Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

28 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2021 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg ANZEIGE D ie Private Stiftung Ewald Marquardt für Wissen- schaft und Technik, Kunst und Kultur hat im No- vember zum siebten Mal den im zweijährigen Turnus ausgeschriebenen Zukunftspreis verliehen. Corona bedingt in kleinem Kreis konnten die Preisträger ihre Auszeichnungen, Urkunden und Preisgelder im Stif- tungshaus entgegennehmen. Der Preis wird für die „wissenschaftliche Durchdrin- gung und innovative Gestaltung von Erzeugnissen und Verfahren auf dem Gebiet der elektrischen Schalt-, Steuerungs- und Regelungstechnik“ vergeben und war 2020 mit insgesamt 32.000 Euro dotiert. Der Zukunfts- preis ist ein Tätigkeitsschwerpunkt der Stiftung in der Sparte Wissenschaft und Technik. In seiner Begrüßungsrede freute sich der Stifter Ewald Marquardt über die Anerkennung und Attraktivität des Zukunftspreises, die sich wieder in den zahlreichen Einreichungen von innovativen und qualitativ hervor- ragenden Bewerbungen gezeigt habe. Die Würdigung der Preisträger und die Vorstellung der jeweiligen Innovationen übernahm der Vorsitzende der Jury, Hans-Jörg Bullinger, Professor und langjähriger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Der mit 10.000 Euro dotierte erste Preis ging an ein Entwicklerteam der Marquardt GmbH mit den Teammitgliedern Bernd Bär, Andreas Becher, Antoine Bacle und Jörg Fischer. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Smart Access für Keyless Go Systeme“. Diese Innovation ermöglicht, Schließsys- teme mit dem Smartphone zu bedienen. Sowohl Bedienkomfort als auch hohe Si- cherheit können somit kostengünstig re- alisiert werden. Das entwickelte System wird schon heute serienmäßig produziert. Der mit 7.000 Euro dotierte zweite Preis ging an ein Forscherteam am Max-Planck- Institut für Intelligente Systeme in Tübin- gen für das Projekt „Regelung und Koor- dination mehrerer Geräte über drahtlose Netzwerke“. Damit können in Fabriken der Zukunft Produktionssysteme mit hoher Dynamik über weite Distanzen sicher verknüpft werden. Die entwickel- ten Verfahren sind bereits heute mit verfügbarer Technik günstig realisierbar. Der dritte Preis, dotiert mit 5.000 Euro, ging an eine Entwicklungsgruppe am Fraunhofer-Institut für Produk- tionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart für die Entwicklung von „Kontinuierlich lernenden Verhal- tensmodellen zur autonomen Produktionsoptimierung auf Basis künstlicher Intelligenz“. Mit Daten aus Fer- tigungsprozessen generiert das System kontinuierlich Vorschläge zur Optimierung von Produktionssystemen und Maschinensteuerungen. Diese werden dann mit Zielfunktionen abgeglichen. Aufgrund der hohen Qualität der eingegangenen Bewer- bungen hat die Jury entschieden, zwei Sonderpreise in Höhe von je 5.000 Euro zu vergeben. Diese gingen an zwei Entwicklungsteams der Marquardt GmbH in Riet- heim. Beim Sonderpreis „Batterie Management Controller für Hochleistungs-Elektroantriebe“ wurde ein System entwickelt, das in reinen Elektroantrieben und bei Was- serstoffkonzepten mit hohen Lade- und Fahrströmen bis 1.000 Ampere bei 400 Volt und 800 Volt eingesetzt wird. Beim Sonderpreis „Sperr- und Rückstellsystem für Gang- wahlschalter“ wurde eine Produktverbesserung im Au- tomotive Bereich ausgezeichnet, die im Serieneinsatz Schaltgeschwindigkeit, Robustheit und Produktionskos- ten optimiert. jg/upl Bei der Vergabe des Zukunftsprei- ses 2020 der privaten Stiftung Ewald Marquardt: Juryvorsitzender Hans-Jörg Bullinger (2. von links), rechts neben ihm Preisgewinner Bernd Bär und Stifter Ewald Marquardt (Bildmitte). Private Stiftung Ewald Marquardt Zukunftspreis zum siebten Mal vergeben

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