Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2021 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg D ie bereits im Herbst vergangenen Jahres zu beobachtende Erholung der Wirtschaft in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg hat sich zum Jahresbeginn fortgesetzt. In der aktuellen IHK- Konjunkturumfrage zum Jahreswechsel zeigt sich die regionale Konjunktur trotz des erneuten Coronalock- downs erstaunlich robust. 26 Prozent der befragten regionalen Unternehmen berichten von gut laufenden Geschäften (Herbst 2020: 21 Prozent), 49 Prozent (Herbst 2020: 46 Prozent) bezeichnen sie noch als befriedigend. „So erfreulich die Ergebnisse auch sind, sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Großteil unserer Unternehmen noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt ist“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez. Die Hotellerie und das Gastgewerbe, der stationäre Einzel- handel, der keine Produkte für den täglichen Bedarf verkauft, sowie Dienstleister aus der Messe-, Veran- staltungs- und Reisebranche bangen nach wie vor um ihre Existenz. Jedes dritte Unternehmen in der Region beklagt einen Rückgang seines Eigenkapitals, rund ein Viertel Liquiditätsengpässe, fünf Prozent droht die In- solvenz. Im regionalen Hotel- und Gaststättengewerbe steht sogar jeder dritte Betrieb vor dem Aus, im Ein- zelhandel ist dies bei jedem siebten Geschäft der Fall. Schnelle Hilfszahlungen wichtig Die staatlichen Wirtschaftshilfen und das Kurzarbei- tergeld verhindern bislang, dass die Coronakrise in vollem Umfang auf den Arbeitsmarkt durchschlägt. Einige Unternehmen warten jedoch weiterhin auf eine IHK-Konjunkturumfrage zum Jahreswechsel Wichtige Stütze ist die vollständige Auszahlung der beantragten Coronahilfen. Daher begrüßt die regionale Wirtschaft die Absicht der Bundesregierung, für die Unternehmen, die einen Anspruch auf finanzielle Hilfen aus den aufgelegten Coronahilfsprogrammen haben, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. April dieses Jahres zu verlängern. Knapp 30 Prozent der Firmen aus der Region erwar- ten, im zweiten Halbjahr wieder zur normalen Ge- schäftstätigkeit zurückkehren zu können. Ein gleich hoher Anteil rechnet damit im kommenden Jahr. Gründe dafür sind das umsichtige Pandemiemanage- ment der Firmen, die staatlichen Unterstützungs- maßnahmen und insbesondere die zuversichtlichen Exportperspektiven. 42 Prozent der regionalen Industriefirmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer steigenden Exportnachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus der Eurozone, aber auch aus Asien und Nordamerika. „Umso wichtiger ist es“, so der IHK-Hauptgeschäfts- führer, „die Industrie weiter am Laufen zu halten – trotz zweiter Infektionswelle, Reisebeschränkungen und großflächiger Schließungen von Schulen und Kindertageseinrichtungen“. Allerdings spiegelten diese Erwartungen mögliche wirtschaftliche Rück- schläge durch die Verbreitung von Virusmutationen noch nicht wider. Corona verschärft Strukturwandel „Die Wirtschaft ist sich bewusst, dass das Pande- miegeschehen nur schwer vorhersehbar ist, und der »Erfreuliche Er- gebnisse dürfen nicht darüber hinwegtäu- schen, dass viele Unternehmen noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt sind« Thomas Albiez , IHK-Hauptgeschäftsführer Das aktuelle Konjunkturklima der Region Schwarzwald- Baar-Heuberg liegt leicht unter dem Landesdurchschnitt. In die Berechnung für den IHK- Klimaindikator gehen sowohl die Einschätzungen für die aktuelle Geschäftslage zum Jahreswechsel 2020/2021 wie auch die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate ein. 40 60 80 100 120 140 160 Indikator Jahre IHK-Konjunkturklimaindikator Schwarzwald-Baar-Heuberg Baden-Württemberg

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5