Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'21 - Hochrhein-Bodensee
24 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2021 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee Während der Kon- junkturindikator für die Region insgesamt nach unten zeigt, ragt er für die Industrie steil nach oben. 50 60 70 80 90 100 110 120 130 140 150 160 170 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 Industrie in der Region Region insgesamt KONJUNKTUR-INDIKATOR* Region: insgesamt und Industrie *Index aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen D ie Erwartungen über den weiteren Verlauf der Konjunktur sind zum Jahreswechsel bei den Unternehmen im IHK-Bezirk im Vergleich zum Herbst zurückgegangen. Insbesondere der Handel und Teile der Dienstleistungsunternehmen leiden unter dem erneuten Lockdown. „Das produzierende Gewerbe ist momentan das Zugpferd der Konjunktur“, so Alexander Graf, bei der Kammer zustän- dig für die Konjunkturumfrage. „Aufgrund der Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie und des Fehlens einer verlässlichen Öffnungsperspektive sinken die Erwartungen vieler Unternehmen bezüglich der weiteren Konjunkturentwicklung.“ Der von der IHK er- rechnete Index für das Konjunkturklima in der Region sinkt von 111 Punkten in der Herbstbefragung auf 102 Punkte zum Jahreswechsel. Damit liegt die Region unter dem Landesschnitt. Corona sorgt dafür, dass auch die Investitionsabsichten der Unternehmen weiter unter dem langjährigen Mittel in der Region bleiben. Industrie mit steigender Auslastung Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage ist im Vergleich zum Herbst leicht gesunken. Der „Lage-Indikator“ befindet sich mit 111 Punkten (Herbst: 107 Punkte) deutlich entfernt vom Vorjahreswert (146 Punkte). Trotz der erneuten konjunkturellen Eintrübung der vergangenen Monate ist die Lage der Betriebe in der Region noch relativ gut. 38 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als befriedigend, 28 Prozent als schlecht, aber auch 34 Prozent als gut. Positive Signale kommen von den Produktionsbetrieben. Deren Ein- schätzungen zur Lage haben sich gegenüber dem Herbst verbessert. Mit einem von 103 auf 114 gestiegenen Indikatorwert für die Lage der Industrieunternehmen setzt sich die Erholung seit dem massiven Einbruch im Frühjahr 2020 weiter fort. Rund 34 Prozent bezeichnen die Geschäftslage als gut. Der Anteil der Industrieunternehmen, die ihre Lage als schlecht bezeichnen, ist seit Herbst von 27 auf 19 Prozent gesunken. Gefestigt zeigt sich auch der Auslastungsgrad der Kapazi- täten in der regionalen Industrie. Sie hat von 76 auf rund 81 Prozent zugenommen, das langjährige Mittel ist aber noch nicht wieder er- reicht. Wie im Herbst berichten aktuell mehr Produktionsbetriebe bei der Entwicklung der Auftragseingänge von einer steigenden Tendenz (33 Prozent) als von fallenden Auftragszahlen (21 Prozent). Bei knapp jedem zweiten Betrieb besteht eine gleichbleibende Tendenz im Auf- tragseingang. Damit kommen die meisten Industriebetriebe bisher besser durch die Krise als zunächst prognostiziert. Dienstleistungen differenziert, Handel getroffen Im Dienstleistungsbereich gehen die Beurteilungen der Lage weit auseinander, insgesamt nimmt die Zahl der negativen Antworten zu. 38 Prozent der Dienstleister sprechen von einer guten Lage. Aber der Anteil derer, die ihre Lage als schlecht einschätzen, hat sich seit Herbst von 14 auf 29 Prozent verdoppelt. Beim Umsatz verzeichnen 58 Prozent einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch die derzeitige Tendenz bei der Nachfrage zeigt sich weniger erfreulich als im Herbst: Jeder zweite Dienstleister verzeichnet ein gleichblei- bendes Auftragsvolumen; der Anteil der Dienstleister mit steigendem Volumen geht von 28 auf 21 Prozent zurück, während bei rund 30 Prozent das Volumen abnimmt. Das ist angesichts des Lockdowns wenig verwunderlich. Die Einschätzung der Geschäftslage im Handel fällt zum Jahreswechsel insgesamt negativer aus als noch im Herbst. Sprachen damals 72 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage, so sind es aktuell noch 34 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Händler, die sich in einer schlechten Geschäftslage befinden, von 20 auf 41 Prozent verdoppelt. Allerdings hat sich auch der Anteil derer, die die aktuelle Lage als gut bezeichnen, von 7 auf nunmehr 25 Prozent deutlich erhöht. Weiter berichten 60 Prozent der Betriebe von gegenüber dem Vorjahresquartal gefallenen Umsätzen. Die Ertragslage wird Die seit Herbst verschärften Coronamaßnahmen und Schließungen großer Teile der Wirtschaft zeigen ihre Auswirkungen in den Ergebnissen der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage. IHK-Konjunkturumfrage Der Aufschwung verzögert sich
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