Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'21 - Hochrhein-Bodensee
21 4 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Marion Bakker My Blackforest Shop, St. Blasien Wenn Menschen zu Hause bleiben müssen, dann haben wir zwangsläufig keine Umsätze mehr. Online läuft wenig, die Fixkosten sind aber weiter hoch. Wir brau- chen Laufkundschaft und in unserer Region besonders die Touristen. Der Handel und der Tourismus hängen stark voneinander ab. Ich hoffe, dass bis zum Ende des Lockdowns noch viele Unternehmer durchhalten – auch Konkurrenz belebt mein Geschäft – nur ge- meinsam und mit einer Branchenvielfalt bleibt unser Standort Anziehungspunkt. Touristen wollen nicht nur wandern, sondern auch essen und einkaufen. Die Branchen ergänzen sich. Stirbt das eine, droht auch das andere unterzugehen. « « Geschäftlich geht es natürlich alles an- dere als gut. Vor allem die Ungewissheit, wie und wann es denn endlich wieder losgehen kann, macht wohl der ganzen Gastronomie zu schaffen. Ich bin froh, dass es finanzielle Hilfen gibt, allerdings werden trotz allem die finanzi- ellen Ressourcen langsam knapp. Vor einigen Wochen haben wir damit begonnen, Kaffee, Crêpes und unseren speziellen Rüblikuchen zum Mitnehmen anzubieten. Das machen wir aber hauptsächlich, um in Erinnerung zu bleiben, und es ist eher so eine Art Beschäftigungstherapie, denn wirtschaftlich rechnen tut sich das auf kei- nen Fall. Ich denke schon, dass die Menschen nach der Pandemie erstmal weniger weit reisen werden und eher im Land bleiben, was natürlich gut für den Schwarzwald ist. Auch das Bewusst- sein für Gesundheit, Nachhaltigkeit, Regionali- tät und Qualität wird weiter steigen. Aber es ist fraglich, inwieweit und wie lange noch die Verunsicherung der Menschen sie davon abhält, sich wieder ganz ungezwungen auf einen Kaffee zu treffen. Wichtig ist, dass unsere lebendigen Innenstädte erhalten bleiben. Für einen gro- ßen Teil unserer Zielgruppe gehören der Han- del und die Gastronomie einfach zusammen. St.Blasien hat, für seine überschaubare Grö- ße, ein wirklich gutes Angebot an Einzelhandel, Gastronomie und Sehenswürdigkeiten. Wir hoffen alle, dass das so bleibt. « « Ingrid Zimmermann IZ Design Unikat Handtaschen, Bad Bellingen Ein kleines Rad treibt die anderen Rä- der an. Damit ist gemeint, dass wir hier alle voneinander profitieren. Wenn ein Kurgast kommt, dann profitiert auch der Handel. Ein Großteil der Kunden sind Stammkunden. Sie er- warten zunehmend mehr, als nur das Einkaufs- erlebnis. So wurde ich schon angefragt, ob wir für eine Gruppe einen Empfang mit Catering vorbereiten können. Die Gruppe kommt dann nicht nur zu uns ins Geschäft, sie gehen Essen und nutzen touristische Angebote in Bad Bel- lingen. Was wir brauchen, ist die Öffnung des Handels und dass Tourismus wieder stattfinden kann. Auch wenn wir jetzt öffnen könnten, uns fehlen einfach die Touristen. Auf sie können wir auf Dauer nicht verzichten. « « Daniela Pahl-Humbert Stil & Torte, Engen Unserem Konzeptstore Stil & Torte geht es einigermaßen gut. Wenn der Lockdown jetzt vorbei wäre, dann wäre es okay. Wichtig ist, dass man flexibel bleibt und sich Wege zum Kunden sucht. Wir leben wei- ter in Ungewissheit, und viele Unternehmen in meiner Branche wissen nicht, wie lange sie noch durchhalten können. Das ist auch ein Grund, warum wir gerade unseren Kon- zeptstore in ein Lebensmittelgeschäft „Stil & Torte Kaufladen“ umgewandelt haben. Klar ist: Wenn mein Laden und andere Geschäfte verschwinden, hat das auch Auswirkungen auf andere Branchen wie den Tourismus. Mein Geschäft Stil & Torte ist ein Ankerpunkt in Engen. Meine Kunden kommen extra wegen meines Geschäftes von außerhalb nach En- gen. Davon profitieren touristische Attrakti- onen. Und umgekehrt fällt mir auf, dass mir das Engener Museum Kunden bringt. Sobald eine gute Ausstellung beginnt, kommen Men- schen sogar aus Stuttgart. Ich öffne dann samstags auch mal länger. « « Tanja, Eckert Café Rosalie, St. Blasien
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