Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

24 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2020 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Viertes IHK-Außenwirtschaftsforum Faires Zusammenspiel notwendig D ie Exportwirtschaft ist durch Corona stark in Mitleiden- schaft gezogen worden. Hinzu kommt, dass die Abwicklung von Ausfuhren außerhalb der Europäischen Union ziemlich komplex ist. Umso wichtiger waren die Informationen, die insgesamt 150 Gäste und Teilnehmer beim vierten IHK-Außenwirtschaftsforum erhielten. Coronabedingt fanden die Vortragsveranstaltungen zu Ex- und Import an vier Tagen online statt. „Das Coronarisiko mit seiner Ansteckungsgefahr bleibt uns für die nächste Zeit erhalten. Mit den aktuell weiteren unkalkulierbaren Ri- siken fordert es erhöhte Aufmerksamkeit: nicht nur beim EU-Austritt des Vereinten Königreichs Ende des Jahres oder bei den angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China“, sagte IHK-Vize- präsident Steffen P. Würth in seiner Online-Begrüßung. Auch die neuen Exportregeln für chinesische Produkte müssten beachtet werden. Und gerade solche Entwicklungen beträfen auch die heimischen Betriebe. „Wir brauchen ein faires Zusammenspiel und einen verlässlichen, weltweiten Rechtsrahmen. Aus diesem Grund haben wir als starker Wirtschaftsstandort ein originäres Interesse an einer stabilen, leis- tungsfähigen und zukunftsfesten Europäischen Union, einem Europa der Vielfalt, der Chancen und des Miteinanders“, so Würth weiter. Ständig am Ball bleiben Der internationale Handel stelle sehr häufig gerade die kleineren und mittelständischen Unternehmen vor große Herausforderungen. „Unsere regionalen, aber weltweit agierenden Unternehmen hier in der Region müssen stetig am Ball bleiben und möglichst immer Alter- nativen für einen reibungslosen Handelsaustausch im Blick haben“, so Ingrid Schatter, Referentin für Zoll- und Außenwirtschaftsfragen in der IHK. „Es sind viele Aspekte, mit denen sich die Unternehmen im weltweiten Handel oft aufwendig befassen müssen und die individu- ellen Länderanforderungen, um Waren einzuführen oder ins Ausland zu exportieren, nehmen sichtlich zu“, sagte die IHK-Expertin. Wie in den Foren zuvor gaben auf dem Außenwirtschaftsforum aus- gewiesene Fachleute, Verantwortliche von Zolldirektionen und -äm- tern sowie namhaften Unternehmen interessierten Teilnehmern in den Vorträgen ihr Fachwissen weiter. In kompakter und praxisnaher Weise wurden die Teilnehmer so innerhalb der vier Termine über die Fallstricke internationaler Handelsbeziehungen informiert. So ist seit 1. August das neue Freihandelsabkommen der EU mit Vietnam in Kraft. Dieses Abkommen, dessen individuelle Details von denen mit Südkorea, Kanada oder Japan erneut abweichen, wurde ebenso vor- gestellt wie der aktuelle Stand des 3. Entwurfs des beabsichtigten chinesischen Exportkontrollgesetzes, in dem etwa die Reichweite der Re-Exportkontrolle weiter sehr unklar bleibt oder wie im Handel die Endnutzererklärung eingehalten werden kann. Unmittelbare Betroffenheit „Diese Regelungen betreffen den Handel und die Produktion in Eu- ropa unmittelbar“, sagte Ingrid Schatter, „sie betreffen komplexe innerbetriebliche Sachverhalte und sind von hoher außenwirtschafts- rechtlicher Bedeutung“. Der Export ist ein maßgeblicher Faktor in der Region Schwarzwald- Baar-Heuberg: Im vergangenen Jahr erzielten die regionalen Unter- nehmen des Verarbeitenden Gewerbes mit mehr als 50 Mitarbeitern Auslandsumsätze in Höhe von fast neun Milliarden Euro. Das sind gut 47 Prozent des Gesamtumsatzes dieser Unternehmen in der Region – Bild: Rebecca Auber IHK-Vizepräsident Steffen P. Würth bei der Aufzeichnung seiner Begrüßung: „Wir brauchen eine stabile, leistungs- fähige und zukunftsfeste Europäische Union, ein Europa der Vielfalt, der Chancen und des Miteinanders.“

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