Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'21 - Hochrhein-Bodensee
ANZEIGE IHK Hochrhein-Bodensee REGIO REPORT DREI FRAGEN AN … BRUNO RÜTTNAUER Der Senior Experten Service (SES) konn- te für seine Initiative VerA einen neuen ehrenamtlichen Regionalkoordinator für die Region Hochrhein gewinnen:Ab sofort vertritt Bruno Rüttnauer das Mentorenprogramm für Auszubildende. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen die Landkreise Lörrach und Waldshut. Rüttnauer war bis zu seinem Ruhestand 2015 Leiter des Bereichs Aus- und Weiterbildung bei Evonik Industries in Rheinfel- den und hat zahlreiche Kontakte zu Industrie, Handwerk und Schu- len. Zu VerA kam er auf Empfehlung der IHK Hochrhein-Bodensee. Herr Rüttnauer, Sie waren bis zu Ihrem Ruhestand Leiter der Aus- und Weiterbildung bei der Firma Evonik und als IHK-Prüfer und im Berufsbildungsausschuss der IHK aktiv. Was reizt Sie an der Arbeit mit jungen Menschen? Junge Menschen verändern sich in ihren Grundhaltungen, Hand- lungsweisen und ihren Werten. Hier gilt es anzuknüpfen, und das hält jung, und man bleibt dabei rege. Ich sehe es als Geschenk an, wenn man sein Wissen und seine Erfahrung weitergeben kann. Sie sind unsere Zukunft, und es tut gut, sich für sie einzusetzen. Haben Sie selbst eine Ausbildung absolviert oder vielleicht sogar eine Ausbildung abgebrochen? In meinen „Sturm- und Drangzeiten“ habe ich es geschafft, vom Gymnasium auf die Realschule zu wechseln, dort eine Klasse wie- derholen zu müssen und vorzeitig in der 9. Klasse abzugehen, um mit Freunden aus meiner Clique in der Metallfachschule zusam- men sein zu können. Es gab viele Menschen in meinem Leben, die an mich geglaubt haben, mich unterstützt haben und die es mir ermöglicht haben, den spannenden Berufsweg vom Maschi- nenschlosser bis zum Leiter der Aus-undWeiterbildung zu gehen. Worin können Sie Auszubildende in Krisensituationen konkret unterstützen? Die Problemstellungen bei jungen Leuten sind sehr unterschiedlich. Manchmal wird einfach nur ein Zuhörer benötigt. Schwierigkeiten mit dem Betrieb, demAusbilder oder Lehrer können reflektiert oder Brücken geschaffen werden. Das Lernen zu lernen kann ein Thema sein, genauso wie das konzentrierte aktive Zuhören. Fachliche Pro- bleme können in Ruhe besprochen werden. Zusammenhänge kann man nur verstehen, wenn man die deutsche Sprache beherrscht, also wird auch hier unterstützt. Ich denke, das Wichtigste ist zu versuchen, eine positive Grundhaltung zu vermitteln und aufzuzei- gen, dass man durch Niederlagen oder Schwierigkeiten wachsen kann und dass man manchmal einen langen Atem benötigt, um ein Ziel zu erreichen. Wenn wir es schaffen, den Menschen in den Vordergrund zu stellen und die intrinsische Motivation zu steigern, ist schon viel erreicht. Interview: doe
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