Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'20 -Südlicher Oberrhein

18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2020 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein 17 Bilanz des Ausbildungsjahres Corona beendet die Steigerungen 20 Neues Jahr ohne Neujahrsempfang IHK sagt Tradition im Januar ab 21 Applaus gibt’s trotzdem Ehrung für Ausbildungsabsolventen 22 Bioökonomie-Beirat André Olveira als Experte berufen 23 Energiewende in Frankreich Boom von Genossenschaften 24 Gründerwettbewerb Regional-Cup des Elevator Pitch 25 Interview mit Philipp Frese Handelsausschuss (9/9 ) 26 Bachelor zum Homeoffice IHK unterstützt Abschlussarbeit 29 Die mutigen Vier Gründen trotz Krise 30 Blick hinter die drei Buchstaben Impressionen vom Xing-Backstage 32 Lehrgänge und Seminare der IHK INHALT denden in IHK-Berufen verfügen inzwischen über eine allgemeine Hochschulreife, weitere 13,5 Prozent über eine Fachhochschul- reife. Drittens: „Gleichzeitig beklagen viele Unternehmen auch in diesem Jahr einen Mangel an geeigneten Bewerbern, sodass teilweise bis in den Herbst hinein noch kurzfristig eingestellt wurde und wird. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vollzeitschulische Bildungs- angebote als vermeintlich sicherer Hafen bei Schulabgängern besonders beliebt sind.“ Viertens: „Bereits vor der Pandemie war absehbar, dass sich in der für unsere Region sehr wichtigen Gruppe der Metallberufe nach jahrelangen deutlichen Zuwächsen ein Rückgang abzeich- net, der maßgeblich durch den Strukturwandel in der Automo- bilindustrie getrieben ist. Die Pandemie verschärft diesen Trend nun deutlich.“ Steffen Auer, Präsident der IHK Südlicher Oberrhein, erkennt auch positive Aspekte in der aktuellen Situation am Ausbildungsmarkt: „Ein rein negatives Bild zu zeichnen, wäre falsch. Die Ausbildungs- bereitschaft der Unternehmen ist ungebrochen hoch. Auch deshalb führt die aktuelle Ausnahmesituation nicht dazu, dass es zu einem Mangel an Ausbildungsplätzen gekommen ist. Angebot und Nach- frage sind in unserer Region in etwa ausgeglichen.“ Der Blick auf den überregionalen Vergleich gibt Auer recht, der Ausbildungsmarkt am südlichen Oberrhein zeigt sich im Vergleich zu anderen Kammerbezirken in Baden-Württemberg recht robust. Auer: „Zu verdanken hat die Region diesen Umstand der Tatsache, dass die Betriebe am südlichen Oberrhein sehr breit aufgestellt sind. Zwar fällt ein Hoch dann nicht so hoch aus, aber wir fallen auch nicht so tief.“ Simon Kaiser ist froh über die Tatsache, dass trotz der gesunkenen Zahlen kein Mangel an Ausbildungsplätzen zu verzeichnen ist. „Die vergangenen Jahre waren geprägt von einem erheblichen Überhang an Ausbildungsstellen, die am Ende mangels geeigneter Bewerberinnen und Bewerber nicht besetzt wurden. Der Puffer der vergangenen Jahre ist nun eben geschmolzen.“ Kaiser glaubt nicht, dass im kommenden Jahr mit einem weiteren Sinken der Zahlen zu rechnen ist. „Die Betriebe wissen, dass es eine Zeit nach Corona gibt und sie dann die Fachkräfte dringend brauchen werden.“ Auch für die Ausbildungsberater ist der Corona-Herbst außerge- wöhnlich, berichtet der Geschäftsbereichsleiter. „Es gab viele Be- triebe, die sich angesichts der unsicheren Perspektiven erst sehr spät entschlossen haben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Aus demselben Grund hatten wir bereits mehr Vertragslösungen als sonst.“ Etwas sorgenvoll blickt der IHK-Präsident auf den 31. Dezem- ber. „Dann endet die Probezeit für die neuen Azubis dieses Jahres. Gerade im Bereich Hotel und Gastronomie rechne ich mit einigen Vertragsauflösungen aufgrund wirtschaftlicher Gründe. Wie und ob für diese Branche nach dem Lockdown ein Weihnachtsgeschäft möglich ist, ist derzeit schlicht noch nicht absehbar.“ Gemeinsam richten Auer und Kaiser einen Appell an die Schulen. „Die Berufsorientierung darf im kommenden Jahr nicht wieder zu kurz kommen“, sagt der IHK-Präsident. „Den Schülerinnen und Schülern fehlen sonst wertvolle Entscheidungshilfen für die Frage, wie es nach dem Schulabschluss weitergeht.“ Kaiser ergänzt: „Wir sind bereits dabei, unser Angebot an Berufsorientierungsprojekten virtuell umzusetzen. Das ist nicht immer möglich und auch nicht immer ein adäquater Ersatz. Aber in Zeiten, in denen Vorstellungs- gespräche online stattfinden, ist die digitale Übung dazu vermutlich genau richtig.“ naz »Angebot und Nachfrage sind in unserer Region in etwa ausgeglichen« Steffen Auer , IHK-Präsident »Die Betriebe wissen: Es gibt eine Zeit nach Corona, dann brauchen sie dringend Fachkräfte« Simon Kaiser , Leiter IHK-Aus- und Weiterbildung

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