Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'21 - Hochrhein-Bodensee

44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2021 UNTERNEHMEN KURZ NOTIERT Das Gesundheitsresort Freiburg , das aus einem Dorint Hotel und der auf Rehabilitation spezialisierten Mooswaldklinik besteht, wollte 2020 eigentlich sein 30-jähriges Bestehen fei- ern. Doch wegen der Coronapandemie musste das Hotel mehrere Monate schließen, und die Mooswaldklinik wurde zum Ersatzkrankenhaus benannt, um Akut-Krankenhäuser der Region bei Bedarf zu entlasten. Das Unternehmen ver- steht sich normalerweise als Spezialanbieter im Gesundheitstourismus: 1990 wurden Hotel und Klinik neben dem Keidel-Mineral-Thermalbad eröffnet. 1993 übernahm der heutige Betreiber die Mooswaldklinik und erweiterte zwei Jahre später das Therapie- und Reha-Angebot um Prä- vention und Medical Fitness. Nach verschiedenen Investitionen und Erweiterungen übernahm 2006 die Geschäftsführung der Mooswaldklinik den Betrieb des Dorint Hotels, und die gemeinsame Marke „Gesundheitsresort Freiburg“ wurde ein- geführt. Große Modernisierungen und Erweite- rungen gab es zuletzt zwischen 2011 und 2013. Der Tübinger Medizintechnik-Investor SHS hat sich an der Blue Ocean Spine GmbH beteiligt, einem Entwickler für 3D-gedruckte Wirbelsäu- lenimplantate aus Tuttlingen. Die Besonderheit ist laut Pressemitteilung, dass die Implantate „exakt an die Patientenbedürfnisse angepasst werden können oder ohne zusätzliche Fixierung wie etwa Schrauben auskommen“. Für die SHS und den Gründer von Blue Ocean Spine, Gunt- mar Eisen, ist es die zweite Zusammenarbeit – die gemeinsame Gesellschaft EIT Emerging Implant Technologies GmbH verkauften sie 2018 an einen Medizintechnikkonzern. Der Biotech-Unternehmer Ulrich Birsner hat im Januar zusammen mit den drei Forschern der Universität und des Universitätsklinikums Freiburg, Roland Schüle, Manfred Jung und Eric Metzger, sowie weiteren Partnern die B66 Therapeutics GmbH gegründet. Ihr Ziel ist es, ein führendes Unternehmen für die Ent- wicklung neuartiger Medikamente, basierend auf innovativen wissenschaftlichen Plattformen im Bereich der Epigenetik zu werden, heißt es in der Pressemitteilung. Der neu entwickelte so- genannte KMT9-Inhibitor solle „ein universelles Therapeutikum für Prostatakrebs in allen Krank- heitsstadien werden und zu einer besonders ho- hen Überlebensrate bei kastrationsresistentem Prostatakrebs und seinen Metastasen führen“. Auch Therapeutika für Dickdarm-, Brust-, Blasen- und Lungenkrebs seien in der Pipeline. FREIBURG. Ihre Produkte vertreibt die Historia GmbH schon seit 1998 übers Internet. Davon hat das Freiburger Unternehmen im ver- gangenen Jahr profitiert, als wegen der Coronapandemie der Online- handel boomte: Der Umsatz von Historia erreichte im Wirtschaftsjahr 2019/2020 (bis 31. August) einen Wert von 3,5 Millionen Euro. Das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Im laufenden Geschäftsjahr hebt Geschäftsführerin Sophie Bender vor allem das „sehr rege Weihnachtsgeschäft“ hervor. Daher stockte sie die Mitarbeiterzahl Ende vergangenen Jahres um fünf auf. Zurzeit sind 25 Festange- stellte, darunter zwei Azubis und eine duale Studentin, sowie 21 Aushilfen im Unternehmen beschäftigt. Diese arbeiten – angesichts der Coronapandemie – im Zweischichtbetrieb. Auch sonst wurden im Unternehmen 2020 Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln eingeführt, wie Sophie Bender berichtet. „Es macht uns sehr froh und stolz, dass unser engagiertes Team die Krisenzeit mit unglaublich viel Tatkraft und Verantwortungsbewusstsein gemeistert hat“, sagt sie. Die 1987 als Versandhandel gegründete Historia GmbH ist spezi- alisiert auf historische und/oder personalisierte Geschenkartikel. Das sind neben fünf Millionen Zeitungen (zurückreichend bis 1893) rund 20.000 Jahrgangsweine und -spirituosen sowie beispielsweise Schlüsselanhänger und Schmuck mit eingraviertem Namen des Beschenkten. Dazu kommen seit eineinhalb Jahren hochwertige, ebenfalls personalisierte Kinder- und Babyartikel, die über einen eigenen Shop vertrieben werden. Er habe ebenfalls zum Umsatz- wachstum beigetragen, berichtet Sophie Bender. Sie ist „optimis- tisch, dass wir auch das Jahr 2021 gut meistern werden“. Außerdem freut sich die Unternehmerin über den Motivationspreis 2020, mit dem sie im Dezember von der Robin Akademie mit Sitz in Dauchingen aus- gezeichnet wurde. Damit werden Unter- nehmerpersönlichkeiten aus dem Süd- westen für Charakterstärke, Herzblut, Weitsicht und Synergie geehrt. mae Geschäftsfüh- rerin Sophie Bender und ihr Vater, der Unternehmens- gründer Joseph Nietfeld, im Zeitungsarchiv von Historia sowie ein Blick in den Versand der Kinderpro- dukte. Onlinehändler Historia wächst um 23 Prozent Erfolgreicher Shop für Baby- und Kinderprodukte

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