Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'21 -Südlicher Oberrhein

46 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 2 | 2021 UNTERNEHMEN Teppichhändler Peter Renz mit neuem Ausstellungskonzept „Nicht aufeinander, sondern nebeneinander“ SCHRAMBERG. Peter Renz, seit Jahrzehnten im Handel mit Orientteppichen tätig und vereidigter Sach- verständiger der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, hat im ersten Lockdown ein neues Ausstellungskonzept entwickelt. In den Gebäuden der ehemaligen Schram- berger Majolika-Fabrik, wo sich sein Direktimportlager sowieso schon befand, hat er weitere Räume hinzuge- mietet und, nachdem dafür die Möglichkeit wieder ge- geben war, auf dann insgesamt 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche seine rund 2.000 Teppiche aus- gelegt, beziehungsweise an den Wänden aufgehängt. In einem weitläufigen „Teppichpanorama“, so Renz, präsentierte er seine Teppiche auf einem „Lehrpfad“, wo die Kunden ungeniert und unter einzuhaltendem Abstand sein Sortiment besichtigen konnten. Das ersparte auch das schweißtreibende Abstapeln der Teppiche, was wegen der Schutzmasken besonders mühselig ist. Das Motto hieß „nicht aufeinander, son- dern nebeneinander“. Damit war Renz ganz offenbar erfolgreich, er zog kurz vor dem zweiten Lockdown eine positive Bilanz. Das Interesse des Publikums, vor allem auch junger Leute (die im Teppichhandel lange vermisst wurden), habe deutlich zugenommen - dies auch aufgrund aufwendig gestalteter Kataloge, die er in hohen Auflagen drucken ließ. Anfang Mai wird der dann 80-jährige Renz sein Teppichgeschäft beenden und auf eine über 50-jährige Karriere als Händler zu- rückblicken. orn Black Forest Medical in neuem Gebäude Mehr Platz, kürzere Wege FREIBURG. Die Black-Forest-Medical-Gruppe ist Ende vergangenen Jahres in ihren neuen Firmenhaupt- sitz im Freiburger Gewerbegebiet Haid gezogen. In dem etwa 8.600 Quadratmeter großen Gebäude vereint der Medizintechnikhersteller nun seine bisherigen zwei Standorte Umkirch und Freiburg mit zusammen 106 Mitarbeitern. Rund 15 Millionen Euro hat Black Forest Medical für den nachhaltigen Neubau investiert, der beispielsweise Abwärme aus der Produktion des be- nachbarten Medizintechnikunternehmens Stryker in seine Heizanlage einspeist. Grund für die Vergrößerung war laut Geschäftsführer Matthias Schüle das „jahrelange Wachstum und die damit einhergehende Nachfrage, welche mehr Pro- duktionskapazitäten erfordert“. Außerdem verkürz- ten sich mit der Zusammenlegung der bisherigen zwei Standorte die Wege, und die Zusammenarbeit zum Beispiel zwischen Entwicklung und Produktion greife „wesentlich flüssiger ineinander“. Black Forest Medical ist auf neurochirurgische Medizin- technik spezialisiert, insbesondere auf sogenannte Kopf- halte- und Retraktorsysteme für Gehirnoperationen. Zur Firmengruppe zählen die 1993 in Freiburg gegründete Pro Med Instruments GmbH (PMI) und die Feinmechanik GmbH (FM) aus Umkirch, die 1974 gegründet wurde und auf Zerspanung spezialisiert ist. Seit 2016 hielt PMI alle Anteile von FM; 2020 ist sie in PMI aufgegangen. Das Neubauprojekt startete 2017, 2019 war Baubeginn. Au- ßer dem Freiburger Hauptsitz gibt es noch eine Nieder- lassung in den USA mit rund zehn Mitarbeitern. Die Gruppe hat vergangenes Jahr rund 17 Millionen Euro umgesetzt, 80 Prozent davon außerhalb Deutsch- lands. Zwar habe man auch Auswirkungen der Pande- mie gespürt und spüre sie noch, teilt Schüle mit. Aber man sei nicht so stark betroffen wie andere Branchen und habe sich aufgrund agiler Arbeitsmethoden sowie eines flexiblen Teams schnell an die geänderten Um- stände anpassen können. ine Im Dezember hat die Black-Forest-Medical- Gruppe ihren neuen Hauptsitz in Freiburg- Haid bezogen.

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