Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'21 - Hochrhein-Bodensee
26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 4 | 2021 U ngefähr jeder zehnte Auszubildende in der Region Hochrhein-Bodensee bricht im ers- ten Lehrjahr seine Ausbildung ab. Auch wenn dies weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt, sind es doch immer noch zu viele Jugendliche, die frust- riert und demotiviert vorschnell ihren Ausbildungs- platz aufgeben. Gründe dafür können Prüfungsangst, sprachliche Defizite, Mobbing am Arbeitsplatz und vieles mehr sein. Ein Berufsabschluss erhöht jedoch die Chancen auf einen guten Job erheblich. Zweifeln- den Jugendlichen soll die Initiative „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“ (VerA) helfen. Das Projekt wurde Ende 2008 vom Senior Experten Service (SES) – einer der größten deutschen Ehren- amtsorganisationen für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand – zusammen mit den Spitzenverbänden der deutschen Industrie, des Handwerks und der frei- en Berufe gegründet. Das Ziel von „VerA“ ist, durch die unterstützende Begleitung eines Betreuers, Aus- bildungsabbrüche zu verhindern. Diese Betreuer – allesamt lebens- und berufserfahrene Fachkräfte im Ruhestand und Mitglieder des SES – wurden speziell dafür geschult und stehen den jungen Menschen in ihrer Ausbildung über längere Zeit zur Seite. In einer Eins-zu-eins-Betreuung treffen sie sich regelmäßig mit ihrem jeweiligen Tandem-Azubi auf neutralem Boden wie beispielsweise einem Café und bieten Unterstützung an: sei es bei der Motivation, sozialer Kompetenz, dem Verständnis für die Fachtheorie oder auch beim Bewältigen alltäglicher Probleme. Dabei arbeiten sie eng mit den Ausbildungsberatern der IHK und der Handwerkskammer zusammen. „Das Projekt rettet nicht nur viele junge Menschen vor dem Abbruch ihrer Ausbildung und bietet ihnen somit eine Perspektive, sondern es gibt auch vielen Fachkräften im Ruhestand eine erfüllende Aufgabe. Sie freuen sich, ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen weiterzugeben und sich ehrenamtlich für die Ausbil- dung zu engagieren“, sagt IHK-Ausbildungsberaterin Petra Böttcher, die die Initiative als vollen Erfolg sieht. Wer „VerA“ in Anspruch nehmen möch- te oder einen Auszubildenden kennt, der Unterstützung benötigt, kann sich an die IHK-Ausbildungsberater Petra Böttcher (Landkreis Konstanz) oder Rainer Reisgies (Landkreise Lörrach und Waldshut) sowie an die Regio- nalkoordinatoren Bruno Rüttnauer (Region Hochrhein) und Alfred Greis (Region Bodensee) wenden. Der SES sucht außerdem stets nach neuen Mitgliedern, die eine Tandem-Betreuung eines Auszubildenden in der Krise übernehmen wollen. Auch sie können sich mit einem Ausbildungs- berater oder Regionalkoordinator in Verbindung setzen. Das Bundesmi- nisterium für Bildung und Forschung fördert VerA im Rahmen der Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungs abschluss“. Das bundesweite Angebot hat bisher über 15.000jungen Menschen geholfen. Es ist für Auszubildende, Berufsschulen und Ausbildungs betriebe kostenfrei. doe Projekt „VerA“ hilft mit erfahrenen Begleitern Ausbildungsabbrüche verhindern Ansprechpartner bei der IHK Landkreis Lörrach und Waldshut: Rainer Reisgies 07622 3907-223 rainer.reisgies@konstanz.ihk.de Landkreis Konstanz: Petra Böttcher 07531 2860-153 petra.boettcher@konstanz.ihk.de Regionalkoordinatoren Landkreis Konstanz: Alfred Greis 07531 78788, Mobil 0151 12720580 Region Hochrhein: Bruno Rüttnauer 07762 8629, Mobil 0173 3846539 Symbolbild: Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu
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