Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'20 -Südlicher Oberrhein

26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2020 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein Bachelorarbeit mit Unterstützung der IHK Was macht das Homeoffice mit uns? D ie Digitalisierung hat die Arbeitswelt verändert. Mit der Covid-19-Pandemie hat dieser Wandel noch einmal einen enormen Schub bekommen. Was macht dieser aufgezwungen schnelle Umbruch mit der Gesundheit von Arbeitnehmern? Jacqueline Cohrs hat diese Frage mit Unterstützung der IHK Südlicher Oberrhein in ihrer Bachelorarbeit untersucht. Eigentlich sollte es nur eine Abhandlung über die Bedeu- tung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, kurz BGM, im Zusammenhang mit der Digitalisierung werden. Doch das Virus veränderte auch die Abschlussarbeit von Jacqueline Cohrs. Die 23-Jährige studierte Angewandte Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Furt- wangen und wählte die Professorin Kirsten Steinhausen als Betreuerin für ihre Bachelorarbeit aus. „Wenn es um das Thema BGM geht, arbeite ich gern mit Unternehmen zusammen“, erzählt Steinhausen. Über den Kontakt zwi- schen der Dozentin und IHK-Referent Emmanuel Beu- le entstand die Idee, sich nicht nur auf eine Firma zu konzentrieren, sondern über eine Umfrage unter den IHK-Mitgliedern sowie Interviews in verschiedenen Un- ternehmen gleich eine Vielzahl von Betrieben zu beteili- gen. „Corona hat meine Untersuchung noch spannender gemacht“, berichtet Cohrs. Allerdings erschwerten die Regelungen der Pandemie ihre Recherchen. „Das war mitten in der ersten Welle, alle waren damit beschäftigt, ihre Arbeit unter den Einschränkungen schnellstmöglich neu zu organisieren.“ An vielen Arbeitsplätzen bedeutete das einen sehr ra- schen Wechsel ins Homeoffice. „In dieser Heftigkeit ist dieser Bruch überhaupt nicht gut für die Gesundheit“, weiß Medizinerin und Gesundheitsökonomin Steinhau- sen. Wie jeder und jede einzelne es letztlich für sich per- sönlich empfinde, sei jedoch eine Typfrage. Dies bestä- tigen die Antworten der von Cohrs Interviewten. „Es ist wirklich sehr unterschiedlich, selbst in der Altersklasse der 20- bis 30-Jährigen. Einigen gefällt die Flexibilität des mobilen Arbeitens. Sie loben eine bessere Work-Life- Balance. Anderen fällt es schwer, im Homeoffice die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen. Sie tendieren dazu, mehr zu arbeiten.“ Gerade für die Grup- pe der Überengagierten sieht Steinhausen die dringende Notwendigkeit, betriebliches Gesundheitsmanagement beim mobilen Arbeiten stets mitzudenken. „Der Arbeit- geber muss die Mitarbeiter begleiten. Sie geraten sonst ganz schnell ins Burn-out.“ Wichtig sei die Einstellung der Vorgesetzten. „Die Leitung hat eine Vorbildfunktion.“ Leider gebe es jedoch bei vielen Führungskräften noch immer das Bild vom Nichtstuer im Homeoffice. „Die Digitalisierung hat auch die Führung von Mitarbei- tenden verändert“, weiß Emmanuel Beule, IHK-Referent für digitale Geschäftsprozesse. „Plötzlich gilt es, auf Distanz zu führen und das richtige Maß zu finden, um auf jeden individuell einzugehen.“ Für Beule ist dieses maß- geschneiderte Führen ein Muss: „Wir sind in einem Um- bruch. Die neue Generation der Mitarbeitenden erwartet das. Und in Zeiten des Fachkräftemangels haben sie die Wahl, für welchen Arbeitgeber mit welchem Führungsstil sie sich entscheiden.“ Jacqueline Cohrs gibt Beule recht: „Eine gesunde Führung ist ein ganz wichtiger Aspekt des BGM.“ Dass die Digitalisierung die Mitarbeiterführung schwieriger gemacht hat, sieht sie nicht. „Anders viel- leicht. Es geht immer um Vertrauen. Das war und ist ganz wichtig.“ Schließlich gebe es Studien darüber, welchen Einfluss die Führungskraft auf die Mitarbeitergesundheit hat und dass eine hohe Wertschätzung zu einer sehr guten Leistung der Mitarbeitenden beitragen würde. Die Bachelorarbeit von Cohrs hat Steinhausen mit sehr gut bewertet. Gern würde die junge Frau das Thema in einer Masterarbeit vertiefen. „Vielleicht würde ich mich dann darauf konzentrieren, was die Digitalisierung in der Pandemie mit älteren Mitarbeitenden macht und welche speziellen Formen des BGM diese Gruppe benötigt“, hat sie schon erste Ideen. naz „Einflüsse und Auswirkungen der Covid-19-Pande- mie auf die Arbeitswelt“ 27. Januar (11 Uhr) www.suedlicher-oberrhein.ihk.de ( 4954760 ) Anhörungsschreiben Öffentliche Zustellung der IHK Südlicher Oberrhein G emäß § 11 Abs. 2 LVwZG wird hiermit für die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein das Anhörungsschrei- ben vom 02.11.2020, Aktenzeichen RS/epa, für Herrn Heinrich STEGMÜLLER, zuletzt wohnhaft Industriehof 2, 77933 Lahr öf- fentlich zugestellt. Bisherige Zustellversu- che blieben ohne Erfolg. Der gegenwärtige Aufenthaltsort ist trotz entsprechender Ermittlungen unbekannt. Die öffentliche Zustellung erfolgt durch öffentliche Be- kanntmachung an dieser Stelle in der Kam- merzeitschrift „Wirtschaft im Südwesten“. Das Anhörungsschreiben gilt als zugestellt, wenn seit dem Tage dieser Bekanntmachung mehr als zwei Wochen vergangen sind. Mit der Zustellung beginnt auch die Anhörungs- frist, nach deren Ablauf Rechtsverluste dro- hen können. Das Anhörungsschreiben kann während der Geschäftszeiten (Mo-Do: 8:00 bis 16:30 Uhr, Fr: 8:00 bis 16:00 Uhr) nach vorheriger Terminabsprache (Tel.: 07821 2703-660) vom Empfänger eingesehen oder abgeholt werden bei der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, Lotz- beckstraße 31, 77933 Lahr, Erdgeschoss, Zimmer 108. »Corona hat meine Unter- suchung noch spannender gemacht« Jacqueline Cohrs »Die Leitung hat eine Vor- bildfunktion« Kirsten Steinhausen

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