichtete Gregor Grüb von der Oscar Weil GmbH von einer gestiegenen nachfrage bei Konsumenten, zugleich aber von rückgängen bei Handwerks- und Industriekunden. In der Coronapandemie sieht die mehrheit der Befragten das derzeit größte risiko für die wirtschaftliche entwicklung, dicht gefolgt von der Inlandsnachfrage, aber auch wie in den Vorjahren vom Fachkräftemangel. So berichteten markus Kaufmann (Druckhaus Kaufmann) und Simone Stöckigt (FS-eti- ketten) von Problemen bei der Suche nach Auszubil- denden angesichts der Pandemie. Die Prognosen: 44 Prozent der Lahrer Unternehmen rechnen dieses Jahr mit steigenden Umsätzen (2019: 52 Prozent), 36 Prozent mit gleichbleibenden (2019: 43 Prozent) und 20 Prozent mit sinkenden (2019: fünf Pro- zent). rund zwei Drittel wollen ihre Beschäftigtenzahl halten. Das sind weniger als im Vorjahr (81 Prozent). Jeweils 16 Prozent rechnen mit steigenden beziehungs- weise sinkenden mitarbeiterzahlen (Vorjahr jeweils rund zehn Prozent). Gut die Hälfte plant gleichblei- bende Investitionen, etwas weniger als vor einem Jahr. Jeweils ein Viertel will mehr beziehungsweise weniger als 2020 investieren. Wer investiert, kauft vor allem ersatzbedarf. mae Schmuckkartons der Leser GmbH, Hersteller von Verpa- ckungen und Almi-mitglied.
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